Integrationsratsmitglieder votieren einstimmig für das neue Integrationskonzept der Stadt

Vier Handlungsfelder für noch mehr Gemeinsamkeit: Die Grundlage für eine zukunftsweisende Integrationsarbeit ist geschaffen

Gelebtes Monheimer Miteinander im Rahmen der Interkulturelle fairen Woche 2020. Bei einer Sendung auf dem Sojus-7-Sender Radio-Rakete sprachen Engagierte über ihre persönlichen Geschichten und das Zusammenleben in einer vielfältigen Stadtgesellschaft. Foto: Giorgio Morra.

Die Sportfreunde Baumberg nahmen die Internationalen Wochen gegen Rassismus 2021 zum Anlass, die Vielfalt des Vereins in einem Kurzfilm zu zeigen und sich darin deutlich gegen Rassismus zu positionieren. Foto: Sportfreunde Baumberg.

Einstimmig haben die aus ganz unterschiedlichen Gruppierungen und Parteien stammenden Mitglieder des Integrationsrats am Mittwoch, 19. Januar für das von der Verwaltung vorgelegten neue Integrationskonzept der Stadt Monheim am Rhein votiert. Die finale Entscheidung über die Einführung fällt nun am 16. Februar im Stadtrat.

An der Fortschreibung des beim Inklusionstag im November erstmals öffentlich präsentierten Konzeptes hatte die Verwaltung 2021 gemeinsam mit den Integrationsratsmitgliedern unter Begleitung des Moderationsbüros „Prasanna Oommen – Moderating Chance“ gearbeitet. Annika Patz, Leiterin der Abteilung Interkulturalität und Städtepartnerschaften, in der Verwaltung betont. „Die Einstimmigkeit belegt das tolle Ergebnis, das wir nach diesem wirklich gelungenen Prozess vorlegen konnten. Damit haben wir gemeinsam die Grundlage für eine zukunftsweisende Integrationsarbeit in den nächsten Jahren geschaffen.“

Das Moderationsbüro Prasanna Oommen steht für ein modernes Integrationsverständnis und gelebte Vielfalt als Bedingung für eine zukunftsfähige Gesellschaft. Der von der Stadtverwaltung angestoßene partizipative Prozess wurde durch das Team individuell gestaltet, weiterentwickelt und vor allem von den Inhalten getragen, die die Teilnehmenden selbst einbrachten. Zentraler Bestandteil war eine Workshop-Reihe mit den Integrationsratsmitgliedern, die von Prasanna Oommen und ihrem Team angeleitet und strukturiert wurde. „Zwischen den Workshops gab es dann auch immer wieder konkrete Arbeitsaufträge an die Teilnehmenden, mit deren Ergebnissen anschließend weitergearbeitet wurde,“ erläutert Annika Patz. Auf Basis der so entstandenen Inhalte wurden zudem weitere Akteurinnen und Akteure hinzu- und in den Prozess mit einbezogen. Das ermöglichte ein gezieltes Herstellen von Schnittstellen, die Inhaltsanpassung anhand von weiteren Rückmeldungen und so schließlich die Entwicklung passgenauer Handlungsmaßnahmen. Verwaltung und Integrationsrat zeigten sich von der ergebnisreichen und gewinnbringenden Zusammenarbeit begeistert.

Fortführung und Neustart zugleich

Das Integrationskonzept der Stadt Monheim am Rhein wird seit Verabschiedung des ersten Konzeptes 2012 regelmäßig fortgeschrieben, um auf die aktuellen Herausforderungen im gesellschaftlichen Miteinander einzugehen. Patz: „Die jetzt realisierte Fortschreibung baut auf der letzten Aktualisierung aus dem Jahr 2016 auf, führt die Themen in die Zukunft und ist damit zugleich ein Neustart. Die Weiterentwicklung soll ein zukunftsfähiges Integrationsverständnis etablieren, Integration als gemeinschaftliche Aufgabe in einer vielfältigen Stadtgesellschaft betonen und die Vielfalt als Mehrwert hervorheben.“ Menschen mit internationaler Familiengeschichte seien seit vielen Jahren und oft mehreren Generationen Teil der pluralistischen Monheimer Stadtgesellschaft. Nun gehe es darum, diese Gesellschaft auf Augenhöhe weiter zu gestalten und dazu strukturelle Benachteiligung, Diskriminierung und Rassismus gezielt abbauen.

„Oberstes Ziel ist die Etablierung eines gemeinschaftlichen und zugleich Unterschiede wertschätzenden Zusammenlebens, bei dem Chancengleichheit und Teilhabe nicht verhandelbare Grundlage sind“, hebt Annika Patz hervor. Das sei die Aufgabe aller Menschen in der Stadt, und erfordere natürlich eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung und Stadtgesellschaft. Das Integrationskonzept stellt daher wichtige Schnittstellen und Verbindungen zwischen städtischen Einrichtungen, aber auch zu engagierten Menschen in Vereinen, Verbänden und Organisationen her, die das Zusammenleben zentral mitgestalten.

