Nachdem das Stadtarchiv den
Feuchtigkeitsschaden vom vergangenen April bewältigt hat, steht bereits die nächste große Herausforderung an. Hohe Luftfeuchtigkeit und schwankende Klimawerte im größten Magazinraum haben zu Schimmelbefall am dort gelagerten Aktenbestand geführt. Betroffen sind insgesamt 5230 Akten. Um die für die Überlieferung der Monheimer Stadtgeschichte wichtigen Kulturgüter dauerhaft zu sichern, lässt die Stadt einen Teil der Unterlagen nun fachgerecht reinigen.
Mit der Schimmelbeseitigung wurde die ABE Club Aktiv gGmbH aus Trier beauftragt. Am Donnerstag, 13. August, rückte das Team um Stephan Holderbaum im Stadtarchiv an, um die erste Fuhre mit mehr als 350 Unterlagen abzuholen. Darunter befinden sich Akten, die teilweise bis in das Jahr 1731 zurückreichen.
In Trier beginnt für die historischen Unterlagen nun eine aufwendige Behandlung. Die Akten werden nach archivfachlichen Standards vom Schimmel befreit, bei Bedarf Blatt für Blatt gereinigt und anschließend mit einer sauberen Verpackung versehen. Voraussichtlich im Januar 2027 sollen die gereinigten Bestände nach Monheim am Rhein zurückkehren. Für einzelne Unterlagen wird sich anschließend noch ein Aufenthalt in einer Restaurierungswerkstatt anschließen. „Die Maßnahme ist zwingend notwendig, um diese wertvollen Zeugnisse unserer Stadtgeschichte vor dem vollständigen Verlust zu bewahren“, erklärt Stadtarchivleiterin Sonja Felten. „Eine solche Reinigung ist sehr aufwendig, aber für den langfristigen Erhalt der betroffenen Unterlagen unverzichtbar.“
Einschränkungen bei der Beantwortung von Anfragen
Während sich die Akten zur Reinigung in Trier befinden, stehen sie weder dem Archivpersonal noch der Bürgerschaft zur Verfügung. Aus den ausgelagerten Unterlagen können in dieser Zeit keine Auskünfte erteilt werden. Bei der Bearbeitung von Anfragen kann es deshalb zu erheblichen Einschränkungen kommen.
Bei der Auftragsvergabe spielte neben der fachlichen Qualität auch ein weiterer Aspekt eine erfreuliche Rolle: Die ABE Club Aktiv gGmbH ist ein inklusiver Betrieb und bietet auch Menschen mit Beeinträchtigungen Beschäftigungsmöglichkeiten. „ABE Club Aktiv hat nicht nur das wirtschaftlichste Angebot vorgelegt, das zugleich all unsere fachlichen Anforderungen erfüllt. Das Unternehmen bietet auch Menschen mit Beeinträchtigungen eine sinnvolle berufliche Aufgabe“, sagt Felten. „Das unterstützen wir als `Stadt für alle´ natürlich sehr gern.“
Weitere Schäden sollen möglichst verhindert werden
Parallel zur Rettung der betroffenen Bestände arbeitet die Stadt an einer Verbesserung der räumlichen Unterbringung des Stadtarchivs. Denn schon jetzt steht fest: Die mit großem Aufwand gereinigten und restaurierten Unterlagen können nicht wieder in Räumen gelagert werden, deren Klimawerte den archivfachlichen Anforderungen nicht entsprechen.
Ziel ist es daher, für die historischen Bestände dauerhaft geeignete Bedingungen zu schaffen und damit weitere Schäden möglichst zu verhindern. Bis die betroffenen Akten wieder zur Verfügung stehen, bittet das Stadtarchiv insbesondere bei umfangreicheren Anfragen um Verständnis für mögliche Einschränkungen und längere Bearbeitungszeiten. (tb)


