Stadt stellt zwei Varianten für Marina im Greisbachsee vor

Bürgerinnen und Bürger können sich bis zum 14. November mit Ideen zum geplanten Sporthafen einbringen

Ein Sporthafen im Greisbachsee wäre in zwei Varianten umsetzbar – hier im südöstlichen Teil des Gewässers. Grafik: Strauchwerk Landschaftsarchitekten

Ein Sporthafen im Greisbachsee wäre in zwei Varianten umsetzbar – hier im südwestlichen Bereich des Sees oder über den südöstlichen Teil des Gewässers erstreckt. Grafik: Strauchwerk Landschaftsarchitekten

Vor zahlreichen interessierten Monheimerinnen und Monheimern hat die Stadt am Dienstag die konzeptionelle Planung zu einer Marina im Greisbachsee vorgestellt. Nach einer rund einjährigen Prüfung ist ein solcher Sporthafen in zwei Varianten umsetzbar – entweder im südwestlichen Bereich des Sees oder über den südöstlichen Teil des Gewässers erstreckt. Bis zum 14. November können Bürgerinnen und Bürger nun unter [extern]www.mitdenken.monheim.de/marina die Gestaltungsentwürfe bewerten und mitteilen, was sie sich noch für die Marina am Greisbachsee wünschen würden.

In den beiden von Strauchwerk Landschaftsarchitekten entwickelten Szenarien ist der See, anders als bisher, für die Allgemeinheit zugänglich und eine ergänzende, umfassende Freizeitnutzung rund um die Hafenanlage vorgesehen – mit Aufenthalts- und Picknickflächen am Wasser, Rad- und Spazierwegen, begehbaren Steganlagen, Spielbereichen, Gastronomie sowie Freizeitangeboten wie einem Charter- und Tretbootverleih, Kanu- und Bootstouren, Stand-Up-Paddling oder Rhein-Rafting. In beiden Varianten bleiben die wichtigen Lebensräume für Tiere und Pflanzen erhalten. Um den Greisbachsee mit dem Rhein zu verbinden, würde ein Kanal gegraben und die Monheimer Straße höhergelegt. Der Kanal wäre dann über eine feste Brücke passierbar. Die Marina selbst böte, je nach Größe und konkreter Ausgestaltung, rund 100 bis 150 Liegeplätze.

„Nur über die Liegeplatzvermietung rechnet sich so eine Marina nicht“, erklärt Peter Dörnfeld vom Büro Mediamare Consulting, das die Planung für die Stadt ausgearbeitet hat. Vielmehr gehe es um einen Erlebnisraum Marina: „Eine Marina, die für die Öffentlichkeit ist und maritime Freizeiterlebnisse ermöglicht“, so Dörnfeld. Erst mit den Angeboten drumherum würde der Sporthafen zu einem attraktiven Wochenend- und Ausflugsziel mit hohem Freizeitwert sowohl für die Monheimerinnen und Monheimer als auch für Gäste von außerhalb.

„Wenn sie näher an den Rhein rückt, würde die Stadt insgesamt davon profitieren“, bekräftigt Bürgermeister Daniel Zimmermann. „Wir haben eine besondere Lage, zehn Kilometer Rheinufer, aber bis auf den neuen Rheinanleger bisher wenig direkten Kontakt zum Wasser.“ Durch eine Marina für alle würden der Freizeitwert und die Attraktivität der Stadt Monheim am Rhein als touristisches Ziel enorm steigen.

Standort in den Rheinauen nicht realisierbar

Die Untersuchungen und Planungen rund um die Standortprüfung der Marina haben nahezu ein Jahr gedauert. Erstmals öffentlich gemacht wurden die Überlegungen zu einem solchen Baumberger Rheinhafen im Frühjahr 2020: Die Stadtverwaltung stellte eine Machbarkeitsstudie vor und sammelte in einer ersten Bürgerschaftsbeteiligung Anregungen und Hinweise darüber, was den Bürgerinnen und Bürgern bei der Gestaltung einer Marina wichtig wäre. Im Anschluss beauftragte der Rat die Verwaltung damit, Planungen für eine Marina im Greisbachsee, für eine Badenutzung des Sees und für einen alternativen Marina-Standort am Baumberger Rheinufer auszuarbeiten.

Gegen eine Hafenanlage im Uferbereich sprechen vor allem die am Rhein unverzichtbaren Retentionsflächen, die bei Hochwasser gebraucht werden. Einer Badenutzung stehen unter anderem die wechselnden Wasserstände des Greisbachsees entgegen: Für die erforderlichen Nichtschwimmerbereiche und eine entsprechende Uferböschung müsste eine sehr große Fläche des Sees aufgeschüttet werden, was einen erheblichen Eingriff in den See und immense Unterhaltungskosten bedeuten würden. Gleichzeitig wäre die Lärmbelastung durch einen Badesee für die umliegenden Wohngebäude zu hoch.

Zweite Bürgerschaftskonsultation startet

Dem Planungsausschuss des Rates werden die Pläne in seiner Sitzung am 25. November vorgelegt. „Ich weiß, dass dies ein Projekt ist, dass auch kritisch gesehen wird – und das ist auch in Ordnung so“, sagt Bürgermeister Zimmermann. Die Erfahrung zeige aber, dass man für gewisse Projekte erst einmal werben müsse. Zudem stehe das Projekt noch ganz am Anfang: In den kommenden Jahren muss erst einmal das Planfeststellungsverfahren erfolgen, um die Genehmigung zu erlangen. Die Ausarbeitung der Pläne und die Detailplanungen werden mit dem Planfeststellungsverfahren viele Jahre in Anspruch nehmen. „Wenn die Marina in zehn Jahren fertig ist, wäre das schon ein ambitionierter Zeitplan“, so Zimmermann.

Über das Mitmach-Portal werden die Bürgerinnen und Bürger nun erneut in den Planungsprozess einbezogen. Bis zum 14. November können unter [extern]www.mitdenken.monheim.de/marina die beiden Gestaltungsentwürfe und die darin vorgeschlagenen Freizeitmöglichkeiten bewertet werden. Erst danach entscheidet der Rat, welche Nutzungsart für den Greisbachsee infrage kommt, und fasst den entsprechenden Planungsbeschluss. Anschließend wird die Marinaplanung im Detail ausgearbeitet und mit den zuständigen Stellen abgestimmt.

Die Mitdenken-Plattform ist über das städtische Mitmach-Portal unter [extern]www.mitmachen.monheim.de oder direkt unter [extern]www.mitdenken.monheim.de erreichbar. Eine Anmeldung ist auch mit den Zugangsdaten des Monheim-Passes möglich, der Beschreibungstext steht zudem auch in Leichter Sprache zur Verfügung. Weitere Informationen zur Marina sowie die beim Bürgerschaftsabend vorgestellte Präsentation gibt es im [intern]Mitmach-Portal. (bh)

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