Mit zahlreichen Gesprächen, Fachbesuchen und persönlichen Begegnungen hat Bürgermeisterin Sonja Wienecke ihren offiziellen Antrittsbesuch in der sächsischen Partnerstadt Delitzsch absolviert. Begleitet wurde sie von Schulbereichsleiter Peter Heimann und Thomas Spekowius, Leiter der städtischen Öffentlichkeitsarbeit. Gastgeber der Monheimer Delegation waren Oberbürgermeister Dr. Manfred Wilde, Bürgermeisterin Patrizia Groth, Nadine Fuchs als Leiterin der Delitzscher Öffentlichkeitsarbeit sowie Oliver Genzel, Leiter des Schulverwaltungs-, Sozial- und Kulturamts. Als sogenannte „Große Kreisstadt“ im Freistaat Sachsen wird Delitzsch von einem Oberbürgermeister geführt. Bürgermeisterin Patrizia Groth ist seine allgemeine Stellvertreterin.
Im Mittelpunkt des dreitägigen Besuchs stand der persönliche Austausch über aktuelle kommunalpolitische Herausforderungen und die weitere Entwicklung der seit 1990 bestehenden Städtepartnerschaft. Gleichzeitig bot das traditionsreiche Peter-und-Paul-Fest mit seinen historischen Darstellungen, Salutschüssen und einem abwechslungsreichen Kulturprogramm den passenden Rahmen, um die Stadt und ihre Menschen kennenzulernen. Jedes Jahr lockt das Fest rund 30.000 bis 40.000 Besucherinnen und Besucher in die historische Altstadt.
Blick in die Zukunft
Das Besuchsprogramm verband Stadtgeschichte mit aktuellen Zukunftsprojekten. So informierte sich die Monheimer Delegation über das Center for the Transformation of Chemistry (CTC), das auf dem Gelände einer ehemaligen Zuckerfabrik entstehen wird. Das Großforschungsprojekt gilt als eines der wichtigsten Zukunftsprojekte der Stadt Delitzsch und soll den Strukturwandel der Region mit Innovation und neuen Arbeitsplätzen nachhaltig prägen.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Stadtentwicklung und der kommunalen Infrastruktur. Besichtigt wurden unter anderem das Elberitzbad sowie die Stadtentwicklungsprojekte am Wasserturm und an der Walzenmühle. Das 2025 eröffnete Elberitzbad vereint eine neue Schwimmhalle mit dem umfassend sanierten Freibad und ist mit einem Investitionsvolumen von rund 24 Millionen Euro das bisher größte städtische Bauprojekt in der Geschichte Delitzschs. Im Mittelpunkt des Austauschs standen unter anderem das Betriebskonzept und die Bedeutung einer solchen Einrichtung für Schulschwimmen, Vereine und Freizeitsport – Themen, die auch mit Blick auf das Monheimer Mona Mare von besonderem Interesse waren.
Am Wasserturm informierte sich die Delegation über das inzwischen fertiggestellte Wohnensemble, das den denkmalgeschützten Wasserturm mit modernen Wohnungen und Apartments ergänzt. Ein Teil der Apartments kann auch für Kurzaufenthalte genutzt werden und bietet damit inzwischen auch eine attraktive Übernachtungsmöglichkeit für Gäste, die Delitzsch besuchen möchten. An der Walzenmühle entwickelt sich auf dem Gelände eines ehemaligen Industrieareals ein neues hochwertiges Wohnquartier. Während die ersten Neubauten bereits fertiggestellt und in der Vermarktung sind, werden die historischen Mühlengebäude derzeit aufwendig kernsaniert und zu Wohnungen umgebaut. Der gelungene Kontrast aus denkmalgeschützter Industriearchitektur und moderner Stadtentwicklung erinnerte die Monheimer Delegation auch an die Entwicklung der Kulturraffinerie K714.
Blick in die Vergangenheit
Ebenso spielte die Geschichte Delitzschs eine wichtige Rolle. Die Delegation besuchte das Barockschloss und erhielt bei einem Rundgang durch die von zahlreichen historischen Gebäuden geprägte Altstadt Einblicke in die wechselvolle Vergangenheit der Stadt. Die in weiten Teilen erhaltene mittelalterliche Stadtmauer prägt das Stadtbild bis heute. Erläutert wurden den Monheimer Gästen unter anderem auch die Geschichte des ehemaligen Frauenzuchthauses, des Galgenbergs und des Scharfrichterhauses, die bis heute von der jahrhundertealten Stadt- und Rechtsgeschichte erzählen.
Im Mittelpunkt weiterer Gespräche standen zudem die unterschiedlichen Rahmenbedingungen beider Städte. Mit rund 25.000 Einwohnerinnen und Einwohnern zählt Delitzsch etwa halb so viele Menschen wie Monheim am Rhein, verfügt mit mehr als 80 Quadratkilometern jedoch über eine mehr als viermal so große Fläche. Diese eröffnet ganz andere Möglichkeiten für Stadtentwicklung, Wohnquartiere und Gewerbeflächen. Auch die unterschiedlichen finanziellen Rahmenbedingungen sowie aktuelle Herausforderungen der Kommunalpolitik waren Gegenstand des Austauschs.
Blick auf Unterschiede und Gemeinsamkeiten
Für Gesprächsstoff sorgten die Unterschiede, aber auch die Gemeinsamkeiten in der kommunalpolitischen Arbeit beider Städte. Mit Interesse nahm Bürgermeisterin Sonja Wienecke die vergleichsweise schlanken Tagesordnungen des Delitzscher Stadtrats zur Kenntnis. Ratssitzungen dauern dort häufig nur rund anderthalb Stunden, auch die Redezeiten fallen deutlich kürzer als im Monheimer Stadtrat aus. Gleichzeitig eint beide Städte eine vielfältige Parteienlandschaft in den Stadträten sowie parteilose Stadtoberhäupter. Während Dr. Manfred Wilde Delitzsch bereits seit 2008 als Oberbürgermeister prägt, hat Sonja Wienecke ihr Amt im November 2025 übernommen.
„Städtepartnerschaften leben vom persönlichen Austausch. Gerade wenn Städte auf den ersten Blick sehr unterschiedlich sind, lohnt sich der Blick über den Tellerrand. Ich habe viele spannende Eindrücke und Anregungen mitgenommen – und vor allem viele herzliche Begegnungen erlebt“, sagte Bürgermeisterin Sonja Wienecke.
Bürgermeisterin Sonja Wienecke nutzte den Besuch zugleich, um Oberbürgermeister Dr. Manfred Wilde und die Delitzscher Delegation zu einem Gegenbesuch nach Monheim am Rhein im Jahr 2027 einzuladen. Beide Stadtoberhäupter bekräftigten ihren Wunsch, die seit 1990 bestehende Städtepartnerschaft durch persönliche Begegnungen und den fachlichen Austausch weiterhin mit Leben zu füllen. (ts)


