Shida Bazyar erhält für Erstlingswerk dritten Ulla-Hahn-Autorenpreis

Fachjury mit Ulla Hahn entscheidet sich für den Roman „Nachts ist es leise in Teheran“ / Preisverleihung Ende des Jahres

Shida Bazyar ist eine deutsche Autorin mit iranischen Wurzeln. Ende des Jahres wird sie mit dem dritten Ulla-Hahn-Autorenpreis ausgezeichnet. Foto: Joachim Gern

Shida Bazyar erhält den Ulla-Hahn-Autorenpreis für ihr Erstlingswerk „Nachts ist es leise in Teheran“.

Wer jünger ist als 35 Jahre, sich mit der eigenen Herkunft auseinandersetzt und darüber ein Buch veröffentlicht, hat gute Chancen auf den Ulla-Hahn-Autorenpreis. Alle zwei Jahre vergibt die Stadt Monheim am Rhein den mit 10.000 Euro dotierten Preis an den Autor eines beeindruckenden Erstlingswerks. In diesem Jahr hat sich die Fachjury, mit der in Monheim aufgewachsenen Autorin Ulla Hahn als Vorsitzenden, für Shida Bazyar und ihren Roman „Nachts ist es leise in Teheran“ entschieden. Der Preis wird bereits zum dritten Mal verliehen.

„Shida Bazyars erster Roman handelt von Flucht und Ankommen, von der Frage nach eigenen und fremden Wurzeln, von Eigen- und Fremdwahrnehmung. Über drei Jahrzehnte erzählt sie die Geschichte einer iranischen Familie“, erklärt die achtköpfige Jury. Die Autorin stelle in jedem der vier Teile ein anderes Mitglied der Familie in den Mittelpunkt und nehme weitestgehend jeweils deren Perspektive ein: „Beshads Hoffnungen, Nahids Gefühl der Fremdheit und Verwunderung in Deutschland, Lalehs Erfahrung einer Doppelidentität, Mos Verwirrung gegenüber den eigenen Emotionen – Shida Bazyar schafft es, die jeweiligen Sichtweisen und Gefühlszustände ohne Larmoyanz, aber mit scharfem Blick und in einer ganz besonderen Sprache – eher Sprachen – zu schildern.“ Das Urteil ist eindeutig: „Das Buch ist nicht nur ein wichtiger Beitrag zur aktuellen Flüchtlingsdiskussion, sondern einfach ein Stück großartiger Literatur.“

Shida Bazyar ist eine deutsche Autorin mit iranischen Wurzeln. Sie wurde 1988 in Hermeskeil geboren, studierte Literarisches Schreiben in Hildesheim und arbeitet mittlerweile in Berlin als Bildungsreferentin für junge Menschen, die ein Freiwilliges Ökologisches Jahr in Brandenburg machen. Neben Veröffentlichungen von Kurzgeschichten in Zeitschriften und Anthologien war sie Stipendiatin des Klagenfurter Literaturkurses 2012 und Studienstipendiatin der Heinrich-Böll-Stiftung.

Mitglieder der Jury sind in diesem Jahr Norbert Hummelt (Schriftsteller), Maren Jungclaus (Literaturbüro NRW, Düsseldorf), Swantje Lichtenstein (Schriftstellerin und Dozentin an der Fachhochschule Düsseldorf), Lothar Schröder (Rheinische Post, verantwortlicher Redakteur für Geistiges Leben), Lara Schützsack (Preisträgerin des Ulla-Hahn-Autorenpreises 2014), Hajo Steinert (Deutschlandfunk, Leiter der Abteilung Kulturelles Wort) und Dorothea von Törne (freie Literaturkritikerin).

Die Preisverleihung findet Ende des Jahres statt. Der Ulla-Hahn-Autorenpreis wechselt sich mit dem UH!-Literaturpreis ab, der von einer Jugendjury vergeben wird. (bh)

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