Monheim-Lexikon: Zweiter Weltkrieg

Luftkrieg (2)

Mit Flugabwehrkanonen (abgekürzt: Flak) versuchten spezielle Wehrmachtseinheiten, Flugzeuge der britischen und amerikanische Luftwaffe vom Boden aus abzuschießen. Da die Angriffe zunächst ausschließlich nachts geflogen wurden, waren die Flak-Besatzungen mit riesigen Scheinwerfern ausgerüstet, mit denen sie den Himmel ausleuchten konnten.

Flak-Batterien waren unter anderem stationiert bei der Raffinerie der [intern]Rhenania-Ossag Mineralölwerke, am [intern]Sandberg, in [intern]Blee und auf dem Turm der Marienburg. Von der Stellung in Blee ist ein Flakhelfer namentlich bekannt, der russische Kriegsgefangene Sinoi Toporikow. Er kam bei einem Angriff am 20. Mai 1944 im Alter von 23 Jahren ums Leben und wurde auf dem katholischen Friedhof bestattet.

Wie viele Flugzeuge möglicherweise abgeschossen wurden, ist nicht sicher bekannt. Bürgermeister Josef Grütering spricht in einem Schreiben vom 10. Juni 1942 an das Polizeipräsidium Düsseldorf von „zwei Feindfliegern“, die bis dahin auf dem Gebiet des Amtes Monheim abgeschossen worden seien.

Bei den „Feindfliegern“ handelt es sich nach Informationen des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln wahrscheinlich um die britischen Staatsbürger Phillip Goldham Fussell und Aubrey George Hutchinson. Beide kamen am 28. April 1942 am Oedstein ums Leben; Fussell war 29 Jahre alt, Hutchinson 26 Jahre.

Der Pfarrer der Katholischen Gemeinde St. Dionysius, Wilhelm Gehrmann (1896‒1959), berichtet in seinen Kriegsaufzeichnungen, am 22. März 1945 sei ein Jagdbomber abgeschossen worden und „diesseits des ,Zuckerbuckel‘“ niedergegangen (am Ende des Weges von Baumberg zum Knipprather Wald, der heutigen Sandstraße).

Bei Abbrucharbeiten im Schulzentrum Lottenstraße wurden im November 2019 Überreste eines abgeschossenen deutschen Kampfflugzeugs gefunden, darunter Fragmente von Motor und Getriebe, eines Propellers und des bordeigenen Maschinengewehrs. Ob das Flugzeug versehentlich von deutscher Flak getroffen wurde oder beim Luftkampf von einem alliierten Flugzeug, ist nicht bekannt.

Flak-Querschläger waren bei Luftalarm eine zusätzliche Gefahr für die Bevölkerung, wie folgender Fall aus Baumberg zeigt. In der Nacht zum 1. September 1944 hielt sich ein 33-jähriger Anwohner trotz Luftalarm an der Hauptstraße im Freien auf. „Da ging ein Blindgänger der schweren Flak nieder und krepierte mitten auf der Straße einige Schritte von ihm entfernt“, berichtet Pfarrer Wilhelm Gehrmann in der Pfarrchronik. Der Mann erlag seinen schweren Verletzungen, er war der erste Baumberger Ziviltote.

Zuletzt geändert am 14. April 2020

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