Der Monheimer Martinsmarkt wird nun doch stattfinden. Gemeinsam mit zahlreichen Unternehmen, Vereinen, Institutionen sowie engagierten Bürgerinnen und Bürgern hat die Stadt für den 8. November eine kostenneutrale Lösung entwickelt. Diese macht es möglich, dass der beliebte Markt, wieder begleitet von einem Verkaufsoffenen Sonntag, trotz der Haushaltssperre veranstaltet werden kann. Der Martinsmarkt war zunächst wegen der notwendigen Sparauflagen abgesagt worden.
Die durch die Kämmerin infolge von erheblichen Einbrüchen bei der Gewerbesteuer verhängte Haushaltssperre hatte eine Organisation des Martinsmarkts in der bisherigen Form unmöglich werden lassen. Gleichzeitig wurde in der anschließenden Debatte über die zunächst erfolgte Absage jedoch deutlich, wie groß der Wunsch in der Monheimer Stadtgesellschaft ist, den traditionellen Markt zumindest in einer reduzierten Variante zu erhalten. Zahlreiche Unternehmen, Handwerksbetriebe, Vereine, Institutionen und Privatpersonen signalisierten ihre Bereitschaft, die Veranstaltung mit Dienstleistungen, Sachleistungen, finanzieller Unterstützung oder ehrenamtlichem Engagement in wohl tatsächlich einmaliger Form zu unterstützen.
Positive Signale
Diese Hilfsbereitschaft hat die Stadt Monheim am Rhein in den zurückliegenden Wochen aufgegriffen und gebündelt. „Nach der durch die weggebrochenen Finanzmittel zunächst zwingend notwendig gewordenen Absage des Markes, haben wir im Rathaus sofort die Köpfe zusammengesteckt, um zu schauen, was sich unter den neuen Rahmenbedingungen vielleicht noch retten lässt“, erläutern Sina Schmidbauer und Marc Packeisen, die bei der Stadt Orga-Duo für den Martinsmarkt bilden. „Dabei haben uns die positiven Signale aus der Händlerschaft und Bürgerschaft natürlich gefreut.“ Bei einem gut besuchten Treffen im Monheimer Rathaus brachten sie die verschiedenen Akteurinnen und Akteure schließlich zusammen, um gemeinsam auszuloten, unter welchen Voraussetzungen der Martinsmarkt trotz der schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen doch noch realisiert werden könnte. Die zahlreichen Unterstützungsangebote wurden vom Team des Stadtmarketings anschließend konkretisiert, erste Aufgaben koordiniert und gemeinsam mit den Beteiligten die organisatorischen Voraussetzungen für eine Umsetzung geschaffen, die nun allein durch Sponsoring und Spenden finanziert wird.
„Die große Hilfsbereitschaft und das außergewöhnliche Engagement beeindrucken mich. Der Impuls kam von einer Geschäftsfrau in der Bürgersprechstunde des Rates. Es hat nicht lange gedauert und viele Unternehmen, Vereine, Institutionen und engagierte Bürgerinnen und Bürger haben Verantwortung übernommen. Alle zeigen, wie wichtig ihnen der Martinsmarkt ist. Gemeinsam mit der Verwaltung ist nun eine Lösung gefunden, die den städtischen Haushalt nicht zusätzlich belastet. Die Notwendigkeit zu sparen bedeutet bei einem solch großen Zusammenhalt nicht zwingend Verzicht. Ich danke allen Beteiligten ganz herzlich“, sagt die parteiunabhängige Bürgermeisterin Sonja Wienecke. Auch städtische Bedienstete werden dabei am Veranstaltungstag viele außergewöhnliche Aufgaben wahrnehmen und aktiv helfen.
Kompakt und stimmungsvoll
Der Monheimer Martinsmarkt wird in diesem Jahr in einem kompakteren Format stattfinden. Die prägenden Elemente bleiben dennoch erhalten: Geplant sind wieder ein Kreativmarkt, Street-Food-Angebote, ein reduziertes Bühnenprogramm sowie zahlreiche Angebote rund um St. Martin. Die Veranstaltungsfläche wird gegenüber den Vorjahren verkleinert und konzentriert sich auf die Alte Schulstraße bis zum Gesundheitscampus, die Krischerstraße bis zur Mittelstraße, den Rathausplatz, den Eierplatz und den Ingeborg-Friebe-Platz. Nach derzeitigem Planungsstand können rund 60 Standplätze vergeben werden. Die Stadt Monheim am Rhein bleibt Veranstalterin. Die organisatorische Umsetzung erfolgt weiterhin durch das Stadtmarketing und wird durch das Team der Monheimer Einkaufszentren unterstützt.
Die weiteren Vorbereitungen laufen. In den kommenden Wochen wird die Stadt fortlaufend über den aktuellen Planungsstand informieren und dabei, losgelöst von zahlreichen Kräften, die teilweise bewusst im Hintergrund bleiben wollen, auch einzelne Menschen, Unternehmen und Institutionen vorstellen, die mit ihrem Engagement entscheidend dazu beitragen, den Monheimer Martinsmarkt in diesem Jahr möglich zu machen. Dabei werden teilweise Dienstleistungen im Wert von mehreren tausend Euro komplett unentgeltlich erbracht. Die spontanen Zusagen sind beeindruckend, gelten aber in den entscheidenden Fällen auch ganz ausdrücklich als einmalige Unterstützung, die der besonderen Not und der geforderten Spontanität geschuldet ist.
Es ist die bereite Hilfsbereitschaft in Summe, die die Durchführung des Martinsmarkts trotz der angespannten Haushaltslage ermöglicht und die zugleich den hohen Stellenwert der Veranstaltung für Monheim am Rhein zeigt. (ts)


