Mit Demonstrationen, kulturellen Veranstaltungen und Begegnungsangeboten setzt sich das
Bündnis „Laut für Liebe“ für ein respektvolles und vielfältiges Miteinander in Monheim am Rhein ein. Für dieses Engagement wurde die Initiative jetzt mit dem Integrationspreis 2026 der Stadt Monheim am Rhein ausgezeichnet. Bürgermeisterin Sonja Wienecke überreichte die mit 1000 Euro dotierte Auszeichnung am Mittwoch, 4. November, im Rahmen der Sitzung des Ausschusses für Chancengerechtigkeit und Integration gemeinsam mit dem stellvertretenden Ausschussvorsitzenden Baboucarr Jobe. Entgegengenommen wurde der Preis von zwei Jugendlichen aus dem Bündnis. Rund 30 Mitglieder, darunter zahlreiche Kinder und Jugendliche, waren zur feierlichen Verleihung gekommen.
In ihrer Rede betonte Bürgermeisterin Sonja Wienecke die besondere Bedeutung der Auszeichnung, die in diesem Jahr bereits zum 19. Mal vergeben wurde. Gerade in der heutigen Zeit sei der Integrationspreis wichtiger denn je. Gesellschaftliche Debatten würden zunehmend schärfer geführt, Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Religion oder Lebensweise ausgegrenzt. Umso wichtiger seien Initiativen, die sich für ein respektvolles und friedliches Miteinander einsetzen. Schon der Name „Laut für Liebe“ sei eine wunderbare Botschaft. Er zeige, dass man nicht nur laut gegen etwas sein könne, sondern vor allem auch für etwas: für Menschlichkeit, Demokratie, Toleranz und ein friedliches Zusammenleben.
Bündnisidee entstand am Küchentisch
Das Bündnis „Laut für Liebe“ wurde 2025 von engagierten Monheimerinnen und Monheimern gegründet. Bereits bei seiner ersten Demonstration am 21. Februar 2025 auf dem Rathausplatz kamen rund 200 Menschen zusammen, um gemeinsam ein Zeichen gegen Rassismus und Diskriminierung zu setzen. An diese erste Aktion erinnerte auch die Bürgermeisterin in ihrer Rede. Sie dankte allen Beteiligten dafür, dass sie Monheim am Rhein mit ihrem Engagement ein Stück menschlicher, offener und lebenswerter machen.
Seit seiner Gründung organisiert das Bündnis regelmäßig Veranstaltungen, die Menschen miteinander ins Gespräch bringen und das Gemeinschaftsgefühl stärken. Ob bei Picknicks, Konzerten, Lesungen, Besuchen in Altenheimen oder Gesprächsrunden: Im Mittelpunkt steht immer das Miteinander. Heute engagieren sich mehr als 30 Menschen aktiv in der Initiative und schaffen mit ihren Angeboten Räume für Begegnungen. Dabei geht es dem Bündnis nicht nur darum, eine klare Haltung gegen Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung zu zeigen. Vielmehr möchte es Menschen unterschiedlicher Herkunft, Altersgruppen und Lebenssituationen zusammenbringen und ihnen die Möglichkeit geben, einander kennenzulernen. Auch Kinder und Jugendliche werden bewusst einbezogen und ermutigt, ihre eigenen Ideen und Perspektiven einzubringen.
Einstimmige Entscheidung
Wie wichtig gerade die Perspektive junger Menschen für die Entstehung des Bündnisses war, machte Sabrina Lahoud, eine der Mitbegründerinnen, in ihrer Dankesrede deutlich. Im Namen der anwesenden Mitglieder erinnerte sie daran, dass die Idee für „Laut für Liebe“ aus vielen Gesprächen am heimischen Küchentisch entstanden sei. Den entscheidenden Anstoß habe schließlich ihre Tochter Mira gegeben. Gemeinsam mit ihren Freundinnen und Freunden habe sie die ersten Aktionen maßgeblich mitgestaltet und teilweise angeführt. Aus diesen Anfängen sei eine Initiative gewachsen, die heute zahlreiche Menschen verbindet und gemeinsam neue Ideen für ein offenes Miteinander entwickelt. Das Preisgeld von 1000 Euro soll dazu beitragen, auch künftig Begegnungen und gemeinsame Aktionen zu ermöglichen.
Dieses Engagement überzeugte auch die Jury des Integrationspreises. Insgesamt waren sechs Bewerbungen eingegangen, die anhand verschiedener Kriterien bewertet wurden. Dazu gehörten unter anderem der Einsatz für Vielfalt und Chancengleichheit, ehrenamtliches Engagement sowie die Nachhaltigkeit und der innovative Ansatz der Projekte. Die Jury sprach sich einstimmig dafür aus, den diesjährigen Preis an das Bündnis „Laut für Liebe“ zu vergeben.
Besonders gewürdigt wurde, dass das Bündnis Begegnungen aktiv ermöglicht und damit auch Menschen erreicht, die sich bislang möglicherweise noch nicht gesellschaftlich oder politisch engagiert haben. Durch die niedrigschwelligen Angebote entstehen Kontakte und Gemeinschaftserlebnisse, die über einzelne Veranstaltungen hinauswirken. Gleichzeitig macht die Initiative deutlich, dass Demokratie, Solidarität und gegenseitiger Respekt vom Mitmachen leben. Für einen besonders emotionalen Abschluss der Preisverleihung sorgten schließlich die Mitglieder des Bündnisses selbst. Gemeinsam mit allen Anwesenden stimmten sie das Bündnislied an und ließen die feierliche Preisverleihung mit einem bewegenden Moment des Zusammenhalts ausklingen. (tb)


