Monheims fünfte Jahreszeit wird fair gefeiert – Stadt spendiert Kamelle für über 50.000 Euro

„Der Karneval schafft Heimat ohne zu tümeln“ und verbindet nicht nur die Menschen in der Stadt, sondern nun sogar über Kontinente hinweg

Große Freude bei Monheims Kinderprinzenpaar, Roland Pareik, vom Vereinsvorstand der Jecken Fairsuchung und hunderten von teilnehmenden an den Monheimer und Baumberger Karnevalszügen. Am 11. und 12. Februar fliegt in der Stadt fair gehandelte Kamelle. Foto: Thomas Spekowius

Dietmar Bär (l.) und Klaus J. Behrendt engagieren sich über den von ihnen gegründeten Tatort-Verein seit 20 Jahren für das Schicksal philippinischer Kinder. Dass die Fairtrade-Stadt Monheim am Rhein bei der Unterstützung ihrer heimischen Karnevalsvereine auf fair gehandeltes Wurfmaterial setzt, dessen Rohstoffe auch aus dem fairen Anbau auf den Philippinen stammen, finden die beiden beliebten Darsteller der Kölner Tatort-Kommissare Freddy Schenk und Max Ballauf „bemerkenswert“ und „vorbildlich“. Foto: Tatort – Straßen der Welt e.V.

Seit vier Jahren ist Monheim am Rhein zertifizierte Fairtrade-Stadt. Um dieses Siegel und die damit verbundene Verantwortung auch in die hier von tausenden Menschen intensiv gelebte Monheimer Karnevalskultur zu integrieren, hat die Stadt in diesem Jahr erstmals alle Gruppen und Vereine, die an einem oder sogar gleich mehreren der drei Monheimer Karnevalszüge teilnehmen, mit fair gehandeltem Wurfmaterial ausgestattet.

Die Pakete mit einem Gesamtwert von über 50.000 Euro wurden diese Woche im Rahmen eines kleinen Festakts in der neuen Wagenhalle des städtischen Betriebshofs übergeben.

„Wir sind zu Recht stolz auf unseren Karneval, auf unsere tollen Fuß- und Wagengruppen, auf unsere Sitzungen, und wir sind sehr froh, dass sich auch und gerade so viele Kinder und Jugendliche aktiv an der Pflege dieses Brauchtums beteiligen“, betonte Bürgermeister Daniel Zimmermann bei der Übergabe der insgesamt 72.000 Täfelchen aus fair gehandelter Schokolade sowie 45.000 Tütchen mit Mango-Monkeys und nochmal doppelt so vielen nicht nur fair, sondern auch noch vegan produzierten Fliegenden Herzen – jeweils Fruchtgummi-Mischungen mit gutem Geschmack.

Hauptstadt des fairen Karnevals

Dabei gilt: Qualität geht vor Quantität. „Fair gehandeltes Wurfmaterial hat seinen Preis“, betonten sowohl der Bürgermeister als auch Roland Pareik vom Vorstand des Vereins Jecke Fairsuchung, mit dem die Stadt hier ebenso kooperiert wir mit der Fairhandelsgenossenschaft dwp in Ravensburg. „Unser Ziel für die Zukunft ist es, dass auch Monheims Vereine demnächst möglichst zehn Prozent ihres Budgets in faire Kamelle investieren“, erläuterte Pareik als Fairtrade-Förderer und „Opladener Jung“. In Richtung der über hundert Abgesandten der Monheimer Fuß- und Wagengruppen lud er ein:  „Reichlich Material zum Kennenlernen, Probeschmecken und Probewerfen haben sie ja nun durch die Stadt überreicht bekommen. Wenn Sie künftig nun tatsächlich diese zehn Prozent ihres eigenen Kamelle-Budgets in fair gehandeltes Wurfmaterial investieren, würden Sie Monheim am Rhein damit nicht nur zur Hauptstadt für Kinder, sondern auch zur Hauptstadt des fairen Karnevals machen.“

Eine erste spontane Zusage in diese Richtung gab es von Kinderzug-Organisatorin Inge Mohr, die sich ebenso wie Veedelszoch-Leiter Peter von Jeger für den Arbeitskreis Baumberger Karneval und  Gromoka-Vorstand Moritz Peters von der großzügigen Spende der Stadt begeistert zeigten. Einhelliger Tenor: Gerade für die vielen kleinen Fußgruppen, die oft über Fördervereine von Kitas oder Grundschulen organisiert werden, ist das eine hochwillkommene Unterstützung. Denn auch die Budgets von Monheims großzügigen Sponsoren sind endlich, zumal diese oft von verschiedensten Stellen angefragt werden.