Annika Patz: „Der Austausch mit den Akteurinnen und Akteuren war richtungsweisend für die Konzeptentwicklung. Sie haben die Expertise aus den jeweiligen Tätigkeitsbereichen eingebracht und ihre Rückmeldungen sind zentral in die Entwicklung der Maßnahmen eingeflossen. Nun geht es an die gemeinsame Umsetzung.“ (ts)
 

Die einzelnen Handlungsfelder kurz vorgestellt

Handlungsfeld 1: Vielfalt im Dialog erleben – Empowerment, Zusammengehörigkeitsgefühl und Dialogkultur 
Vielfalt soll in Monheim am Rhein als Stärke und Mehrwert für alle gelebt werden. In einer zukunftsfähigen pluralistischen Stadtgesellschaft, die auf gerechte Teilhabe ausgerichtet ist, geht es um das Miteinander statt Gegeneinander, um „wir alle“ statt „wir“ und „die anderen“. Wichtig dafür ist, dass Menschen einander kennenlernen. Dahinter steht der Gedanke, dass man die Vorstellungen und Grenzen anderer verstehen lernen muss, um Verständnis füreinander zu entwickeln und Vorurteile abzubauen. Das wiederum bildet die Grundlage dafür, wirklich offen und respektvoll miteinander umzugehen. Darum betrifft Integration alle, die in Monheim am Rhein leben. In der Stadt soll ein kontinuierlicher Dialog zwischen den Bürgerinnen und Bürgern geführt werden – egal, woher sie kommen, in welchem Stadtteil sie leben oder welche Identitätsmarker sie sonst aufweisen. Dafür ist eine enge Zusammenarbeit mit Vereinen, Organisationen und Engagierten wichtig, um gemeinsam Anlässe und Möglichkeiten zur Begegnung zu schaffen. Damit verschiedene Zielgruppen sich eingeladen und repräsentiert fühlen, sind die Arbeit mit Schlüsselpersonen sowie der Aufbau von Vertrauen und regelmäßiges Empowerment unerlässlich.

Handlungsfeld 2: Rassismus spaltet – Monheim am Rhein verbindet: Rassismus/Diskriminierung – Prävention und Nachsorge 
Eine diskriminierungsfreie Gesellschaft gibt es nicht. Die Stadt Monheim am Rhein arbeitet daher für eine diskriminierungsarme Gesellschaft, die Prävention mitdenkt. Sie setzt dabei auf den Abbau von strukturellem Rassismus und geht von der Erkenntnis aus, dass eine diskriminierungsarme Umgebung einen Mehrwert für die gesamte Stadtgesellschaft bedeutet. Um diesen Gedanken weiterzutragen, engagiert sich die Stadt für Aufklärung und Chancengleichheit: Sie wirkt darauf hin, dass Verständnis füreinander tagtäglich geübt wird, dass Vielfalt als Potenzial statt als Defizit vermittelt wird und dass Diskriminierung und Rassismus sichtbar gemacht und bearbeitet werden. Für Menschen, die von rassistischer Diskriminierung betroffen sind, sollen Anlaufstellen vermittelt werden – auch in Zusammenarbeit mit Vereinen und Institutionen. Diese sollen dabei unterstützt werden, sich diversitätssensibel aufzustellen und ihre rassismuskritische Arbeit bekannt zu machen. So entsteht ein starkes Netzwerk, das eine klare antirassistische Haltung in der Gesellschaft verankert. Denn Diskriminierung ist ein Querschnittsthema, das alle Menschen angeht.

Handlungsfeld 3: Zugänge stärken: Bildungsgerechtigkeit und Teilhabe 
Jeder Mensch in Monheim am Rhein soll unabhängig von seiner Herkunft oder dem Bildungsstand seiner Familie gerechte Chancen auf gute Bildung haben. Die Stadt setzt daher auf Beratung, Begleitung, Unterstützung und Förderung: von der Geburt bis zum Berufseinstieg. Da Bildungsgerechtigkeit und Teilhabe von entsprechenden Zugängen und kulturellen Codes abhängen, arbeitet die Stadt gemeinsam mit ihren Netzwerkpartnerinnen und -partnern an niederschwelligen Bildungsangeboten. Die Ansprache verschiedener Zielgruppen über Schlüsselpersonen sowie der Einsatz von diversitätssensiblen Mentorinnen und Mentoren sollen dabei mitgedacht werden. Zudem soll in den Blick genommen werden, ob es in Bildungseinrichtungen Ansprechpersonen gibt, in denen sich die vielfältige Stadtgesellschaft wiederfindet, und wie auf eine größere Diversität in der Bildungslandschaft hingewirkt werden kann. Auch die Anerkennung von Wissen und Kompetenzen, die im außerschulischen Kontext erworben werden, spielt dabei eine Rolle.

Handlungsfeld 4 :Türen in die Welt: Sprache und Sprachförderung
Mit jeder Sprache, die Menschen erlernen, lernen sie auch neue Kulturen, Weltsichten und Traditionen kennen – und schaffen so die Basis für einen wertvollen Austausch in der Stadtgesellschaft. Das ist keine Einbahnstraße. In Monheim am Rhein werden Sprachen aus über 100 verschiedenen Herkunftsnationen gesprochen. Ziel sind die Wertschätzung dieser Vielstimmigkeit und eine Perspektivverschiebung: Jede Sprache, die ein Mensch spricht, ist ein Mehrwert – für den Sprecher oder die Sprecherin und für die Gesellschaft. Monheim am Rhein setzt sich dafür ein, dass die verschiedenen Herkunftssprachen als Potenzial anerkannt und gefördert statt als Defizit gesehen werden. Das kann auch deutschsprachig aufgewachsene Personen dazu ermutigen, andere Sprachen, insbesondere die der pluralistischen Stadtgesellschaft, zu erlernen. Um die Anerkennung von Mehrsprachigkeit und die damit entstehenden Möglichkeiten zu fördern, setzt die Stadt bei Kindertagesstätten, Schulen und außerschulischen Bildungsorten an. Und auch ein mehrsprachiges Kulturprogramm jenseits des klassischen Kanons ist ein wichtiges Element. Denn Sprachenlernen und -sprechen ist Teil des Alltags der gesamten Stadtgesellschaft und braucht Begegnung und Kommunikation, die über die schulische Vermittlung hinausgehen.

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