Nach der langen Umbauphase des Sojus 7 wachsen zwischen dem neuen Gebäude, der ehemaligen Krautfabrik und dem sanierten Fachwerkhaus nun auch die ersten Pflanzen. In die fertig gestellten Außenanlagen ist am Freitag, 22. Mai, der Färbergarten der Kunstwerkstatt Turmstraße gezogen. Künftig wollen Sojus 7 und Kunstschule hier gemeinsam erlebbar machen, wie bunt grün sein kann.
Stoffe und Papier werden seit vielen Jahrhunderten mit Naturfarbstoffen aus sogenannten Färberpflanzen gefärbt. Der erste Färbergarten wurde im Frühjahr 2023 gemeinsam mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern auf der Dachterrasse der Kunstwerkstatt Turmstraße angelegt. Der neue Standort auf dem Sojus-7-Gelände soll den Färbergarten nun leichter zugänglich machen und Menschen aller Altersgruppen zum Mitmachen einladen. Bürgermeisterin Sonja Wienecke freut sich über den gelungenen Umzug des Projekts: „Der Färbergarten war immer schon eine tolle Gelegenheit, sich zu begegnen und auszuprobieren. Hier auf dem Gelände des Sojus 7 ist Bewegung, hier ist Leben, so soll es auch in Zukunft sein.“ Dabei gehe es vor allem um das gemeinschaftliche Engagement: „Wir kümmern uns hier gemeinsam – das ist gelebte Partizipation und das zeichnet nicht nur das Sojus 7, sondern auch die Kunstschule aus. Ganz herzlichen Dank an alle, die das hier beleben und sich engagieren.“
Für die Kunstwerkstatt Turmstraße betreut Yvonne Klasen das Projekt in Zusammenarbeit mit der Künstlerin Nikola Hoffmann: „Der Umzug und unsere Kooperation bringt künstlerische Praxis, soziales Engagement und nachhaltiges Handeln an einem Ort zusammen – und macht daraus ein offenes Angebot für alle“, freut sich Klasen. „Färberpflanzen wie Färberwaid, Krapp oder Ringelblume liefern auf nachhaltige Weise natürliche Farbstoffe und verbinden Kunst, Handwerk und Umweltbildung. Der Färbergarten wird so zu einem offenen Ort für kreative und ökologische Projekte.“
Außenanlagen bieten Möglichkeiten für Public Gardening und kreative Projekte
Mit den neuen Außenanlagen entstehen für das Sojus 7 zusätzliche Möglichkeiten für Public Gardening, kreative Projekte und Begegnungen. „Der konzeptionelle Gedanke ist die Verbindung aus nachhaltigem Wirtschaften sowie sozialen und kulturellen Projekten“, erklärt Sojus-7-Leiter Christian Kaindl. Die Kooperation mit der Kunstschule sei daher die perfekte Symbiose: „Der Zuwachs an Know-how und inspirierenden künstlerischen Ideen ist eine perfekte Weiterentwicklung unseres Konzepts. Vereint an einem Ort entsteht so ein gärtnerisch-künstlerischer Turbo, der zahlreiche Facetten miteinander verbindet.“
Neben den Pflanzen des Färbergartens wachsen im Außenbereich unter anderem Himbeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren und verschiedene Gemüsesorten. Dazwischen ist noch Platz für weitere Ideen. Die Ehrenamtlichen, die sich im Rahmen des Angebots „Küche für alle“ (Küfa) engagieren, haben bereits angekündigt, sich um die Pflanzen kümmern, weitere anzubauen und sie in der Küche nutzen zu wollen. „Hier entsteht Exzellenz durch Freiraum“, freut sich Kaindl.
Mit der Fertigstellung der Außenanlagen ist die umfassende Umgestaltung des soziokulturellen Zentrums abgeschlossen. In der alten Rübenkraut-Fabrik an der Kapellenstraße hatte 2020 die letzte Veranstaltung stattgefunden. 2023 konnte das Sojus-7-Team das neue Gebäude mit Saal, Café, Ateliers und einem Seminarraum beziehen. Im Anschluss wurden das Fabrikgebäude, das das Sojus 7 mehr als 30 Jahre beherbergt hatte, und das benachbarte Fachwerkhaus umgebaut. In der ehemaligen Fabrik befinden sich nun Proberäume, Tonstudio, Medienraum, Werkstätten, ein Bereich für Ehrenamtliche und ein 120 Quadratmeter großer Freiraum mit Feuerstelle. Im angrenzenden Fachwerkhaus befinden sich die Büros des Sojus-7-Teams. (bh)


