Ein Abendessen in der Altstadt, ein Einkaufsbummel, eine Stadtführung, ein Veranstaltungsbesuch oder eine Übernachtung im Hotel: Was Gäste in Monheim am Rhein unternehmen, sorgt nicht nur für Leben in der Stadt, sondern ist mittlerweile auch ein erheblicher Wirtschaftsfaktor. Insgesamt 50,6 Millionen Euro Umsatz haben Tages- und Übernachtungsgäste allein im Jahr 2024 in Monheim am Rhein generiert. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr (dwif) in München. Das Institut ermittelt den Wirtschaftsfaktor Tourismus nach einer bundesweit auch für zahlreiche andere Städte und Regionen eingesetzten Methodik.
Besonders groß ist die wirtschaftliche Bedeutung der zahlreichen Tagesgäste. Rund 1,2 Millionen Tagesreisen nach Monheim am Rhein hat das dwif für 2024 ermittelt. Im Durchschnitt geben die Gäste dabei 27,20 Euro pro Kopf aus – zusammen sind das 32,6 Millionen Euro. „Wenn Menschen von außerhalb nach Monheim am Rhein kommen, gehen sie essen, shoppen, machen eine Stadtführung oder besuchen eine Veranstaltung. Dabei geben sie im Schnitt 27,20 Euro pro Kopf aus“, erläutert Carolin Wulke, Teamleiterin Tourismusmanagement bei der Stadt.
Weitere 18 Millionen Euro Umsatz gehen auf Übernachtungsgäste zurück. Über alle Übernachtungsarten hinweg liegen deren durchschnittliche Ausgaben bei 121,60 Euro pro Übernachtung. Einen großen Anteil machen auch weiterhin Geschäftsreisende aus. Doch auch als Ziel für einen privaten Kurzaufenthalt hat Monheim am Rhein an Bedeutung gewonnen. „Kurzreisen und Wochenendtrips sind bei den Deutschen wieder beliebter geworden und Monheim ist für dieses Segment ein ideales Ziel. Auch viele Niederländer kommen übers Wochenende gerne zu uns“, sagt Jan Lohrum vom Hotel und Restaurant Zum Vater Rhein.
Das Geld, das die Gäste in Monheim am Rhein ausgeben, kommt dabei ganz unterschiedlichen Unternehmen zugute. Mit 25,7 Millionen Euro entfällt gut die Hälfte des gesamten touristischen Umsatzes auf das Gastgewerbe. Der Einzelhandel profitiert mit 16,3 Millionen Euro, weitere 8,6 Millionen Euro fließen in Dienstleistungen. Insgesamt errechnet das dwif aus dem Tourismus eine Wertschöpfung von 23,2 Millionen Euro.
Dass Gäste von außerhalb längst auch im Monheimer Einzelhandel spürbar sind, erlebt Linda Rossbach in ihrer Bücherstube. „Wir haben viele Neukunden, sie sind begeistert von der Buchhandlung und insgesamt von der Stadt. Sie nehmen Monheim als wunderbar ungewöhnlichen Ort wahr, fühlen sich hier geborgen und kommen gerne wieder. Es ist wirklich so, dass sich das Bild von Monheim dramatisch zum Positiven verändert hat und in diesem Bemühen dürfen wir nicht nachlassen“, sagt Rossbach.
Für Julian Brigmann, den Leiter der Abteilung Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing, zeigen die Ergebnisse deshalb auch, dass sich touristisches Engagement nicht allein an Besuchszahlen messen lässt. „Monheim am Rhein ist ein extrem attraktiver freizeittouristischer Standort, das wird uns von sehr vielen Gästen gespiegelt. Hier gilt es, das bisherige Engagement im Stadtmarketing zukunftsfähig fortzusetzen, um Einheimischen, Gästen und Arbeitnehmenden ein tolles Erlebnis bieten zu können.“
Denn attraktive Freizeit-, Kultur-, Gastronomie- und Einkaufsangebote richten sich nicht nur an Menschen, die von außerhalb nach Monheim am Rhein kommen. Sie erhöhen zugleich die Angebotsvielfalt und Lebensqualität für die Menschen, die hier wohnen. Zusätzliche Gäste helfen wiederum dabei, diese Angebote wirtschaftlich zu stärken und dauerhaft zu erhalten. Genau diese Wechselwirkung erlebt auch Pascal Lütz vom Zollhäuschen in der Monheimer Altstadt: „Unsere Einheimischen sind das Herz und die Basis einer lebendigen Altstadt. Gleichzeitig helfen uns die vielen Gäste von außerhalb dabei, die Vielfalt an Veranstaltungen, Gastronomie und Angeboten langfristig zu erhalten und Monheim gemeinsam noch attraktiver zu machen.“
Weiteres Wachstum
Und die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus dürfte seit dem Untersuchungsjahr 2024 sogar schon wieder deutlich gewachsen sein. Die Zahl der gewerblichen Übernachtungen einschließlich Touristikcamping stieg von 94.441 im Jahr 2024 auf 121.861 im Jahr 2025 – ein Plus von rund 29 Prozent. Auch bei den Tagesreisen weist das dwif für 2025 eine steigende Entwicklung aus.
„Die Zahlen zeigen sehr deutlich, dass Tourismus eben nicht nur den Menschen etwas bringt, die uns besuchen“, sagt Wulke. „Von attraktiven Angeboten profitieren die Monheimerinnen und Monheimer genauso – und jeder zusätzliche Gast bringt zugleich Vielfalt, Kaufkraft und Lebensqualität in unsere Stadt.“
Mit der Wiedereröffnung des Mona Mare in diesem Herbst und insbesondere der Anfang September bereits erfolgten Eröffnung der Kulturraffinerie K714 als hochmoderner und multifunktionaler Mehrspartenhalle entstehen weitere starke Besuchsanlässe. Auch das dwif geht davon aus, dass sich beide Angebote sehr positiv auf den Tourismus auswirken werden. Mit zahlreichen Veranstaltungen und künftig auch überregionalem Publikum ist deshalb davon auszugehen, dass die Besuchs- und Übernachtungszahlen in Monheim am Rhein perspektivisch noch weiter steigen werden.
Infos zur Studie
Die Studie „Wirtschaftsfaktor Tourismus für Monheim am Rhein 2024“ wurde im Auftrag der städtischen Abteilung Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing vom dwif in München erstellt. Das Institut ermittelt die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus nach einer bundesweit für zahlreiche Städte und Regionen eingesetzten Methodik. In die Berechnungen fließen unter anderem amtliche Statistiken, Daten zum Ausgabeverhalten von Tages- und Übernachtungsgästen sowie weitere regionale und überregionale Datenquellen ein. (ts)