Einladung an alle Menschen

Und genau eine solche Unterstützung soll die Hilfe auch sein, betonte Monheims Stadtoberhaupt – eine wertige Ergänzung und Aufstockung des ohnehin gekauften oder über Sponsoren zusammengetragenen Wurfmaterials, keineswegs ein Ersatz dafür. Zugleich unterstrich der Bürgermeister den positiven Imagewert des Karnevals, wie er in Monheim am Rhein gefeiert wird: „Das ist Stadtmarketing im besten Sinne. Auch deshalb unterstützen wir hier gerne.“

Gromoka-Vorstandsmitglied Moritz Peters unterstrich, dass die hier in vielen bunt gefüllten Paketen sichtbar werdende Unterstützung sogar nur einen kleinen Ausschnitt zeige. „Von unserer Seite spreche ich hier daher sehr gerne einen großen Dank an die Stadtverwaltung aus, die uns Karnevalisten nicht nur an dieser Stelle und auch längst nicht immer nur in materiellen Dingen stets hilfreich zu Seite steht. Das ist nicht selbstverständlich. Danke, dass wir uns auch in ganz anderen Zusammenhängen immer an Euch wenden können und so viel Hilfe aus dem Rathaus heraus erfahren“, so der Sitzungspräsident, der zugleich aber auch selbstbewusst betonte: „Ihr tut gut daran, dieses Brauchtum zu unterstützen. Denn der Karneval besteht eben nicht nur darin, an zwei, drei Tagen im Jahr mit bunten Wagen durch die Straßen zu fahren und Kamelle zu schmeißen oder sich in Uniform an Theken zu stellen. Unser Karneval besteht auch darin, dass unsere Prinzenpaare in die Seniorenwohnheime, Kitas und Schulen gehen, und dass dieses Brauchtum das ganze Jahr hindurch gepflegt wird. Der Karneval ist wichtig, denn er gibt Heimat ohne zu tümeln, ohne auszuschließen. Der Karneval verschafft Wurzeln, ohne dass Menschen mit anderen Wurzeln davon abgebunden werden. Kurzum: Der Karneval ist eine Einladung an alle Menschen, die guten Willens sind. Von daher sage ich: Es ist alternativlos, dass ihr uns weiter so unterstützt.“ 

Prominente Anerkennung

Genau diese Unterstützung sagte Bürgermeister Daniel Zimmermann denn auch zu. Das Versprechen für weitere Fairtrade-Kamelle, mindestens für das nächste Jahr, steht bereits. Schon in diesem Jahr unterstützt die Stadt die Gromoka und den ABK in neuem Maße bei den Organisationskosten für die Züge. Und wie 2017 werden auch 2018 wieder Monheimer Wagenbauerinnen und -bauer bei Großmeister Jaques Tilly auf Kosten der Stadt in die Wagenbauschule gehen können.

Für all dieses städtische Engagement gibt es inzwischen sogar prominente Bewunderung. Mit einer Grußbotschaft wendeten sich die beiden beliebten Schauspieler Dietmar Bär und Klaus J. Behrendt an die Monheimerinnen und Monheimer: „Als die ermittelnden Kölner Kommissare Freddy Schenk und Max Ballauf, aber natürlich auch als die Privatmenschen Dietmar Bär und Klaus J. Behrendt, wissen wir um die enorme Integrationskraft des Karnevals. Dass die Fairtrade-Stadt Monheim am Rhein an ihre Vereine denkt und dabei bewusst auf fair gehandeltes Wurfmaterial – also auf echte Klasse anstelle von billiger Masse – setzt, finden wir vorbildlich.“ Bär und Behrendt setzen sich über den vor 20 Jahren von ihnen mitgegründeten Verein „Tatort – Straßen der Welt“ für philippinische Kinder ein, deren Eltern ihnen von fairem Mango-Anbau ein geregeltes Schulleben ermöglichen können. Genau diese fair gehandelten Mangos liefern den Rohstoff für eines der Fruchtgummi-Produkte, die in diesem Jahr als faire Kamelle in Monheim am Rhein fliegen werden. Bär und Behrendt: „Dass eine Stadt den heimischen Karneval mit Kamelle-Spenden im Wert von über 50.000 Euro unterstützt, ist schon an sich eine tolle Sache. Dass sie durch den Kauf von fair gehandeltem Wurfmaterial dabei aber auch noch an so viele Menschen fernab des fröhlichen Geschehens in der Heimat denkt, macht dieses Handeln jedoch noch viel bemerkenswerter. So gelingt es dem Monheimer Karneval, kleine und große Menschen über gleich mehrere Kontinente hinweg mit Freude zu verbinden.“  (ts)

[intern]Das Grußwort der beiden Tatort-Kommissare Freddy Schenk und Max Ballauf aka Dietmar Bär und Klaus J. Behrendt

 

 

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