Neue Blickwinkel auf und für eine belebte Innenstadt

Tony Craggs Arbeit „Points of View“ wird am Samstag, 19. November ab 12 Uhr eingeweiht – mit musikalischen, kulinarischen und kreativen Überraschungen

Sie sind da! Tony Craggs tanzende Säulen des Kunstwerks „Points of View“ sind diesen Freitag eingetroffen. Am kommenden Samstag, 19. November, werden sie ab 12 Uhr eingeweiht. Foto: Katharina Braun

Hier verlassen die spektakulären Bronzesäulen gerade die Gießerei. Foto: Carsten Linder

Im Zuge der jüngsten Turbulenzen um Galeria Kaufhof war es gerade wieder großes Thema in allen überregionalen Medien: Deutschlands Innenstädte bangen um ihre Attraktivität. Während der Online-Handel, nochmal brandbeschleunigt durch Corona, weiter auf dem Vormarsch ist, veröden vielerorts die alten Einkaufszentren, an denen nichts getan wird. Dabei ist Wandel im Handel dringender denn je vonnöten. Und die richtigen Antworten sind eigentlich bekannt: Das Einkaufen und der Aufenthalt in einem modernen Stadtzentrum mit Zukunft müssen zum Erlebnis werden. Der stationäre Handel muss seine Stärken auszuspielen, die der einsame Online-Einkauf per Handy oder Mausklick niemals bieten können wird: Live-Atmosphäre, Begegnungen mit Menschen, Inspiration, Klänge und Düfte, die über belebte Plätze getragen werden, und Wohlfühlorte, an denen man auch einmal einfach die Seele baumeln lassen kann. Monheims Antwort ist: Monheim Mitte. 

Innerhalb weniger Wochen eröffnen hier in diesem Herbst nicht nur zahlreiche neue Einkaufsmöglichkeiten, sondern auch besondere Gastronomieangebote. Und es werden attraktive Orte zum Verweilen mit gleich drei neuen Kunstwerken eingeweiht. Was das mit Blick auf eine völlig veränderte Atmosphäre bewirkt, hat die Stadt vor wenigen Wochen mit der Eröffnung des von Jeppe Hein geschaffenen „Playground Eierplatz Monheim“ gezeigt: Plätscherndes Wasser, das immer wieder seine skulpturalen Formen verändert, bunte Regebögen im Sonnenschein, lachend spielende Kinder und Gäste aller Altersgruppen, die dem Treiben vergnügt bei einer Tasse Kaffee, leckerem Essen oder auch einfach völlig kostenlos von einer Bank aus zuschauen. Nun steht die zweite große Kunst-Einweihung an. Ein weiterer großer Meister hinterlässt seine gestalterischen Spuren in der Stadt.

Eine großartige Erweiterung

Am Eingang des neu gestalteten Zentrums von Monheim am Rhein begrüßt künftig die Skulpturengruppe „Points of View“ von Tony Cragg die Besucherinnen und Besucher – und wird damit Teil der stetig wachsenden Sammlung von Kunst im öffentlichen Raum der Stadt Monheim am Rhein. Die Einweihung am Ingeborg-Friebe-Platz (in Höhe Busbahnhof) mit musikalischen, kulinarischen und kreativen Überraschungen, ist am Samstag, 19. November von 12 bis 14 Uhr. Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Daniel Zimmermann wird Kunsthistoriker Gerhard Finckh hier einführende Gedanken zu Werk und Künstler liefern. Und auch Tony Cragg ist da – ebenso wie Isabel Port, die Geschäftsführerin der Monheimer Einkaufszentren GmbHs, über die die Anschaffung finanziert und realisiert wurde. 

Die von Cragg für Monheim am Rhein entworfenen drei Säulen aus Bronze sind jeweils rund fünfeinhalb Meter hoch. Sie sind in der Form eines Dreiecks angeordnet, jeweils im gleichen Abstand zueinander. Man kann und soll zwischen ihnen hindurchgehen und sie so von allen Seiten betrachten. Sie ragen empor, dabei sind sie nicht gerade, sondern weiten und verjüngen sich geschwungen in alle Richtungen. Die Formen wirken fließend und gleichzeitig wie in der Bewegung eingefroren.

