Der Rhein lädt zum Spazierengehen, Radfahren und Verweilen ein. Doch so idyllisch der Fluss auch aussieht, so gefährlich kann er werden. Um die Menschen für die oft unterschätzten Risiken zu sensibilisieren, stellt die Stadt Monheim am Rhein in den kommenden Wochen 19 Hinweisschilder entlang des Rheinufers auf. Sie sind Teil einer umfassenden Aufklärungskampagne, mit der die Stadt gemeinsam mit der Monheimer Feuerwehr und der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), Ortsgruppe Monheim am Rhein, auf die lebensgefährlichen Risiken aufmerksam macht.
Die neuen Schilder warnen direkt dort, wo Menschen dem Wasser nahekommen. Gleichzeitig führen sie zu einer eigens eingerichteten Informationsseite auf der städtischen Website. Dort werden die Gefahren ausführlich und in mehreren Sprachen erklärt. So sollen möglichst viele Menschen erreicht werden – unabhängig davon, ob sie in Monheim am Rhein leben oder die Stadt besuchen und welche Sprache sie sprechen.
„Der Rhein gehört zu unserer Stadt und ist für viele Menschen ein beliebter Ort, um Zeit im Freien zu verbringen. Aber wir dürfen nicht vergessen, welche Gefahren in diesem Fluss lauern“, betont Bürgermeisterin Sonja Wienecke. „Mit den neuen Hinweisschildern möchten wir die Menschen genau dort erreichen, wo sie dem Wasser nahekommen. Uns geht es darum aufzuklären. Denn wer die Gefahren kennt, kann sich und andere besser schützen. Im besten Fall können wir so Leben retten.“
Strömungen und Strudel sind oft nicht zu erkennen
Besonders tückisch ist, dass der Rhein an vielen Stellen ruhig und harmlos wirkt. Doch schon wenige Schritte ins Wasser können ausreichen, um den sicheren Stand zu verlieren. Starke Strömungen, Strudel und Wirbel sind von außen oft nicht zu erkennen. Hinzu kommen die Sogwirkungen vorbeifahrender Schiffe, plötzlich abfallende Wassertiefen und Hindernisse unter der Wasseroberfläche. Selbst erfahrene Schwimmerinnen und Schwimmer können dadurch in lebensgefährliche Situationen geraten.
Auch bei Niedrigwasser ist der Rhein kein sicheres Badegewässer. Im Gegenteil, je niedriger das Wasser, desto näher rückt das Ufer an die gefährliche Fahrrinne der Schiffe heran. Freiliegende Sandflächen und flache Uferbereiche können dazu verleiten, ins Wasser zu gehen. Doch die Strömung bleibt gefährlich. Besonders Kinder können die Risiken nicht einschätzen und sollten deshalb auch in vermeintlich flachen Uferbereichen nicht im Wasser spielen oder planschen.
Mit den Hinweisschildern erweitert die Stadt ihre bereits gestartete Aufklärungsoffensive. In Zusammenarbeit mit der Feuerwehr und der DLRG Monheim am Rhein wurde zuvor eine Social-Media-Kampagne entwickelt. Unter dem Motto „Ein Schritt zu weit kann der letzte sein“ verdeutlichen Videos, wie schnell aus einem vermeintlich harmlosen Aufenthalt am Wasser eine lebensbedrohliche Situation werden kann. Ergänzt wird die Kampagne durch die Informationsseite unter
www.monheim.de/sicheramrhein. Dort erfahren Interessierte, warum das Baden im Rhein so gefährlich ist und wie sie sich im Notfall richtig verhalten. Die Informationen stehen auf Deutsch, Englisch, Türkisch, Arabisch und Ukrainisch zur Verfügung.
Schwimmenlernen als weiterer Baustein der Prävention
Künftig soll auf der städtischen Website auch das Thema Schwimmenlernen stärker in den Mittelpunkt rücken. Denn neben dem Wissen um die Gefahren von Gewässern ist die Fähigkeit, sicher schwimmen zu können, ein wichtiger Bestandteil der Prävention. Entsprechende Informationen und Angebote sollen deshalb stärker sichtbar gemacht werden.
Die wichtigste Botschaft der Kampagne bleibt dabei eindeutig: Der Rhein ist kein Badegewässer. Auch wer gut schwimmen kann, sollte nicht ins Wasser gehen. Wer einen Notfall beobachtet, sollte umgehend die 112 wählen und sich bei einem Rettungsversuch nicht selbst in Gefahr bringen. (tb)


