Stadtbekannt als leidenschaftlicher Politiker, Buchhändler, Verleger, Radfahrer und Zigarrenraucher

Karl König, Ehrenringträger der Stadt Monheim am Rhein, ist im Alter von 90 Jahren gestorben

So kannte man ihn: Karl König, aufgenommen um 1990. Foto: Guido Boes / Stadtarchiv Monheim am Rhein

Karl König zählte über viele Jahrzehnte zu den bekanntesten Köpfen und Kommunalpolitikern der Stadt. Der gebürtige Monheimer genoss hohes Ansehen in der Bevölkerung und über Parteigrenzen hinweg. Einen Namen machte sich König zudem als Schreibwaren- und Buchhändler, Verleger, Doll-Eck-Matador und Reitsportler. Stets auf gebrauchten Fahrrädern unterwegs („Die werden nicht geklaut.“) und fast immer Zigarre rauchend, gehörte König quasi mit zum Stadtbild. Er war nicht weniger als ein echtes Monheimer Urgestein, ein Original. Am 27. August ist er im Alter von 90 Jahren gestorben.

Königs politisches Engagement begann 1963 mit dem Beitritt zur CDU. Er stamme zwar aus einem unpolitischen Elternhaus, hat König mal berichtet, doch als Motivation und Motto gab er an: „Wer nicht handelt, wird behandelt.“ Ab 1973 war König sachkundiger Bürger im Schulausschuss. Als Monheim 1975 nach Düsseldorf eingemeindet wurde, wurde er Mitglied der damaligen Bezirksvertretung.

30 Jahre stellvertretender Bürgermeister

Im Jahr darauf war die Eingemeindung erfolgreich rückgängig gemacht und König wurde in den wiedererstandenen Monheimer Rat gewählt. Bei den Kommunalwahlen 1979 trat er erstmals als Spitzenkandidat der CDU an, scheiterte aber gegen Bürgermeisterin Ingeborg Friebe (SPD). Doch er wurde zweiter stellvertretender Bürgermeister, 1984 dann sogar erster Stellvertreter – und er blieb es bis 2009. 30 Jahre war er damit auch Repräsentant der Stadt Monheim am Rhein. Und er war ein großartiger und beliebter Anekdotenerzähler, ein Gedächtnis der Stadt.

Karl König lebte von Kindesbeinen an im Schatten des Schelmenturms. Bei dem von ihm mitinitiierten Straßenkarnevalstreiben zur Weiberfastnacht an der Doll Eck stand er viele Jahre lang in erster Reihe. Das Elternhaus an der Doll Eck bestimmte auch die berufliche Laufbahn Karl Königs. Er machte zunächst Lehren als Schriftsetzer und Buchhändler und übernahm 1965 „Bücher & Papier König“ in dritter Generation.

Engagierter Einzelhändler

Zwei Jahre darauf trennte König die beiden Geschäftsfelder, indem er ein zweites Ladenlokal an der Krischerstraße eröffnete. Fortan gab es an der Doll Eck „Papier König“ und an der Krischerstraße „Bücher König“. Bei Alteingesessenen hielt sich für Papier König der Name „Zirette-Schäng“, denn auch Tabakwaren waren dort erhältlich, zudem konnte man hier Lotto und Toto spielen.

Als 1977 die Geschäftsleute in der Altstadt mit Sorge sahen, dass viele Kunden in die neuen Ladenzentren im Monheimer Süden und Baumberger Osten abwanderten, gründeten sie die Werbegemeinschaft „Treffpunkt Alt-Monheim“. Karl König wurde zu ihrem Vorsitzenden gewählt – und blieb es bis 1985.

Im Jahr 1986 führte König „Papier“ und „Buch“ im Ladenlokal an der Krischerstraße zusammen. Für die Buchhandlung kam das Ende 2006. König setzte nunmehr ganz auf Schreib-, Bastel- und Geschenkartikel. Beim einhundertjährigen Bestehen 2007 war die Jean König OHG das älteste noch bestehende Einzelhandelsgeschäft im Stadtteil Monheim. Nach 60-jähriger Berufstätigkeit übergab König sein Geschäft im September 2008 schließlich an eine langjährige Mitarbeiterin und ging in den Ruhestand.

Mit dem „Alt Monheimer Bilderbuch“ hatte Karl König 1979 als Ein-Mann-Verleger debütiert. Mit dem Büchermachen ging Königs zweite große Leidenschaft, das Fotografieren, im Schelmenverlag Jean König eine fruchtbare Verbindung ein. Und schließlich war König auch dem Monheimer Reitsport mit Leidenschaft verbunden. Von 1969 bis 1977, 1980 bis 1991 und 1994 bis 1998 war er Vorsitzender des Reitsportvereins.

Für sein Jahrzehnte währendes bürgerschaftliches Engagement wurde Karl König vielfach ausgezeichnet, so 1988 mit dem Bundesverdienstkreuz, 2003 mit dem Ehrenring der Stadt Monheim am Rhein und 2004 mit dem Rheinlandtaler. (hoh/ts)

 

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