Veränderte Perspektiven

Wie der Titel der Arbeit „Points of View”, andeutet, verändert sich der Eindruck des Kunstwerks ständig – je nachdem, aus welcher Perspektive man sich ihm nähert. Aus immer neuen Blickwinkeln betrachtet, scheinen dabei in den Konturen der spiegelnden Säulen immer wieder vertraute Formen auf: Gesichter im Profil, die entstehen und vergehen, wie bei einem Kippbild. Tony Cragg ist ein Meister im Spiel mit dem Gegensatz von Statik und Dynamik und mit abstrakten Formen, die zugleich gegenständliche, oft fast menschlich wirkende Züge haben.

Die Monheimer „Points of View“ fügen sich harmonisch in die belebte Umgebung. Im Kontext des funktional gestalteten Busbahnhofs, der dichten Bebauung des Einkaufszentrums und der sich öffnenden Einkaufspassage bildet das Kunstwerk einen willkommenen optischen Kontrast. Es verleiht dem sehr praktisch bestimmten Ort künftig einen gestalterischen Mehrwert, der keiner Funktion dient. Allein mit der Freude an der spannungsreichen, dynamischen Form setzt der Künstler der rigiden Architektur einen lebendigen Impuls entgegen und bereichert die Wahrnehmung der Passantinnen und Passanten so um immer wieder neue Eindrücke und Perspektiven. Der Besuch in Monheim Mitte lohnt – und er bedient alle Sinne! (ts)

Über den Künstler
Tony Cragg wurde 1949 in Liverpool geboren. Nach dem Abitur arbeitete er als Labortechniker in der biochemischen Forschung und begann während dieser zweijährigen Praxis mit dem Zeichnen, um 1969 das Gloucestershire College of Art and Design und anschließend die Wimbledon School of Art zu besuchen. 1973 führte ihn sein Kunststudium zum Royal College of Art in London, wo er den Studienschwerpunkt auf Bildhauerei legte. Anregungen aus Minimalismus und Land Art prägten seine künstlerischen Anfänge, und er begann mit Fundobjekten zu arbeiten, bevor er traditionelle Materialien wie Stein, Eisen und Bronze für sich entdeckte. 1976 führte ihn ein Lehrauftrag an die Ecole des Beaux-Arts in Metz. Im Jahr darauf zog er nach Wuppertal, dem Wohnort seiner ersten Frau, wo er bis heute lebt und arbeitet. 1978 nahm er seine Lehrtätigkeit an der Kunstakademie Düsseldorf auf, seit 1988 als Professor, bis er 2001 auf einen Lehrstuhl für Bildhauerei an der Akademie der Künste in Berlin wechselte. 2006 kehrte er als Prorektor an die Kunstakademie Düsseldorf zurück, zu deren Rektor er 2009 ernannt wurde. 2014 schied er aus diesem Amt aus.   
In einer nahezu unüberschaubaren Vielzahl von Ausstellungen präsentiert Tony Cragg seit 1977 sein Werk in renommierten Museen weltweit. Mehrmals war er auf der Biennale von Venedig und der documenta in Kassel sowie auf den Biennalen von Sao Paulo und Sydney vertreten. 1988 wurde ihm der Turner Prize verliehen. Zur mehrfachen Ehrendoktorwürde und zahlreichen weiteren angesehenen Auszeichnungen kam 2003 seine Ernennung zum Commander of the British Empire, 2016 zum Knight Bachelor. Zu den bedeutendsten Bildhauern der Gegenwart zählend, nahm er 2007 den Praemium Imperiale, den Weltkulturpreis des japanischen Kaiserhauses, entgegen. Infos: [extern]www.tony-cragg.com 

Über das Werk
In Craggs Œuvre lassen sich große „Werkfamilien“ ausmachen. In den so genannten „Rational Beings“, die Cragg seit 1996 entwickelt, beschäftigt sich der Künstler mit der vertikalen Achse in emporstrebenden, bewegten Formgebilden. Teil dieser Werkfamilie der „Rational Beings“ ist die Werkreihe der „Points of View“, zu der auch die Monheimer Arbeit gehört. Innerhalb der „Rational Beings“ fallen die „Points of View“ durch ihre eher schlanke, hohe Form und die bewegte Silhouette auf. Sie sind oft als Dreierkonstellation gruppiert, finden sich aber auch als einzelne Skulpturen. Jede von ihnen geht als Unikat zurück auf die detaillierte händische Konstruktion des Künstlers im Atelier. So erprobt Cragg in immer neuen formalen Variationen die Gratwanderung zwischen dynamischer Abstraktion und dem deutlichen Eindruck von Gegenständlichkeit. 

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