Monheim-Lexikon: Zweiter Weltkrieg

Letzte Phase (2)

Mit der Eroberung der Brücke von Remagen am 7. März 1945 konnte die amerikanische Armee ihre Position im Rheinland weiter stärken. Ihre Truppen standen nun auch auf dem rechten Rheinufer. Der Vormarsch der 1. US-Armee vom Brückenkopf Remagen aus begann am 23. März. Schon seit dem 8. März hielt sie das linksrheinische Köln besetzt. Spätestens jetzt dürfte auch der Monheimer und Baumberger Bevölkerung klar geworden sein, dass der Krieg für Deutschland nicht mehr zu gewinnen war.

Noch aber dauerte die NS-Herrschaft fort. Am 29. März 1945 erließ der Düsseldorfer Gauleiter und Reichsverteidigungskommissar Friedrich Karl Florian einen [PDF]Räumungsbefehl an die Zivilbevölkerung, der auch für Monheim und Baumberg galt: „Die Weiterleitung nach Osten in innerdeutsche Gaue erfolgt in Trecks unter Führung der Partei und der Behörden. Die Wehrmacht, für die die Räumung durchgeführt wird, wird größtmögliche Hilfe leisten.“

Dem Räumungsbefehl angefügt war ein Aufruf, in dem es unter anderem hieß: „Dem Feinde darf nichts in die Hand fallen, was er zur Vernichtung des Volkes verwenden kann, weder Mensch noch Material.“ Das entsprach dem sogenannten Nero-Befehl, den Hitler zehn Tage zuvor, am 19. März 1945, erlassen hatte: „Alle militärischen, Verkehrs-, Nachrichten-, Industrie- und Versorgungsanlagen, […]  die sich der Feind für die Fortsetzung seines Kampfes […] nutzbar machen kann, sind zu zerstören.“

Florians Räumungsbefehl und Aufruf wurden in der Presse veröffentlicht, ob davon aber noch Exemplare nach Monheim und Baumberg gelangten, ist ungewiss („Zeitungen gab es nur hin und wieder, wenn jemand in Düsseldorf gewesen war“, hatte der Baumberger Pfarrer Gehrmann kurz zuvor notiert).

Der seit dem Verschwinden von Bürgermeister Josef Grütering verwaiste Chefposten im Monheimer Rathaus wurde am 2. April wieder besetzt. Der Landrat in Opladen setzte den kaufmännischen Leiter der Rhenania-Ossag, Franz Bambeck (1901–1987), als Amtsbeigeordneten ein.

Ihm oblag damit die Leitung der Verwaltung, die nur noch eingeschränkt arbeitsfähig war. Wegen des anhaltenden Artilleriebeschusses waren nur noch sechs Zimmer im Erdgeschoss an der Ostseite des Rathauses benutzbar.

Mit dem Einmarsch amerikanischer Einheiten am Montag, 16. April, ging der Zweite Weltkrieg für Monheim und Baumberg zu Ende, mit tragischem Verlauf in Baumberg. Pfarrer Gehrmann berichtet:

„Leider forderte dieser Tag noch 7 Menschenleben in unserm Ort. Nach Mitternacht hatte heftiges Schießen eingesetzt. Die deutsche Artillerie schoß auf die linke Rheinseite, und morgens um 7.30 und 8.30 Uhr erfolgten 2 starke Artilleriesalven der Amerikaner in unser Dorf hinein. Deren Opfer wurden: Lorenz Altenbach, Johanna Herberg, Elisabeth Kirberg, Heinrich Kirberg, Marlis Sassen, Josef Stüllenberg, Albert Warnke (aus Urdenbach). Daß die Zahl der Opfer so groß war, ist wohl darauf zurückzuführen, daß der Beschuß zu einer Zeit erfolgte, in der bisher nicht ins Dorf geschoßen wurde.“

Beim Einzug der Amerikaner kam es jedoch nicht mehr zu weiterem Blutvergießen. Von Hitdorf kommend, trafen Einheiten mit Panzerspähwagen gegen 15.20 Uhr in Monheim auf dem Alten Markt ein, Baumberg erreichten sie gegen 18 Uhr. Aus Baumstämmen und anderem Material errichtete Panzersperren waren in beiden Orten von Einheimischen rechtzeitig beseitigt worden.

Auf Angaben ungenannter Zeitzeugen beruft sich der ehemalige Stadtarchivar Horst Waldner (1925–2014) in seinem Buch „Aus Trümmern in die Freiheit“ (Verlag Jean König, Monheim am Rhein 1995, S. 15) bei folgenden Schilderungen:

„Am 15. April 1945 erhielten die Monheimer eine Sonderzuteilung von 40 Gramm Bohnenkaffee pro Person. Am 16. April gegen 14.15 Uhr wurden die ersten Amerikaner in Blee gesichtet. Von den Rheinwiesen her fielen einige Schüsse, dann wurden die wenigen deutschen Soldaten in die Gefangenschaft abgeführt. Nach Durchsuchung der Häuser setzten das 303. Infanterieregiment der 97. US-Division und die 13. US-Panzerdivision ihren Vormarsch auf Monheim fort. Hier war man noch mit dem Verteilen der Kaffee-Sonderration beschäftigt, als Gerüchte aufkamen: Panzer sollen auf dem Sandberg stehen und am Rathaus sei die weiße Fahne ausgehängt (so groß wie ein Taschentuch). Der Kaffee war fast ausgeteilt, als um 15.20 Uhr auf dem Alten Markt eine wilde Knallerei einsetzte. Der Platz stand voller Fahrzeuge und die amerikanischen Soldaten feuerten ziellos in die Luft. Bald zeigten sich auch hier weiße Fahnen.“

Zuletzt geändert am 8. Oktober 2020

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