
Am Entreé von Monheims Neuer Mitte begrüßt eine Skulpturengruppe des berühmten britischen Bildhauers Tony Cragg (*1949, Liverpool) die Besucherinnen und Besucher. Drei schlanke, dunkel gefasste Stelen ragen dynamisch in die Höhe ziehen die Blicke am Ingeborg-Friebe-Platz auf sich.
Die von Tony Cragg für Monheim am Rhein entworfenen Säulen aus Bronze sind jeweils rund fünfeinhalb Meter hoch. Sie sind in der Form eines Dreiecks angeordnet, im gleichen Abstand zueinander. Man kann und soll zwischen ihnen hindurchgehen und sie so von allen Seiten betrachten. Sie ragen empor, dabei sind sie nicht gerade, sondern weiten und verjüngen sich geschwungen in alle Richtungen. Die Formen wirken fließend und gleichzeitig wie in der Bewegung eingefroren. Wie der Titel der Arbeit „Points of View”, andeutet, verändert sich der Eindruck des Kunstwerks, je nachdem, aus welcher Perspektive man sich ihm nähert. Aus immer neuen Blickwinkeln betrachtet, scheinen dabei in den Konturen der Säulen immer wieder vertraute Formen auf: Gesichter im Profil, die entstehen und vergehen, wie bei einem Kippbild. Tony Cragg ist ein Meister im Spiel mit dem Gegensatz von Statik und Dynamik und mit abstrakten Formen, die zugleich gegenständliche, oft fast menschlich wirkende Züge haben.
Die für Monheim am Rhein entworfenen Säulen fügen sich ein in die Werkgruppe der „Points of View“, die Tony Cragg in immer neuen Ausprägungen seit 2002 entwickelt. Sie sind oft als Dreierkonstellation gruppiert, finden sich aber auch als einzelne Skulpturen. Jede von ihnen geht als Unikat zurück auf die detaillierte händische Konstruktion des Künstlers im Atelier. Die Monheimer „Points of View“ fügen sich harmonisch in die belebte Umgebung. Im Kontext des funktional gestalteten Busbahnhofs, der dichten Bebauung des Einkaufszentrums und der sich öffnenden Einkaufspassage bildet das Kunstwerk einen willkommenen optischen Kontrast. Es verleiht dem sehr praktisch bestimmten Ort einen gestalterischen Mehrwert, der keiner Funktion dient. Allein mit der Freude an der spannungsreichen, dynamischen Form setzt der Künstler der rigiden Architektur einen lebendigen Impuls entgegen und bereichert die Wahrnehmung der Passantinnen und Passanten um immer neue Eindrücke und Perspektiven.
„Um über die Form und Struktur vieler Dinge zu entscheiden, werden wir Skulptur und skulpturales Denken brauchen. Ich würde skulpturales Denken gerne auf die Biomechanik anwenden, auf Regierungseinrichtungen, soziale Strukturen und so weiter“ – Tony Cragg
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