Die Städtepartnerschaft zwischen Monheim am Rhein und Ataşehir – einem Stadtbezirk von Istanbul – verbindet die Menschen nicht nur auf politischer Ebene, wie bei dem Austausch der Jugendparlamente. Auch in der kulturellen Bildungsarbeit besteht zwischen der Kunstschule Monheim am Rhein und der „Kunst- und Designschule Monheim“ im türkischen Ataşehir seit Jahren ein Austausch und eine verbindende Freundschaft. Hier wie dort erleben Kinder und Jugendliche in Workshops, die von Künstlerinnen und Künstlern konzipiert und begleitet werden, was Kunst vermag: Grenzen zu überwinden, eine eigene Idee nach außen strahlen zu lassen und sich im gemeinsamen Gestalten mit anderen Menschen zu verbinden – auch, wenn diese nicht die eigene Sprache sprechen.
Einer dieser Workshops wurde jetzt erfolgreich abgeschlossen: „Wir hatten in diesem Jahr das Glück, dass der international arbeitende Lichtkünstler Jan-Philip Scheibe einen Workshop für die türkischen Jugendlichen durchführen konnte, den er zuvor auch mit Monheimer Jugendlichen abgeschlossen hatte. Die Begeisterung auf beiden Seiten war groß“, berichtet die Programmleiterin Brigitte Schörmann, die das Projekt in Kooperation mit ihrer türkischen Kollegin Sena Oztürk begleitet hat.
Das Projekt trägt den Titel „Irrlichter“ (türkisch: dolaşan ışık). Aus Pappen wurden Motiv-Leuchtkästen gebaut, die mit mehrfarbig leuchtenden LED-Bändern bestückt und mit fluoreszierender Folie beklebt wurden. An einem Holzstiel befestigt und mit einer tragbaren Batterie und einer Fernbedienung ausgestattet, konnten die Jugendlichen ihre Lichtobjekte in einer Performance in der Stadt präsentieren. Als es dunkel wurde, erstrahlte die bunte Lichtkunst an verschneiten Orten im Zentrum Ataşehirs und wurde so Teil einer Prozession, die insgesamt mehr als 2000 km und sieben Ländergrenzen überwand.
Künstler Jan-Philip Scheibe betont Gemeinsamkeiten der Jugendlichen
„Ich habe schon an vielen Orten dieser Welt Workshops für Jugendliche gegeben: in Finnland, in Schweden, in Deutschland“, berichtet Jan-Philip Scheibe. „Was mir auffällt, ist, dass es gar keinen großen Unterschied macht, ob ich mit finnischen oder türkischen Jugendlichen künstlerisch arbeite. Uns alle verbindet etwas, was man auf den ersten Blick vielleicht nicht sieht, was die Kunst aber sichtbar machen kann.“
Das Team beider Kunstschulen freut sich auf weitere Projekte, um die langjährigen Beziehungen zu stärken und das Miteinander im Sinne der Menschen beider Städte zu fördern: „Inzwischen verbinden uns viele Jahre der Freundschaft und gemeinsam durchgeführter Projekte, bei denen wir immer wieder erleben konnten, wie wichtig der kulturelle Austausch ist, um in einer immer komplexer werdenden Welt die Vielfalt der Kulturen wertzuschätzen und zu feiern“, so Katharina Braun, Leiterin der Kunstschule Monheim am Rhein. (at)


