Die Mack-Pyramide am östlichen Stadteingang erhält einen außergewöhnlichen Erweiterungsbau. Die Gesamtfertigstellung wird nach aktuellem Stand für Ende 2028 erwartet.
Mit der Mack-Pyramide an der Opladener Straße besitzt die Stadt einen architektonisch wie kulturell besonderen Ort. Doch die eher unscheinbare Außenansicht ließ den Bau von der Öffentlichkeit lange wenig beachtet zurück. Dabei liegt hier Potenzial für einen prägenden kulturellen Ort. Das preisgekrönte Gebäudeensemble wird daher aufgewertet und öffentlich zugänglich gemacht.
Auf die bestehende Pyramide wird eine zweite abstrahierte und gespiegelte Pyramide gesetzt, sodass die beiden Spitzen sich quasi in der Luft berühren. Dabei entsteht auf drei Etagen viel neuer Raum. Das Bauprojekt greift Ideen der internationalen ZERO-Bewegung auf. Durch die Einbindung brachliegender Gewerbeflächen wird zudem ein ansprechendes Umfeld für das Kunstwerk geschaffen (
Bebauungsplan 176M „Mack-Pyramide“). Gleichzeitig entsteht ein markanter Stadteingang an der Opladener Straße.
Die Mack-Pyramide wurde 1991 als Produktions- und Verwaltungsgebäude durch den Unternehmer Günter Beisel errichtet und sollte von Beginn an Kunst, Architektur und Arbeitswelt miteinander verbinden. Herzstück ist der sogenannte Mack-Raum, ein vollständig von dem Maler und Bildhauer Heinz Mack gestalteter Raum, der Materialien, Licht und Raumwirkung zu einem Gesamtkunstwerk vereint. Seit dem Ankauf durch die Stadt im Jahr 2019 und der Nutzung durch die Monheimer Kulturwerke bis 2025 entwickelte sich das Gebäude zunehmend zu einem Ort kultureller Begegnung.
Ursprünglich war geplant, in den neuen Ausstellungsflächen im Erweiterungsbau und der sanierten alten Pyramide zeitgenössische Kunst zugänglich zu machen und gleichzeitig Lager- und Ausstellungsflächen für private Kunstsammlungen und gemeinnützige Stiftungen bereitzustellen. Dazu sollten Büroflächen für die Kreativwirtschaft sowie eine Museumsgastronomie entstehen.
Nun wird ein Betreiber- und Nutzungskonzept erarbeitet, bei dem geprüft wird, wie die Mack-Pyramide künftig über einen eng begrenzten Kunstbetrieb hinaus für eine breitere gesellschaftliche Nutzung geöffnet werden kann.
Neben den sichtbaren Arbeiten auf der Baustelle laufen derzeit unter anderem Werk- und Montageplanungen, die Produktion von Bauteilen, Ausschreibungen sowie Planungen für die technische Gebäudeausrüstung und die Sanierung des Bestandsgebäudes. Bei den dortigen Rückbauarbeiten wurden zusätzliche Schäden und Sanierungsbedarfe festgestellt. Die Gesamtfertigstellung wird nach aktuellem Stand für Ende 2028 erwartet. Detaillierte Informationen zum aktuellen Sachstand wurden
in der Ratssitzung am 30. September 2026 vorgestellt.
Mit dem Erweiterungsbau wird der Entwurf „H EINS“ von Ruth Martin und Malte Grobenstieg umgesetzt, mit dem die Studierenden die Jury des Architekturwettbewerbs des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft überzeugen konnten. Die Pläne wurden bei einem Bürgerschaftsabend am 16. April 2024 vorgestellt. Den Bebauungsplan
hat der Rat am 9. Juli 2025 als Satzung beschlossen. Der Spatenstich
erfolgte Ende August 2025. Am 8. März 2026
wurde Richtfest gefeiert.
Die Art Hub Immobilienverwaltungsgesellschaft als 100-prozentige Tochtergesellschaft der Stadt hatte
am 31. März 2025 den Auftrag zur Errichtung des Erweiterungsbaus an die Firma Nüssli als Totalübernehmerin vergeben. Kalkuliert worden war zunächst mit rund 50 Millionen Euro für das Gesamtprojekt. Zusätzlicher Finanzbedarf entsteht nun unter anderem durch den höheren Sanierungsaufwand, Anforderungen an den Brandschutz und eine bislang nicht im Kostenrahmen berücksichtigte Technikzentrale. Für diese wird derzeit mit zusätzlichen Aufwendungen im mittleren siebenstelligen Bereich gerechnet.