Den Rhein genießen – aber sicher!

Der Rhein ist kein Badegewässer

Der Rhein prägt Monheim am Rhein wie kaum ein anderer Ort. An warmen Tagen zieht es viele Menschen ans Ufer – zum Spazierengehen, Radfahren, Entspannen oder um die Füße ins Wasser zu halten. Gerade weil der Fluss auf den ersten Blick ruhig und harmlos wirkt, wird seine tatsächliche Gefahr jedoch häufig unterschätzt.

Tatsächlich zählt der Rhein zu den gefährlichsten Flüssen Europas. Unter der Wasseroberfläche wirken starke Strömungen, Kehrströmungen und Sogwirkungen, die von außen kaum zu erkennen sind. Hinzu kommen die intensive Schifffahrt, plötzlich wechselnde Wassertiefen und weitere Risiken, die selbst erfahrene Schwimmerinnen und Schwimmer in lebensgefährliche Situationen bringen können. Schon wenige Schritte ins Wasser können ausreichen, um den sicheren Stand zu verlieren und von der Strömung erfasst zu werden.


Warum Baden im Rhein lebensgefährlich ist

Unsichtbare Strömungen

Die größte Gefahr geht von der Strömung aus. Bereits in Ufernähe kann sie so stark sein, dass Menschen den Halt verlieren und in tiefere Bereiche gezogen werden. Unter Wasser entstehen zusätzlich Kehrströmungen, Strudel und Wirbel, die kaum vorhersehbar sind. Gegen diese Kräfte anzuschwimmen ist selbst für geübte Schwimmer kaum möglich.

Schifffahrt

Der Rhein zählt zu den meistbefahrenen Wasserstraßen Europas. Große Frachtschiffe verdrängen enorme Wassermengen und erzeugen starke Sogwirkungen sowie hohe Wellen. Besonders tückisch ist, dass diese Wasserbewegungen häufig erst nach dem Vorbeifahren eines Schiffes entstehen. Gleichzeitig können Schiffe Menschen im Wasser oft nicht rechtzeitig erkennen und aufgrund ihrer langen Bremswege nicht ausweichen.

Veränderte Wassertiefen

Das Flussbett verändert sich ständig. Steil abfallende Ufer, tiefe Löcher, Steine, Treibholz oder andere Hindernisse können sich unter der Wasseroberfläche befinden. Bereiche, die sicher erscheinen, können bereits wenige Meter weiter erhebliche Gefahren bergen.

Kaltes Wasser

Auch an heißen Sommertagen ist das Wasser des Rheins deutlich kälter als viele erwarten. Der plötzliche Temperaturunterschied kann Kreislaufprobleme, Muskelkrämpfe oder einen Kälteschock auslösen. Gleichzeitig nimmt die körperliche Leistungsfähigkeit im kalten Wasser schnell ab.

Hindernisse unter Wasser

Unter der Wasseroberfläche können sich Steine, Treibholz, Metallteile oder andere Hindernisse befinden. Sie sind oft nicht zu erkennen und können beim Waten oder Schwimmen schwere Verletzungen verursachen. Sprünge in unbekannte Bereiche sind deshalb besonders gefährlich.

Die eigene Kraft wird überschätzt

Viele Menschen unterschätzen die körperliche Belastung im fließenden Wasser. Wer versucht, gegen die Strömung anzuschwimmen, erschöpft sich oft innerhalb kürzester Zeit. Müdigkeit und nachlassende Kräfte können dazu führen, dass selbst gute Schwimmerinnen und Schwimmer in eine lebensgefährliche Situation geraten.


Notruf richtig absetzen

Im Notfall ist schnelle Hilfe entscheidend. Über die europaweit einheitliche Notrufnummer 112 ist die Leitstelle des Kreises Mettmann rund um die Uhr aus dem Festnetz und Mobilfunknetz erreichbar. Geht ein Anruf zunächst bei einer benachbarten Leitstelle ein, wird er umgehend an die zuständige Leitstelle weitergeleitet.

