Monheim am Rhein ist erneut als
Fairtrade-Stadt ausgezeichnet worden. Der Titel wird von Fairtrade Deutschland an Städte vergeben, die sich in besonderer Weise für den fairen Handel einsetzen. Alle zwei Jahre steht eine Überprüfung der Kriterien an, die darüber entscheidet, ob der Titel erneuert wird. „Seit 12 Jahren sind wir nun Fairtrade-Stadt und bauen unser Engagement für mehr Gerechtigkeit im Welthandel aus.
Ziel ist, möglichst viele Menschen für das Thema zu begeistern und mit gutem Beispiel voranzugehen“, sagt Annika Dotor de Pradas, Leiterin der Abteilung Interkulturalität und Städtepartnerschaft bei der Stadt Monheim am Rhein. Dazu gehört zum Beispiel im Rathaus bei allen öffentlichen Sitzungen, in den Kaffeeautomaten und im Büro der Bürgermeisterin nur fair gehandelten Kaffee auszuschenken. Weitere Beispiele für faire Produkte sind die Stofftaschen im Bürgerbüro und in den anderen städtischen Einrichtungen sowie die Giveaways im Stadtdesign. Außerdem werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter regelmäßig über den fairen Handel und das Engagement informiert.
Nicht nur im Rathaus, auch in der Stadtgesellschaft ist der Einsatz für fairen Handel sichtbar: So gibt es zum Beispiel in Monheim am Rhein mit dem Otto-Hahn-Gymnasium und der Peter-Ustinov-Gesamtschule inzwischen zwei Fairtrade-Schulen. Die engagierten Schülerinnen und Schüler entwickeln regelmäßig kreative Ideen, um auf das Thema aufmerksam zu machen. Seit der ersten Stunde ist auch die evangelische Kirchengemeinde dabei und vertritt den fairen Handel mit einer Weltladen-Gruppe. Die katholische Kirchengemeinde in Baumberg hat einen eigenen Weltladen in ihrem Pfarrzentrum eingerichtet.
Fair gehandelte Produkte im Karneval
Faire gehandelte Produkte kommen auch im Karneval zum Einsatz. Seit 2018 stattet die Stadt Fuß- und Wagengruppen mit fairer Kamelle aus, um sich gemeinsam mit den Jecken für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen einzusetzen. Gleichzeitig sind alle dazu aufgerufen, 11 Prozent des eigenen Budgets für Wurfmaterial in faire Kamelle zu investieren. Für dieses Engagement ist die Stadt Monheim am Rhein 2023 mit dem Sonderpreis im bundesweiten Wettbewerb „Hauptstadt des Fairen Handel“ geehrt worden. Mit dem Preisgeld konnten ein Jahr später zwei Vertreter der philippinischen Organisation Preda nach Monheim am Rhein eingeladen werden, die unter anderem die Mangos für die Kamelle-Sorte „Mango Veggies“ produziert. Außerdem macht seit 2022 ein eigener Fairtradewagen des berühmten Wagenbauers Jaques Tilly im Rosenmontagszug darauf aufmerksam, global Verantwortung zu übernehmen.
Mit dem „
Monheimer Klimawald“ hat die Stadt zudem im Jahr 2021 ein besonderes Spendenprojekt ins Leben gerufen. Mit dem gesammelten Geld wird eine Organisation in Kolumbien unterstützt, die den tropischen Wald aufforstet und soziale Projekte umsetzt. Nach der Spende setzen Monheimerinnen und Monheimer symbolisch einen Baum bei einer gemeinsamen Pflanzaktion. Inzwischen gab es schon sieben Pflanztermine. Als festen Termin im Kalender finden jedes Jahr die Interkulturellen Fairen Wochen in den drei Wochen vor den Herbstferien statt. In diesem Aktionszeitraum, der in diesem Jahr vom 28. September bis zum 18. Oktober stattfindet, sind Vereine, städtische Einrichtungen, Schulen, Kitas und Glaubensgemeinschaften aufgerufen, sich mit verschiedenen Aktionen zu beteiligen. Das können zum Beispiel ein fairer Tee, faire Snacks und Fußbälle, Lesungen oder Ausstellungen sein. Dabei wird deutlich, wie sich das Thema durch sämtliche Aspekte des Alltags zieht.
Für Monheim am Rhein ist Fairtrade-Stadt mehr als ein Titel, der jetzt bis zum 6. Mai 2028 gilt. „Mit dieser Auszeichnung übernehmen wir dauerhaft globale Verantwortung. Wir sind überzeugt, dass das Engagement in der Stadt dazu beitragen kann, dass Menschen in allen Teilen der Welt Chancen auf ein gutes Leben und eine faire Zukunft haben“, sagt Dotor de Pradas weiter. (jm)


