Monheim am Rhein wird nicht Olympiastadt

DOSB entscheidet sich für München und damit gegen die Bewerbung von KölnRheinRuhr

Kurz nach der Verkündung: Die Monheimer Delegation vor Ort im Deutschen Sport- und Olympia-Museum in Köln. Thomas Spekowius, Leiter der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit und Bürgerschaftsbeteiligung, Peter Heimann, Leiter des Bereichs Schulen und Sport, Bürgermeisterin Sonja Wienecke, Moritz Peters, Local Hero der Stadt Monheim am Rhein sowie Sportbüroleiter Ingmar Gettmann. Fotos: Stadt Monheim am Rhein

Bürgermeisterin Sonja Wienecke gemeinsam mit Andrea Henze, Oberbürgermeisterin der Stadt Gelsenkirchen sowie Thomas Kufen, Oberbürgermeister der Stadt Essen im Interview.

Erwartungsvolle Blicke auf die Leinwand, auf der die Entscheidung vom Deutschen Olympischen Sportbund übertragen wird.

Monheim am Rhein wird nicht Austragungsort Olympischer und Paralympischer Spiele. Bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) fiel am Samstag die Entscheidung für München. München soll Deutschland damit im internationalen Verfahren um die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 vertreten. KölnRheinRuhr konnte sich mit seiner Bewerbung nicht durchsetzen.

Bürgermeisterin Sonja Wienecke verfolgte die Entscheidung mit einer kleinen Monheimer Delegation und zahlreichen Vertreterinnen und Vertretern der beteiligten Städte im Deutschen Sport- und Olympia-Museum in Köln. „Natürlich hätten wir uns ein anderes Ergebnis gewünscht. Aber zu einem sportlichen Wettbewerb gehört auch, eine Niederlage anzuerkennen und dem Gewinner zu gratulieren. Das tun wir aus voller Überzeugung. München hat sich in einem starken Bewerberfeld durchgesetzt, und ich wünsche der deutschen Bewerbung auf dem weiteren Weg viel Erfolg“, erklärt Wienecke.

Für Monheim am Rhein sei die Beteiligung an der Bewerbung dennoch keineswegs vergeblich gewesen. „Der gemeinsame Weg war die Mühen wert. Die Bewerbung hat Städte in unserer Region zusammengebracht, die an anderer Stelle durchaus auch miteinander im Wettbewerb stehen. Wir haben uns ausgetauscht, gemeinsam Ideen entwickelt und als Region ein starkes Zeichen für den Sport gesetzt. Davon bleibt etwas – auch wenn unser olympischer Traum nicht in Erfüllung gegangen ist.“

Dass KölnRheinRuhr mit einer starken Bewerbung angetreten war, hatte zuvor auch die abschließende Evaluierung des DOSB bestätigt. Mit 85,02 von 100 Punkten erhielt das Konzept die Bewertung „sehr gut“ und lag damit nur knapp hinter München mit 87,03 Punkten. In vier der sieben bewerteten Kategorien erreichte KölnRheinRuhr den höchsten Wert der drei Bewerber.

Monheim am Rhein wollte im Rahmen der Bewerbung von KölnRheinRuhr Austragungsort der olympischen Skateboard-Wettbewerbe werden. Dafür war der Bau einer Skateanlage nach olympischen Standards im Sportzentrum Am Kielsgraben vorgesehen. Die Realisierung des rund 12,5 Millionen Euro teuren Projekts war zuletzt an eine Olympia-Beteiligung und die damit verbundenen Möglichkeiten einer umfangreichen Förderung durch das Land Nordrhein-Westfalen geknüpft.

Besonders dankt die Bürgermeisterin den Monheimerinnen und Monheimern für ihre Unterstützung. Beim Ratsbürgerentscheid im April hatten sich 8958 Menschen und damit 70,7 Prozent der gültig Abstimmenden dafür ausgesprochen, dass Monheim am Rhein Teil der Bewerbung KölnRheinRuhr wird. „Dieses deutliche Votum bleibt für mich ein starkes Signal. Die Monheimerinnen und Monheimer haben gezeigt, dass sie bereit waren, diesen Weg mitzugehen und Gäste aus aller Welt in unserer Stadt willkommen zu heißen. Dafür möchte ich ihnen noch einmal ausdrücklich danken“, so Wienecke.

Mit der Entscheidung des DOSB endet für Monheim am Rhein eine Bewerbung, die der Stadt die besondere Chance eröffnet hatte, erstmals Austragungsort Olympischer Spiele zu werden. „Wir wären sehr gerne Olympiastadt geworden“, fasst Wienecke zusammen. „Auch wenn es nicht gereicht hat, können wir stolz darauf sein, Teil dieser gemeinsamen Bewerbung gewesen zu sein.“ (ts)

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