Ruhe bewahren

Zu Beginn des Notrufs werden zunächst die Stadt und anschließend der genaue Einsatzort abgefragt. Danach folgen weitere Fragen zum Notfall. Die strukturierte Notrufabfrage hilft dabei, schnell die passenden Einsatzkräfte zu alarmieren und optimal auf den Einsatz vorzubereiten. Auch in belastenden Situationen unterstützt die Leitstelle während des gesamten Gesprächs. Bei Bedarf werden bereits am Telefon Anweisungen zur Ersten Hilfe gegeben, bis die Rettungskräfte eintreffen.

Besonderheiten am Rhein

Bei Notfällen am Rhein ist eine möglichst genaue Ortsangabe besonders wichtig. Idealerweise wird der Rheinstromkilometer angegeben. Die Stadt Monheim am Rhein hat deshalb an wichtigen Zugängen zum Rheinufer Hinweisschilder mit den jeweiligen Rheinstromkilometern angebracht. Falls kein Hinweisschild vorhanden ist, helfen auch die Kilometerangaben der Rheinschifffahrt oder markante Orientierungspunkte wie Brücken, Buhnen oder Fähranleger. Je genauer der Einsatzort beschrieben werden kann, desto schneller erreichen die Rettungskräfte die richtige Stelle. Abhängig vom verwendeten Endgerät können Positionsdaten zudem automatisch an die Leitstelle übermittelt werden.

Verständigung in vielen Sprachen

Bei Sprachbarrieren kann die Leitstelle des Kreises Mettmann eine KI-gestützte Übersetzung nutzen. Dadurch ist eine Kommunikation in mehr als 60 Sprachen möglich, sodass die erforderlichen Einsatzkräfte schnell alarmiert werden können.


Besondere Gefahren für Kinder am Rhein

Schon wenige Zentimeter Wasser können gefährlich werden

Kinder sind am Rhein besonderen Gefahren ausgesetzt, sie sollten niemals ohne Aufsicht am und im Wasser spielen. Aufgrund ihres geringeren Körpergewichts und ihrer Körpergröße reicht bereits eine vergleichsweise geringe Strömung aus, um sie aus dem Gleichgewicht zu bringen. Anders als in einem Badesee oder Schwimmbad wirkt die Strömung des Rheins kontinuierlich auf den Körper ein und kann schon in flachem Wasser große Kräfte entwickeln.

Bereits knöcheltiefes Wasser kann ausreichen, damit Kinder den sicheren Stand verlieren und von der Strömung erfasst werden. Wird ein Kind von den Füßen gerissen, kann es innerhalb weniger Sekunden in tiefere oder stärker strömende Bereiche abgetrieben werden. Ein eigenständiges Zurückkehren ans Ufer ist dann häufig nicht mehr möglich.

Das Ufer bietet keinen sicheren Schutz

Viele Menschen verbinden die größte Gefahr mit der Flussmitte. Tatsächlich ereignen sich kritische Situationen häufig bereits unmittelbar am Ufer. Unebenheiten im Flussbett, plötzlich abfallende Bereiche oder unerwartet starke Strömungen können dazu führen, dass Kinder den Boden unter den Füßen verlieren und ins tiefere Wasser geraten.

Hinzu kommen die Auswirkungen der Schifffahrt. Vorbeifahrende Frachtschiffe erzeugen zunächst eine Sogwirkung und anschließend starke Rückströmungen sowie hohe Wellen. Diese Wasserbewegungen erreichen häufig auch den Uferbereich und können Kinder überraschen, umwerfen oder weiter in den Fluss ziehen. Besonders gefährlich ist, dass die stärksten Wellen oft erst einige Zeit nach der Vorbeifahrt eines Schiffes entstehen und die Gefahr deshalb leicht unterschätzt wird.

