Tausende verfolgten die Präsentation der Wahlergebnisse aus dem Rathaus live im Videostream

Tausende verfolgten die Präsentation der Wahlergebnisse aus dem Rathaus live im Videostream

Blick in den Regieraum über dem Monheimer Ratssaal. Moderator Hans-Peter Anstatt im Gespräch mit einem Mitarbeiter des Kölner Streaming-Dienstleister G&L, mit dem die Stadt bei ihren Rats-TV-Übertragungen seit gut zwei Jahren erfolgreich zusammenarbeitet. Foto: Thomas Spekowius

Zum ersten Mal nutzte die Stadt Monheim am Rhein an diesem Wahl-Sonntag ihre 2018 eingeführte Rats-TV-Technik, um die Präsentation der Kommunalwahl-Ergebnisse aus dem Ratssaal live über ihre Internetseite zu streamen.

Dabei war auch für Moderator Hans-Peter Anstatt vieles neu. Neben der ungewohnten Rolle, vor einem unsichtbaren Publikum zu agieren, kam auch die inzwischen kreisweit einheitlich eingesetzte Wahlpräsentationssoftware erstmals bei einer Kommunalwahl zum Einsatz. Und: Der inzwischen pensionierte und reichlich wahlerfahrene Verwaltungsmann musste im Ratssaal zum ersten Mal fast vor einer Geisterkulisse agieren, aus der heraus es demzufolge kaum Reaktionen und Emotionen gab – ein Novum. Der Blick auf die beschränkte Zahl an zugelassenen Personen im Ratssaal und eben genau die Möglichkeit, den Livestream nutzen zu können, hatte offenbar viele interessierte Bürgerinnen und Bürger diesmal davon abgehalten, persönlich ins Rathaus zu kommen, um den Ausgang der Wahl in großer Gesellschaft zu verfolgen. Dort, wo sich bei zahlreichen vorausgegangenen Kommunalwahen noch hunderte Menschen dicht an dicht gedrängt hatten, verlor sich diesmal gerade eine gute Handvoll Interessierter.

Doch die Kulisse täuschte. Noch nie zuvor haben mehr Menschen die Präsentation der Wahlentscheidungen live verfolgt. Denn die Zugriffszahlen auf den städtisch bereitgestellten Stream explodierten regelrecht. Ab 18 Uhr waren regelmäßig deutlich über 1.000 Geräte gleichzeitig zugeschaltet, vor denen in den meisten Fällen weit mehr als nur eine Person gespannt gesessen haben dürfte. Insgesamt schalteten sich im Verlauf der Übertragung aus dem Rathaus 3.638 verschiedene Geräte auf den Stream. Viele Monheimerinnen und Monheimer verfolgten das Wahlgeschehen sogar offenbar sogar aus dem Urlaub, von dienstlichen Einsätzen oder einer neuen Heimat im Ausland mit. So wählten sich unter anderem 18 Geräte aus den Niederlanden, zehn aus Österreich, neun aus der Türkei und sogar vereinzelt aus Übersee wie den USA, Kanada und sogar Australien zu, um Demokratie auch aus der Ferne live erleben zu können, ohne dabei selbst vor Ort zu sein. (ts)

Alle detaillierten Ergebnisse gibt es [intern]hier.

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