Beteiligungsrekord im Mängelmelder: 1917 Meldungen im Jahr 2020

Monheimerinnen und Monheimer meldeten unter anderem wilden Müll und Straßenschäden / Erstmals mehr als 1000 Nutzende

Rot, gelb, grün oder grün-gelb: Die Markierungen auf der Stadtkarte zeigen den Bearbeitungsstatus der gemeldeten Mängel an. Jeder Statuswechsel ist transparent nachvollziehbar. Foto: Screenshot

Ort und Kategorie wählen, Text eingeben und bei Bedarf ein Bild ergänzen: Seit 2012 können Bürgerinnen und Bürger über den Mängelmelder schnell und unbürokratisch Schäden und Ärgernisse im Stadtgebiet an die Stadtverwaltung melden. Im vergangenen Jahr gab es im Mängelmelder erneut einen Beteiligungsrekord: Mit 1917 Meldungen von 1050 Nutzerinnen und Nutzern wurde der Mängelmelder vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 so oft genutzt wie nie zuvor. Im Schnitt erreichten die Stadtverwaltung so 160 Meldungen pro Monat. Mehr Meldungen bedeuten allerdings nicht, dass die Anzahl der Mängel im Stadtgebiet zunimmt: Parallel sinkt das Meldungsaufkommen über andere Kanäle wie Telefon, E-Mail oder das Kontaktformular auf der Internetseite.

418 Meldungen gingen in der Kategorie Abfall und Sauberkeit ein. „Das sind Themen wie wild entsorgter Sperrmüll, Verschmutzungen auf Grünflächen oder liegengebliebenes Laub“, erläutert Olivia Konieczny, die die Bürgerschaftsbeteiligung gemeinsam mit Sabine Rottmann koordiniert. Dabei machte sich in der ersten Phase der Corona-Pandemie auch bemerkbar, dass die Monheimerinnen und Monheimer in den Osterferien nicht verreisten, sondern sich zu Hause viel an der frischen Luft aufhielten: Das Müllaufkommen stieg entsprechend an, die Folge waren herumfliegender Müll und volle Abfalleimer zum Beispiel im Bereich des Rheindamms. „Das spiegelt sich dann natürlich auch im Mängelmelder wider“, erklärt Konieczny.

367 Meldungen entfielen im vergangenen Jahr auf den Bereich Sicherheit und Ordnung – unter anderem abgemeldete Autos im öffentlichen Raum, Falschparker-Schwerpunkte im Stadtgebiet oder auch wiederkehrende Lärmbelästigungen auf öffentlichen Plätzen. Ebenfalls häufig angeklickt wurden die Kategorie Verkehrsangelegenheiten mit 287 Meldungen zu fehlenden oder kaputten Straßenschildern und Fragen zu Verkehrsregelungen und die Kategorie Grünflächen mit 247 Meldungen zu wuchernden Sträuchern und Hecken, Überwuchs, der auf Gehwege ragt, oder abgebrochene Ästen, die in Bäumen hängen. Auch das Thema Beleuchtung kommt im Mängelmelder häufig vor: So gab es insgesamt 134 Meldungen zu dunklen, hellen, defekten oder aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger fehlenden Straßenlaternen ein. Vergleichsweise weniger Meldungen gingen in den Kategorien Straßenschäden (123), Spielplätze (93), Baustellen (81), Anregungen (66), Radverkehr (54), Straßenentwässerung (33), Kanal sowie Brunnen (jeweils 7) ein.

Keine Plattform für Notfälle oder akute Gefahren

Die durchschnittliche Lösungszeit eines Mangels – von seiner Freigabe durch die Bürgerschaftsbeteiligung bis hin zur endgültigen Bearbeitung vom zuständigen Bereich – betrug im vergangenen Jahr 8,5 Tage. „Während zum Beispiel Müllmeldungen, sofern es sich um städtische Flächen handelt, flott erledigt werden können, brauchen andere Themen auch mal länger“, weiß Sabine Rottmann. „Ersatzteile für Spielplätze haben zum Beispiel oft längere Lieferzeiten und für geschwindigkeitsreduzierende Maßnahmen sind zunächst Tempomessungen nötig. Manchmal müssen auch Anwohnende angeschrieben oder bestimmte Fristen eingehalten werden.“ Das Team der städtischen Bürgerschaftsbeteiligung weist in diesem Zusammenhang auch darauf hin, dass nicht alle Meldungen über den Mängelmelder bearbeitet werden können. „Ein Falschparker, der mal eben auf dem Bürgersteig anhält, ist meist schon wieder weg, wenn der Kommunale Ordnungsdienst vorbeikommt. Das sind keine Schäden im Sinne des Mängelmelders“, erklärt Rottmann. Auch Anzeigen von Vergehen einzelner Personen, wenn der Nachbar zum Beispiel laute Musik hört, gehören nicht in den Mängelmelder. „Das Beteiligungsformat ist keine Plattform für Notfälle oder akute Gefahren“, betont Rottmann. In diesen Fällen müssen die entsprechenden Notfallnummern gewählt werden.

Dass sich im Mängelmelder im vergangenen Jahr erstmals mehr als 1000 Nutzende einbrachten, freut das Team der Bürgerschaftsbeteiligung besonders. Auf 23 Quadratkilometern Stadtgebiet sind täglich zahlreiche städtische Beschäftigte im Einsatz, um alle öffentlichen Flächen und Gebäude sauber und instand zu halten. „Wenn Stadtverwaltung und Bürgerschaft sich austauschen, können Schäden und Mängel oft noch früher erkannt werden“, freut sich Rottmann. „Wir haben zum Beispiel einen fleißigen jungen Helfer, der systematisch defekte Leuchten meldet und damit bewirkt, dass die betroffenen Leuchten noch schneller repariert werden. Der wichtigste Gedanke ist auch hier das Miteinander für Monheim am Rhein.“

Den Mängelmelder finden Bürgerinnen und Bürger im städtischen Mitmach-Portal unter [extern]www.mitmachen.monheim.de oder direkt unter [extern]www.maengelmelder.monheim.de. Er wird in Zusammenarbeit mit der Darmstädter Firma „wer denkt was“ angeboten. Wer ein Smartphone besitzt, kann sich die kostenlose App herunterladen. Um einen Mangel zu melden, ist lediglich eine gültige E-Mail-Adresse nötig. Nach einer kurzen Überprüfung werden die Meldungen freigegeben und anschließend vom zuständigen Fachbereich bearbeitet. Rückfragen zum Bearbeitungsstand sind direkt in der jeweiligen Meldung als Kommentar möglich. (bh)

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