Kinder niemals unbeaufsichtigt am Wasser spielen lassen

Kinder können die Gefahren des Rheins nur schwer einschätzen und reagieren in ungewohnten Situationen häufig panisch. Gerät ein Kind in die Strömung, bleibt oft nur wenig Zeit, um Hilfe zu leisten. Selbst Erwachsene stoßen dabei schnell an ihre Grenzen, da die Kraft des Wassers eine Rettung erheblich erschwert.

Aus diesem Grund sollten Kinder sich am Rhein niemals unbeaufsichtigt am oder im Wasser aufhalten. Auch das Spielen direkt am Wasserrand oder das Waten im flachen Wasser birgt erhebliche Risiken. Der sicherste Schutz besteht darin, Kinder stets im Blick zu behalten und ausreichend Abstand zum Wasser einzuhalten.


Verhalten im Notfall

Wenn die Strömung stärker ist

Gerät eine Person unbeabsichtigt in den Rhein und wird von der Strömung mitgerissen, sollte möglichst ruhig gehandelt werden. Gegen die Strömung anzuschwimmen führt in kurzer Zeit zur Erschöpfung und erschwert eine Rettung zusätzlich.

Stattdessen empfiehlt es sich,

  • Ruhe zu bewahren.
  • den Kopf über Wasser zu halten.
  • sich möglichst in Rückenlage treiben zu lassen.
  • die Füße flussabwärts auszurichten, um Zusammenstöße mit Hindernissen abzufangen.
  • bei Gelegenheit diagonal zur Strömung in Richtung Ufer zu schwimmen und
  • laut auf sich aufmerksam zu machen.

Kehrströmungen und Strudel

Kehrströmungen entstehen häufig hinter Buhnen oder anderen Bauwerken. Dort fließt das Wasser entgegen der Hauptströmung. Wer in eine solche Strömung gerät, sollte nicht gegen sie anschwimmen, sondern sich ruhig seitlich aus dem Bereich herausbewegen.

Auch Strudel oder Wirbel sollten möglichst ruhig verlassen werden. Hektische Bewegungen erhöhen lediglich den Kraftaufwand.


Menschen retten – ohne sich selbst zu gefährden

Gerät eine Person im Rhein in Not, zählt jede Minute. Gleichzeitig darf aus einem Notfall nicht ein zweiter werden.

Der erste Schritt ist immer der Notruf über die 112. Anschließend sollte der Standort möglichst genau beschrieben werden. Die Hinweisschilder entlang des Monheimer Rheinufers erleichtern den Einsatzkräften die Orientierung erheblich und helfen dabei, wertvolle Zeit zu sparen. Kann die Standortnummer nicht genannt werden, sind markante Bauwerke, Brücken oder die Stromkilometrierung wichtige Orientierungspunkte.

Bis zum Eintreffen der Rettungskräfte sollte die betroffene Person möglichst ununterbrochen beobachtet werden. Wenn vorhanden, können Rettungsringe, Wurfleinen oder andere schwimmfähige Gegenstände zugeworfen werden.

Wichtig: Niemals selbst in den Rhein springen oder versuchen, eine Person schwimmend zu retten. Die Strömung bringt auch Helfende schnell in Lebensgefahr.


Standortschilder am Rheinufer

Entlang des Monheimer Rheinufers befinden sich an nahezu allen Zu- und Abgängen Hinweisschilder mit einer eindeutigen Standortkennzeichnung. Im Notfall sollte diese Nummer an die Leitstelle weitergegeben werden. Dadurch können Feuerwehr, DLRG und Rettungsdienst den Einsatzort schneller finden und ohne Zeitverlust Hilfe leisten. Falls kein Hinweisschild in unmittelbarer Nähe vorhanden ist, helfen auch Angaben zur Stromkilometrierung oder markante Orientierungspunkte bei der Lokalisierung.

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