Klimaschutzmanagement

2014 hat der Rat der Stadt Monheim am Rhein zusätzlich zur Verabschiedung des Klimaschutzkonzeptes die Einstellung eines Klimaschutzmanagers beschlossen.

Aufgaben des Klimaschutzmanagers:

  • die Koordinierung, Initiierung und hauptverantwortliche Umsetzung der Maßnahmen des integrierten Klimaschutzkonzeptes der Stadt Monheim am Rhein
  • Controlling der Klimaschutzmaßnahmen
  • Aufbau und Pflege von Akteursnetzwerken
  • Fortschreibung der CO2-Bilanz
  • Erfassung und Aufbereitung klimaschutzrelevanter Daten
  • Planung und Durchführung von themenbezogenen Aktionstagen, Wettbewerben oder Schulungen

Im Rahmen des Förderprogramms „Klimaschutzprojekte in sozialen, kulturellen und öffentlichen Einrichtungen“ wird die Stelle vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) mit 65 Prozent gefördert.


Integriertes Klimaschutzkonzept

In Kooperation mit dem Büro Infas Enermetic sowie verschiedener Akteure im Stadtgebiet sowie interessierter Bürger und Bürgerinnen hat die Stadt ein integriertes Klimaschutzkonzept entwickelt. Das Konzept wurde am 20. Februar 2014 vom Rat der Stadt Monheim am Rhein verabschiedet und ist seitdem der Fahrplan in Sachen Klimaschutz.

Das integrierte Klimaschutzkonzept bilanziert die Energieverbräuche und den CO2-Ausstoß für die Sektoren Wirtschaft, Private Haushalte, Verkehr und Kommune. Es beinhaltet knapp 40 Maßnahmen, die den Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid bis zum Jahr 2030 um 20 Prozent mindern sollen. Die Einzelprojekte zielen insbesondere darauf ab, den Anteil erneuerbarer Energien zu erhöhen, den Strom- und Wärmebedarf zu reduzieren, klimafreundliche Verkehrsmittel zu fördern und mit einer begleitenden Öffentlichkeitsarbeit die Menschen zu informieren und zu motivieren.

Die Maßnahmen wurden folgenden vier Handlungsfeldern zugeordnet:

  • Sanieren im Bestand zum Beispiel: Durchführung einer „Haus zu Haus Beratung“, Erstellung einer Übersicht über bestehende Beratungsangebote in Monheim am Rhein
  • Energieeffizienz und Erneuerbare Energien, zum Beispiel Bewerbung des Solarpotentialkatasters, Optimierung des Gebäudemanagements für öffentliche Gebäude
  • Verkehr und Mobilität zum Beispiel: Stärkung des ÖPNV, Entwicklung eines Konzeptes zur Förderung des Rad- und Fußverkehrs, Umbau der Straßenbeleuchtung auf LED und Ausbau des Smart-City-Projektes allgemein
  • Öffentlichkeitsarbeit zum Beispiel: Ausbau des Internetauftritts, regelmäßige Berichterstattung über die Projekte der einzelnen Handlungsfelder

Aus den in den Workshops entwickelten Projektideen wurden 37 TOP-Projekte ausgewählt. Diese Projekte haben besonders hohe Effekte im Hinblick auf die Zielsetzungen des Klimaschutzkonzeptes, das heißt, sie haben entweder selbst direkte Energie- und CO2-Einspareffekte oder sie schaffen die Voraussetzungen für die weitere Initiierung von Energieeinspar- und Effizienzmaßnahmen sowie zum Ausbau der erneuerbaren Energien und sie sind in einem kurz- bis mittelfristigen Zeitrahmen umsetzbar. Die TOP-Projekte wurden hinsichtlich der Kriterien Kosten/Nutzen, Umsetzbarkeit und Klimaschutzwirkung bewertet. Im Nachgang und in Abhängigkeit zu diesen bewerteten Kriterien wurde bezüglich der Umsetzungspriorität eine Gesamtbewertung erstellt.

Mit seinem integrierten Ansatz geht das Konzept über den Einflussbereich der Verwaltung hinaus und bezieht verschiedenste Akteure im Stadtgebiet mit ein. Die Umsetzung der Maßnahmen wird von der Stadtverwaltung koordiniert und überprüft. Hierfür wurde eigens eine neue Personalstelle für einen Klimaschutzmanager geschaffen, die zum 1. April 2015 besetzt wurde. Erste Maßnahmen wie die Förderung des Radverkehrs, Aktionstage zum Klimaschutz und Modernisierung der Straßenbeleuchtung wurden bereits vorher begonnen beziehungsweise durchgeführt.


Effiziente Energieversorgung mit modernster Gebäudetechnik in der Musik- und Kunstschule

Auch beim Bau der Kunst – und Musikschule wurden Klimaschutzgesichtspunkte berücksichtigt. Bei der Wärmeversorgung des Gebäudes kommt eine Gasabsorptionswärmepumpe zum Einsatz. Gegenüber der konventionellen Versorgung mittels eines Gaskessels ergeben sich CO2-Einsparungen von 25 Prozent.

Wie die mit Strom betriebenen Wärmepumpen nutzt eine Gasabsorptionswärmepumpe die Umgebungswärme aus der Außenluft, dem Erdreich oder Grundwasser zu Heizzwecken. Als Antriebsenergie wird jedoch statt Strom Erdgas benutzt. Der Einsatz von Erdgas ist weniger klimaschädlich als Strom, weil bei der Verbrennung einer kWh Erdgas wesentlich weniger CO2 entsteht als bei der Erzeugung einer kWh Strom im Kraftwerk.  Außerdem ist die Installation einer Photovoltaikanlage auf dem Dach des Gebäudes vorgesehen.


