Stellt man sich eine typische Innenstadt vor, kommt man an einem Bild kaum vorbei: Tauben, die auf Plätzen scharren, auf Geländern sitzen oder in kleinen Gruppen durch Einkaufsstraßen spazieren. Auch in Monheim Mitte gehören diese Szenen zum Stadtbild. Ein nun errichtetes Taubenhaus soll die Population langfristig reduzieren.
Damit das Taubenhaus die Innenstadt tatsächlich entlasten kann, wurde nach einem zentralen Standort gesucht, der schließlich direkt gegenüber dem Busbahnhof gefunden wurde. Unter dem zum Rathauskomplex gehörenden Dach von Haus Nummer 45 am Ingeborg-Friebe-Platz befand sich ursprünglich eine Lüftungszentrale, die durch Umbauten nicht mehr benötigt wurde. Die freigewordene und von der Stadt bereitgestellte Fläche bietet nun genügend Platz, um den Tauben ein Zuhause zu geben.
Das Taubenhaus soll als zentraler Standort für eine betreute Population dienen und dabei helfen, die Anzahl der Tauben im Stadtbild sichtbar zu reduzieren. Durch die kontrollierte Fütterung und das regelmäßige Austauschen der Eier wird erwartet, die Anzahl der Tauben langfristig zu reduzieren. Auch deren Gesundheit profitiert von der artgerechten Fütterung mit Körnern.
Damit das gelingen kann, kümmern sich der Tierschutzverein Monheim und die Taubenhilfe Monheim und Langenfeld um die Pflege des Taubenhauses und um die Vögel selbst. Gisela Herforth, Vorsitzende des Monheimer Tierschutzvereins, freut sich über die Realisierung des Projekts: „Tierschutz geht uns alle etwas an – und Taubenschutz auch.“ In seiner Funktion als Taubenwart wird Thomas Macejewski künftig dafür sorgen, dass die neue Unterkunft gepflegt bleibt und sich die Tauben nicht unkontrolliert vermehren. Dazu wird er regelmäßig die gelegten Eier durch Attrappen ersetzen und so für eine tierschutzgerechte Bestandsregulierung sorgen.
Zurzeit nisten noch keine Tauben im Taubenhaus. Daher werden Lockvögel eingesetzt, um die Stadttauben auf die Unterkunft aufmerksam zu machen. Durch das in diesem Fall gezielte Anfüttern sollen sich die Tiere nach und nach einnisten. Gelingt dies, dürfte das auch auf den Straßen deutlich werden: Haben die Vögel das Taubenhaus erst einmal angenommen, verbringen sie rund 80 Prozent ihrer Zeit dort.
Der Taubenschutzverein weist darauf hin, dass der verantwortungsvolle Umgang mit Tauben nicht beim neuen Taubenhaus endet. Vielmehr können auch Privatpersonen einen Beitrag leisten: Besonders das Steigenlassen von Hochzeitstauben stellt nach Angaben des Vereins ein ernstes Tierschutzproblem dar. Viele Tiere finden nach solchen Einsätzen nicht in ihren Heimatschlag zurück, verirren sich oder bleiben orientierungslos in Städten zurück, wo sie häufig verhungern oder erkranken. Sich gegen den Einsatz solcher Programmpunkte zu entscheiden, leistet bereits einen Beitrag zum Tierschutz. (at)


