Nach den aktuellen Vorhersagen der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung wird der Rhein am Samstag am Kölner Pegel voraussichtlich den historischen Niedrigwasserstand von 69 Zentimetern erreichen. Damit würde der bisherige Rekord vom 23. Oktober 2018 eingestellt. Vor den jüngsten Regenfällen am Donnerstag hatten die Prognosen zeitweise sogar nur 67 Zentimeter erwarten lassen.
Die aktuelle Prognose verdeutlicht, wie außergewöhnlich die Lage inzwischen ist. Die regelmäßigen Pegelbeobachtungen am Kölner Pegel reichen bis ins frühe 19. Jahrhundert zurück. Lediglich während einer außergewöhnlichen Eislage im Winter 1929 wurde mit knapp über 60 Zentimetern ein noch niedrigerer Wasserstand registriert. Abgesehen von diesem Sonderfall würde ein Pegel von 69 Zentimetern erneut den niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen markieren. Besonders bemerkenswert ist dabei auch der Zeitpunkt: Solche extrem niedrigen Wasserstände werden am Rhein normalerweise erst gegen Ende des Sommers erreicht. Ob der nun voraussichtlich erneut erreichte Rekordwert den gesamten Sommer über Bestand haben wird, hängt maßgeblich von den Niederschlägen der kommenden Wochen ab.
Sichtbare Folgen im Stadtgebiet
Auch in Monheim am Rhein sind die Folgen der anhaltenden Trockenheit inzwischen deutlich sichtbar. So musste die Stadt bereits den Wasserlauf an der Wasserachse im Rheinpark abschalten. Die Anlage wird mit Grundwasser betrieben. Durch den abgesunkenen Grundwasserspiegel fiel die speisende Grundwasserpumpe trocken, sodass der Betrieb eingestellt werden musste. Aufgrund der inzwischen lang anhaltenden Trockenperiode unterstützen zudem die ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Feuerwehr und der Jugendfeuerwehr die Bewässerung von Bäumen und anderen Grünflächen. Auch am Monheimer Schiffsanleger machte sich der außergewöhnlich niedrige Wasserstand inzwischen bemerkbar. Dort nahmen die Städtischen Betriebe vorsorglich kleinere Anpassungen vor, um den barrierearmen und sicheren Übergang weiterhin zu gewährleisten.
Auswirkungen auf die Trinkwasserversorgung bestehen derzeit ausdrücklich noch nicht. Über das Verbandswasserwerk Langenfeld-Monheim befindet sich die Stadt gemeinsam mit der Stadt Langenfeld und mehreren beteiligten Fachbereichen im Austausch darüber, wie auf künftig häufiger auftretende Trockenperioden reagiert werden kann.
Hinweise zum Hitzeschutz
Mit Blick auf das bevorstehende Hitzewochenende empfiehlt die Stadt, ausreichend zu trinken, körperliche Anstrengungen möglichst in die kühleren Morgen- und Abendstunden zu verlegen und schattige Aufenthaltsorte aufzusuchen. Informationen zum richtigen Verhalten an heißen Tagen bietet der Kreis Mettmann unter
www.hitze.me. Die vom Kreis kostenlos im Monheimer Bürgerbüro bereitgestellten Informationsflyer, Hitzewarner und Luftfächer stießen in den vergangenen Tagen auf so großes Interesse, dass sie inzwischen vergriffen sind. Neben mehreren Wasserspielplätzen stehen im Stadtgebiet auch neun öffentliche Trinkwasserbrunnen zum Erfrischen zur Verfügung. Der Deutsche Wetterdienst erwartet nach derzeitiger Prognose den Höhepunkt der aktuellen Hitzewelle am Dienstag mit Temperaturen von bis zu 34 Grad.
Abkühlung am Rhein – aber nicht im Wasser!
Gerade an heißen Tagen bietet auch das Monheimer Rheinufer mit seinen Bäumen, Grünflächen und der frischen Luft vielen Menschen eine willkommene Möglichkeit zur Abkühlung. Die Stadt weist allerdings einmal mehr darauf hin, dass der Rhein trotz Niedrigwassers kein Badegewässer ist. Strömung, Schifffahrt und unterschiedlich tiefe Bereiche machen das Baden weiterhin lebensgefährlich.
Die Pegelangabe beschreibt nicht die tatsächliche Wassertiefe des Rheins. Sie bezieht sich auf einen festgelegten Messpunkt am Kölner Pegel. Je nach Stelle weist der Rhein sehr unterschiedliche Wassertiefen auf. Auch bei Niedrigwasser bleibt der Fluss daher für die Schifffahrt befahrbar und zum Baden ungeeignet.
Künstliches Naturschauspiel am Rhein
Wer sich am Samstag selbst ein Bild vom außergewöhnlich niedrigen Rheinwasserstand machen möchte, kann den Besuch an der Monheimer Rheinpromenade gleich mit einem weiteren Erlebnis verbinden: Der direkt am Flussufer gelegene Monheimer Geysir wird zwischen 12 und 16 Uhr viermal ausbrechen. Das ausgestoßene Wasser fließt dabei nahezu vollständig in den unterirdischen Speicher zurück und steht anschließend für den nächsten Ausbruch wieder zur Verfügung.
Die aktuelle Pegelentwicklung und die Vorhersagen für den Kölner Pegel veröffentlicht die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung fortlaufend unter:
monheims.info/rheinpegel-koeln (ts)