Moderne LED-Technik hilft beim Sparen

Im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Umwelt (BMU) setzt die Stadt Monheim am Rhein stromsparende Klimaschutztechnologien ein.

Das BMU bezuschusst Projekte für den Kommunalen Klimaschutz mit 20 Prozent der Bausumme, wenn die Leuchten mehr als 70 Prozent Energie einsparen. Deshalb werden nur alte Kugelleuchten (70 Watt NAH) gegen neue LED-Technik (18 bis 34 Watt) ausgetauscht. Im Vergleich zu Natriumdampflampen (Warmlicht), die den Großteil der Straßenlaternen in Monheim am Rhein ausmachen, haben die LED-Leuchtdioden neben den Einsparungen beim Stromverbrauch viele weitere Vorteile. Insbesondere die Farbwiedergaben bei 4000 Kelvin/Taglicht sind deutlich verbessert.

2015 107 Kugelleuchten ausgetauscht, Ersparnis von 224 Tonnen CO2 auf zehn Jahre und 19.200 KW/h pro Jahr, Zuschuss 10.500 Euro

2016 150 Kugelleuchten ausgetauscht, Ersparnis von 315 Tonnen CO2 auf zehn Jahre und 27.000 KW/h pro Jahr, Zuschuss 12.000 Euro [PDF]Zertifikat

2017 133 Kugelleuchten ausgetauscht, Ersparnis von 281 Tonnen CO2 auf zehn Jahre und 24.100 KW/h pro Jahr, Zuschuss 12.500 Euro [PDF]Zertifikat

2018 341 Kugel- und Pilzleuchten, nun auch noch mit Nachtabsenkungen, ausgetauscht, Ersparnis von 815 Tonnen CO2 auf zehn Jahre und 68.000 KW/h pro Jahr, Zuschuss 33.120 Euro [PDF]Zertifikat

2019 500 Kugel- und Pilzleuchten ausgetauscht, Ersparnis von 1113 Tonnen CO2 auf zehn Jahre und 94.100 KW/h pro Jahr, Zuschuss 73.514 Euro
Darüber hinaus wurden weitere 250 LED-Laternen umgebaut.

2020 rund 600 Kugel- und Pilzleuchten sollen ausgetauscht werden, Beginn der stadtweiten digitalen Steuerung der Lichtanlage wird geplant

2021 rund 500 Kugel- und Pilzleuchten sollen ausgetauscht werden. Der Umbau auf LED ist dann im Stadtgebiet abgeschlossen.

Die BMU-Projekte addieren sich auf 731 Leuchten, die mit 20 Zuschussanteil ausgetauscht wurden. Inklusive Nebenkosten wurden über 0,5 Mio Euro in die Modernisierung investiert. Darüber hinaus hat die Stadt weitere rund 350 LED-Systeme eingebaut, die zwischen 50 bis 60 Prozent Energie einsparen. Wenn alle rund 5000 Lichtpunkte im Stadtgebiet bis 2020 umgebaut sind, werden hier bis zu 2 Millionen Euro in Infrastruktur verbaut worden sein. Nicht zuletzt werden auch Umbauarbeiten im Projekt Smart City getätigt, um eine intelligente Lichtsteuerung in Zukunft zu ermöglichen. Auch hier gibt es Synergien im Bereich Klimaschutz.

Die LED-Leuchten können problemlos nachgerüstet und ungefährlich entsorgt werden. Sie bestehen aus schadstofffreien Materialien. Durch die Umstellung ergibt sich eine jährliche Stromersparnis von 19.000 Kilowattstunden bei der Straßenbeleuchtung. Das entspricht in etwa dem Verbrauchswert von fünf privaten Haushalten. Auf die komplette Lebensdauer der verbauten 107 LED-Leuchten und auf zehn Jahre hochgerechnet sind das 224 Tonnen CO2-Ersparnis.

Kontakt

Georg Kruhl
Georg Kruhl

Rathaus, Raum 264

Telefon:
02173 951-616
Telefax:
02173 951-25-616
E-Mail:
gkruhldo not copy and be happy@monheimdot or no dot.de

Links

[PDF]Beauftragung „Beratung zu Solarstrom“

Ein möglichst sparsamer Energieverbrauch senkt Kosten und dient dem Klimaschutz. Information und Beratung gibt es bei der [extern]MEGA.

Das Bundesumweltministerium hat eine [extern]Klimaschutzinitiative gestartet.

„Klimaschutz made in NRW“ ist die Leitlinie der [extern]EnergieAgentur.NRW, die im Auftrag der Landesregierung tätig ist.

Der [extern]KlimaScout bietet praktische Ratschläge zum Schutz vor den Auswirkungen des Klimawandels.

Das [extern]Klima-Bündnis ist ein europäisches Netzwerk von Kommunen, die sich verpflichtet haben, das Weltklima zu schützen.

Das deutschlandweite [extern]Klimafolgen-Portal soll Nutzern vom Forstwirt bis zum Baudezernenten verwertbare Informationen an die Hand geben. 

[extern]www.ptj.de/klimaschutzinitiative-kommunen

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