Leverkusen und Monheim am Rhein wollen ihre Städte nachhaltig elektrisieren

An der Stadtgrenze stellen beide Kommunen jetzt ihre gemeinsamen Ideen für den Betrieb mehrerer Windkraftanlagen vor

Thomas Eimermacher, kaufmännischer Geschäftsführer der EVL, (v.l.n.r.), Dr. Ulrik Dietzler, Technischer Geschäftsführer der EVL, Daniel Zimmermann, Bürgermeister der Stadt Monheim am Rhein, Uwe Richrath, Oberbürgermeister der Stadt Leverkusen, und Dr. Christan Reuber, Geschäftsführer der MEGA, wollen Leverkusen und Monheim am Rhein gemeinsam nachhaltig elektrisieren. Foto: Thomas Spekowius

In Monheim am Rhein hat die Stadt sechs Potenzialstandorte für Windkraftanlagen ausgemacht – die meisten davon entlang der A59. Standorte auf Leverkusener Stadtgebiet befinden sich derzeit in Prüfung. Grafik: Urban Media Project

Ein interkommunaler Windpark mit hochmodernen Windkraftanlagen entlang der Stadtgrenze Leverkusen und Monheim am Rhein soll künftig dazu beitragen, die Energieversorgung und die wirtschaftliche Stabilität beider Städte zu sichern.

Im Vorgriff auf noch ausstehende Prüfungen und politische Beschlüsse haben Leverkusens Oberbürgermeister Uwe Richrath und Monheims Bürgermeister Daniel Zimmermann bei einem Vororttermin am 11. August gemeinsam mit Vertretern ihrer Energieversorgungsunternehmen EVL und MEGA mögliche gemeinsame Windrad-Standorte sowie den weiteren Projektablauf vorgestellt. Beide Stadtoberhäupter betonten zudem, dass der Realisierungsphase neben der Beteiligung der politischen Gremien auch noch eine umfassende Kampagne zur Information und Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger vorgeschaltet ist.

Das Besondere des interkommunalen Projektes liegt nicht nur in der Zusammenarbeit und der Tatsache, dass beide Städte die Windenergieanlagen über Tochtergesellschaften künftig direkt vor Ort selbst betreiben wollen, sondern vor allem auch darin, dass die Anlagen in einem Ballungsraum geplant sind, indem nicht nur von vielen energiehungrigen Betrieben erfolgreich gewirtschaftet wird, sondern in dem auch viele Menschen leben, die direkt vor Ort sauber erzeugte Energie benötigen.

Windpark soll Leverkusen und Monheim am Rhein energiesicherer machen

Mit dem gemeinsamen Vorhaben und einem Bündnis, das auch für andere Nachbarkommunen noch offensteht, wollen beide Städte einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Klimaneutralität machen, den sie sich für die Jahre 2033 (Leverkusen) und 2035 (Monheim am Rhein) zum Ziel gesetzt haben. Beide Städte wollen sich unabhängiger von teuren Energieimporten machen, die Mobilität und den Betrieb von Wärmepumpen selbst elektrisieren und ihre heimischen Wirtschaftsunternehmen stärken. In beiden Städten stehen dafür auch noch wichtige politische Beschlüsse an. Intensiv geprüft wurde jetzt jedoch bereits die grundsätzliche Machbarkeit, auf deren Basis nun entschieden werden kann.

„Eine stabile Energieversorgung ist einer der entscheidenden Faktoren für Lebensqualität, Sicherheit und Gestaltungsspielraum einer Stadt. Zugleich sichert Energie den Wirtschaftsstandort Deutschland und – was mich als Oberbürgermeister eines international bekannten Industriestandortes besonders beschäftigt – auch unsere heimischen Unternehmen. Das Ziel, den nötigen Energiebedarf zu decken und gleichzeitig Klimaschutz und Klimaneutralität voranzutreiben, lässt sich letztlich nur durch die Erzeugung und Nutzung von regenerativen Energien erreichen“, so Leverkusens Oberbürgermeister Uwe Richrath. „Die Stadtverwaltung Leverkusen hat daher einen Grundsatzbeschluss zur Nutzung erneuerbarer Energien vorbereitet, über den der Rat der Stadt Leverkusen am 21. August entscheiden wird. Dieser sieht vor, in Leverkusen den Einsatz von Photovoltaik und Windenergie zur Gewinnung von Strom aus regenerativen Quellen nachhaltig zu forcieren. Ein gemeinsamer Windpark ist die Chance, die Städte Monheim am Rhein und Leverkusen ein Stück weit energiesicherer zu machen.“

Die Stärken der Zusammenarbeit hob auch Bürgermeister Daniel Zimmermann hervor und unterstrich zudem: „Die Notwendigkeit für eine Energiewende wird uns in den Nachrichten täglich vor Augen geführt. Dabei hilft es nicht, sich nur auf andere zu verlassen. Wir müssen als Städte auch direkt bei uns vor Ort handeln und den Wechsel auf saubere Energie im lokalen Bereich entscheidend vorantreiben.“ Deshalb habe die Stadt Monheim am Rhein ein Klimaschutzkonzept und beschreite gemeinsam mit der MEGA zahlreiche neue Wege. Zimmermann: „Wir setzen auf Ökostrom und elektrisierte Busse, planen bereits eine Wasserstoff-Flotte, bieten unseren Bürgerinnen und Bürgern kostenlosen ÖPNV an und bauen unser Fahrrad-Infrastruktur massiv aus. Und wir haben allein auf Monheimer Stadtgebiet gleich sechs Potenzialstandorte für Windkraftanlagen ausgemacht, die wir allein oder noch besser im Verbund mit unseren Nachbarstädten gerne realisieren und betreiben möchten – die meisten davon entlang der A59.“

2026 könnte sich das erste Windrad drehen

Das erste gemeinsame Windrad an der Monheim-Leverkusener Stadtgrenze könnte bereits Mitte 2026 in Betrieb genommen werden. Vorher wird das Projekt jedoch noch ein europaweites Ausschreibungsverfahren sowie das gesetzliche Genehmigungsverfahren nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz zu durchlaufen haben. Beim Vororttermin machten beide Stadtoberhäupter keinen Hehl daraus, dass die teilweise bis zu rund 240 Meter hohen Anlagen auch im Umland deutlich zu sehen sein werden. Geplant sind sie jedoch ausschließlich dort, wo bereits heute große Infrastrukturen wie Autobahn- und Stromtrassen existieren.

Auch in Monheim am Rhein steht der nächste Projektschritt bereits fest. Am Dienstag, 22. August, lädt Bürgermeister Daniel Zimmermann alle Bürgerinnen und Bürger seiner Stadt ab 18 Uhr zu einem Informationsabend in die Aula am Berliner Ring ein, um die Projektidee dort gemeinsam mit den Experten der MEGA und auch der EVL ausführlich vorzustellen. Hierzu wird es auch nochmal eine gesonderte Einladung in alle Monheimer Haushalte geben. Der erste öffentliche Schritt wurde nun bewusst gemeinsam im Verbund zweier Städte getan – weil der globale Klimaschutz keine Landes- und auch keine Stadtgrenzen kennt. (ts)

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