An der Monheimer Rheinpromenade entsteht eine Veranstaltungshalle der Superlative: Die alte Shell-Fassabfüllanlage wird zur Kulturraffinerie K714. Das historische Gebäude behält seinen Industriecharme, während innen modernste Bühnentechnik einzieht. Auch eine Gastronomie mit Rheinblick wird es geben. Im Herbst 2026 soll Eröffnung gefeiert werden.
Die denkmalgeschützte Fassade der früheren Abfüllhalle mit ihren roten Ziegeln bleibt erhalten. In das Innere der künftigen Kulturraffinerie K714 wurde ein rechteckiger, hoher Baukörper eingesetzt. Dieser Kubus ist von breiten Wandelgängen umgeben und bezieht den alten Bestand an den Seiten ein. Auf diese Weise entsteht in dem historischen Hallenensemble ein moderner „Großer Saal“, der für verschiedene Veranstaltungen nutzbar sein wird. Je nach Bestuhlung oder Stehplatzanordnung, fasst die Kulturraffinerie K714 künftig bis zu 4800 Menschen.
Das Herzstück bildet der variable Hauptsaal. Die Bühne kann in ihrer Größe angepasst werden – ein hochfahrbarer Orchestergraben inbegriffen. Kleinere Veranstaltungen werden im „Kleinen Saal“ stattfinden, der im Nordosten des Gebäudes in ebenfalls altem Bestand entsteht, in der eigentlichen alten Abfüllhalle. Die Verbindung dorthin schaffen ein begrünter Innenhof sowie ein weitläufiges Foyer.
Die Kulturraffinerie K714 wird auf diese Weise für größere wie kleinere Veranstaltungen geeignet sein, etwa Rock-, Pop-, Klassik- und Symphonie-Konzerte mit ihren ganz unterschiedlichen Ansprüchen, für Theaterstücke, Musicals und Comedy-Events, aber auch Karnevalssitzungen, Schützenfeste sowie Abitur-Feiern. Tagsüber sollen Kongresse, Tagungen und Konferenzen stattfinden. Auch das Kyiv Symphony Orchestra aus der ukrainischen Hauptstadt,
das in Monheim am Rhein eine provisorische Heimat gefunden hat, wird in der Kulturraffinerie K714 einen perfekt geeigneten Konzertsaal für seine Aufführungen vorfinden.
Der Eingangsbereich der Kulturraffinerie K714 entsteht zur Wasserachse hin. Auf der Rheinseite lockt künftig ein viergeschossiger Anbau mit Gastronomie im Erdgeschoss und einer Dachterrasse mit 180-Grad-Blick über den Rhein.
Im Norden findet sich der Anlieferungs- und Backstage-Bereich. Hier können künftig ganze LKW zum schallgeschützten Be- und Entladen einfahren. Auch ein Verkehrskonzept für die Kulturraffinerie K714 wurde entwickelt. Am Ende der Wasserachse wurde bereits ein Parkhaus mit rund 2000 Stellplätzen gebaut – für Anreisende zu den Veranstaltungen, aber auch für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Rheinpark. Eine dynamische Verkehrssteuerung sorgt dafür, dass die Autos nach den Veranstaltungen schnell wegfahren können. Die
Daimlerstraße und die Straße
Am Kielsgraben wurden dafür ausgebaut.
Im Dezember 2018 hatten sich die Mitglieder des Rats der Stadt Monheim am Rhein und des Aufsichtsrats der Monheimer Kulturwerke dafür ausgesprochen, das Stuttgarter Architekturbüro Bez + Kock mit der Generalplanung für das Großprojekt zu beauftragen. Bauherrin ist die
Monheimer Kulturwerke GmbH als städtische Tochtergesellschaft mit ihrem Geschäftsführer und Intendanten Martin Witkowski.
Die Monheimerinnen und Monheimer wurden intensiv in die Planungen eingebunden. Anfang 2019 gab es einen ersten Informationsabend, im Anschluss konnten sich Interessierte
in einer Befragung zu der Verwandlung des alten Gebäudes einbringen. Angeboten wurden zudem Führungen durch die ehemalige Fassabfüllhalle. Auch lokale Vereine wurden einbezogen. Im März 2020 fand ein weiterer Bürgerschaftsabend statt. Dabei wurde das weiterentwickelte Architekturkonzept vorgestellt, in das die Anregungen aus der Bürgerschaft eingeflossen waren. Der Rat beschloss das Konzept anschließend mehrheitlich.
Im Juni 2023 wurde der Grundstein gelegt,
am 5. Mai 2024 feierte Monheim am Rhein das Richtfest mit einem großen Baustellenfest. Die geschätzten Baukosten für die neue Veranstaltungshalle belaufen sich laut aktueller Planung auf bis zu 166 Millionen Euro. Ab Herbst 2026 wird die Kulturraffinerie K714 am Rheinkilometer 714 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und mit einer großen Eröffnung gefeiert.
Weitere Informationen sowie eine 3D-Visualisierung der künftigen Veranstaltungshalle gibt es auf deren Webseite unter
www.kulturraffinerie-k714.de.