Städtische Literaturpreise für Salah Naoura, Anja Reumschüssel und Ruth-Maria Thomas

Siegertitel „Die schönste Version“, „Über den Dächern von Jerusalem“ und „Das Schloss der Smartphone-Waisen“ werden am 13. September ausgezeichnet

Ruth-Maria Thomas wird für „Die schönste Version“, Anja Reumschüssel für „Über den Dächern von Jerusalem“ und Salah Naoura und Kai Schüttler für „Das Schloss der Smartphone-Waisen“ mit Literaturpreisen der Stadt Monheim am Rhein ausgezeichnet. Foto: Corinna Bärenz

Auf der Suche den besten Büchern für die städtischen Literaturpreise haben in den vergangenen Monaten Kinder, Jugendliche und Erwachsene zahlreiche Werke studiert. Jetzt stehen die Preisträgerinnen und Preisträger fest: Der Ulla-Hahn-Literaturpreis geht an Ruth-Maria Thomas für „Die schönste Version“ (Rowohlt), der Ulla-Hahn-Jugendliteraturpreis an Anja Reumschüssel für „Über den Dächern von Jerusalem“ (Carlsen) und der Ulla-Hahn-Kinderliteraturpreis an Salah Naoura und Kai Schüttler für „Das Schloss der Smartphone-Waisen“ (Carlsen). Der Ulla-Hahn-Literaturpreis ist mit 15.000 Euro dotiert, der Jugendliteratur- und Kinderliteraturpreis mit jeweils 10.000 Euro. Die feierliche Preisverleihung findet am 13. September im Sojus 7 statt.

Der Ulla-Hahn-Literaturpreis der Stadt Monheim am Rhein zeichnet seit 2012 ein deutschsprachiges Erstlingswerk aus, das in besonderer Weise den Bezug zur eigenen Herkunft und zum eigenen Leben widerspiegelt. Als diesjährigen Preisträger-Titel hat die Fachjury unter dem Vorsitz von Dr. Ulla Hahn mit Maren Jungclaus vom Literaturbüro NRW, Lehrerin Swapna Panamthottathil und Dr. Lothar Schröder, Leiter der Kulturredaktion der Rheinischen Post, „Die schönste Version“ von Ruth-Maria Thomas ausgewählt. „Ruth-Maria Thomas erzählt klar und geradlinig, hat ihren eigenen Ton gefunden, der sie durch eine anspruchsvolle Debüt-Geschichte sicher trägt“, heißt es im Urteil der Jury.

„Die schönste Version“ erzählt von Liebesglück und Gewalt

In Thomas‘ Roman geht es nicht nur um die erste Liebe zwischen der Studentin Jella und Yannick in Ostdeutschland: Die Autorin erzählt nach anfänglichem Liebesglück von Gewalt in einer Beziehung und von lebensbedrohlicher Brutalität. „Und so geht es vor allem um das Selbstverständnis von Frauen und Männern, um Traumata und den Umgang mit Gewalterfahrungen“, resümiert die Jury. Ruth-Maria Thomas ist in Cottbus aufgewachsen und war zunächst als Sozialarbeiterin tätig. „Mag sein, dass auch diese Berufserfahrungen mit Jugendlichen ihr dabei geholfen haben, so präzise über Opfer und Täter schreiben und mit diesem schwierigen und vielschichtigen Thema ein sehr gutes, preiswürdiges Debüt vorlegen zu können“, vermutet die Jury. „Ein Buch eher vordergründig über eine toxische Beziehung und Gewalt, vor allem aber über Körperlichkeit, Selbstzweifel, Frausein und Frauwerden. Eine Introspektion, auch stilistisch sehr gelungen.“

Im Fokus des Jugendliteraturpreises stehen Geschichten über junge (Anti-)Heldinnen oder -Helden im Widerstreit, die großen gesellschaftlichen Fragen unserer Zeit, Wege und Irrwege des Heranwachsens oder die Auseinandersetzung mit der Welt und dem eigenen Ich. In Zusammenarbeit mit dem Rheinischen Lesefestival Käpt’n Book der Bundesstadt Bonn haben in den vergangenen Monaten rund 50 Jugendliche aus Bonner Schulen und Monheim am Rhein zahlreiche Jugendromane gelesen. Nach engagierten Diskussionen hat die Jury aus sechs Gruppen den Ulla-Hahn-Jugendliteraturpreis nun der Autorin Anja Reumschüssel für ihren Roman „Über den Dächern von Jerusalem“ zuerkannt.

„Über den Dächern von Jerusalem“ verknüpft vier Lebenswege in zwei Epochen

In ihrem Romandebüt verknüpft die Journalistin Anja Reumschüssel die Schicksale von Jugendlichen aus den 1940er-Jahren und der Gegenwart und spannt einen Bogen von den Anfängen des modernen Israel vor 75 Jahren bis ins Heute. Die Jugendjury hat vor allem überzeugt, wie Reumschüssel dabei gefühlvoll die mitreißende Geschichte von Tessa und Mo, Anat und Karim mit den historischen Fakten literarisch verschränkt: „Die Figuren lassen uns emotional in die Ursprünge und die Gegenwart des Nahost-Konflikts eintauchen. Ein immens wichtiger Jugendroman für unsere Zeit, wo der Krieg in Gaza auf fast jedem Schulhof ständig Thema ist.“ Aber das Buch besteche nicht nur mit seinem Inhalt, betonen die Jugendlichen in ihrer Diskussion, sondern es sei einfach toll geschrieben und entwickle beim Lesen einen richtigen Sog. „Und die wichtigste Botschaft ist, dass auch zwischen den allerhärtesten Fronten Freundschaft möglich ist.“ Die endgültige Entscheidung fiel bei einem finalen Treffen in Monheim am Rhein. Diese haben sich die Jurymitglieder nicht leichtgemacht: „Es wurde teilweise hart gerungen, aber trotzdem blieb es fair“, bilanziert die 14-jährige Marie aus Monheim am Rhein. „Schließlich eint uns alle zusammen die Leidenschaft für gute Jugendbücher.“

Zum ersten Mal wird in diesem Jahr der Ulla-Hahn-Kinderliteraturpreis verliehen. Sieben Kinder zwischen 8 und 11 Jahren haben in den vergangenen Monaten begeistert gelesen und mit viel Herzblut diskutiert. Insgesamt zwölf Bücher standen schließlich auf der Longlist für den ersten Kinderliteraturpreis der Stadt Monheim am Rhein. In der finalen Sitzung entschied sich die Jury für „Das Schloss der Smartphone-Waisen“ von Autor Salah Naoura und Illustrator Kai Schüttler. In dem turbulenten Kinderroman geht es um ein ganz besonderes Waisenhaus, das plötzlich abgerissen werden soll. Kalli, Leo, Tara, Bodhi und Bhavani versuchen eine Lösung für das Problem zu finden. Vielleicht können sie in das Schloss der alten Hermine ziehen? Doch ihr fieser Sohn Henri macht ihnen das Leben schwer, denn der will lieber ein Luxushotel daraus machen. Für die fünf Smartphone-Waisen steht daher fest: Ein gewiefter Plan muss her. Den Kindern der Monheimer Jury gefällt vor allem, dass Kinder im Buch die Hauptrollen spielen. „Da ist richtig viel Verrücktes passiert, das mag ich“, sagt Jurymitglied Simon. Und Helene ergänzt: „Das Buch hat auch irgendwie Recht. Handys sind eben auch manchmal doof.“ (bh)

file linkTrägerinnen und Träger der städtischen Literaturpreise

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