Kunst und Musik bauen Brücken zwischen Monheim am Rhein und Tirat Carmel

Peter-Ustinov-Gesamtschule präsentiert gemeinsames deutsch-israelisches Ausstellungsprojekt

Eine Bilderausstellung, in der auch ganz viel Musik steckt. Dafür gab es aus den Reihen des Publikums reichlich Applaus. Fotos: Michael Hotopp

Bürgermeisterin Sonja Wienecke und Schulleiter Horst Stolzenburg (3. v.l.) mit Andrea Wimmersdorf, Petra Büschenfeld und Burkhard Brörken (v.l.n.r.) von der Bezirksregierung Düsseldorf bei der Präsentation des deutsch-israelischen Projekts „Zukunft, Liebe, Hoffnung“ an der Peter-Ustinov-Gesamtschule.

Die Bilder der Schülerinnen und Schüler aus Tirat Carmel und Monheim am Rhein gehen bald als Ausstellung auf Wanderschaft. Die Acryltafeln hat die Stadt als Zeichen der Unterstützung gesponsert.

Die Bilder der Schülerinnen und Schüler aus Tirat Carmel und Monheim am Rhein gehen bald als Ausstellung auf Wanderschaft. Die Acryltafeln hat die Stadt als Zeichen der Unterstützung gesponsert.

Neben vielen weiteren Gästen lauschte auch Bürgermeisterin Sonja Wienecke aufmerksam den zahlreichen Wortbeiträgen, die die Verbundenheit zu den Inhalten des Projekts unterstrichen.

Musik, Kunst und bewegende Botschaften aus Israel haben am Dienstag, 5. Mai, die feierliche Präsentation des deutsch-israelischen Projekts „Zukunft, Liebe, Hoffnung“ an der Peter-Ustinov-Gesamtschule geprägt. Schülerinnen und Schüler aus Monheim am Rhein und der israelischen Partnerstadt Tirat Carmel setzten dabei gemeinsam ein Zeichen für Verständigung, Austausch und Menschlichkeit.

Die Veranstaltung zog zahlreiche Gäste aus Politik, Verwaltung, Kultur und Schule an. Neben Vertreterinnen und Vertretern der Bezirksregierung nahmen unter anderem auch Wolfgang Rolshoven, Beauftragter zur Bekämpfung von Antisemitismus und zur Förderung jüdischen Lebens der Landeshauptstadt Düsseldorf, Mitglieder des Rates der Stadt Monheim am Rhein sowie zahlreiche Unterstützerinnen und Unterstützer des Projekts teil. Schirmherrin des Projekts ist Sylvia Löhrmann, Beauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen für die Bekämpfung des Antisemitismus, für jüdisches Leben und Erinnerungskultur.

Im Mittelpunkt standen rund 30 großformatige Kunstwerke, die Schülerinnen und Schüler beider Partnerschulen geschaffen hatten. Die Arbeiten greifen Themen wie Frieden, Hoffnung, Angst, Zusammenhalt und Zukunft auf. Viele Werke kreisen um den Wunsch nach Ruhe, Sicherheit und einem normalen Alltag. Zu sehen waren stille und nachdenkliche Motive ebenso wie farbintensive, expressive Bilder über gesellschaftliche Spannungen und die Sehnsucht nach Verständigung. Ergänzt wurden die Werke durch musikalische Beiträge und digitale Inhalte per QR-Code.

Geteilte Perspektiven

„Was die Monheimer Schülerinnen und Schüler hier gemeinsam mit ihrer israelischen Partnerschule in Tirat Carmel geschaffen haben, ist weit mehr als eine Ausstellung“, sagte Bürgermeisterin Sonja Wienecke in ihrem Grußwort. „Es ist ein Austausch. Bilder werden zu Musik. Gefühle werden übersetzt. Perspektiven werden geteilt.“ Die Bürgermeisterin betonte zugleich die besondere Bedeutung der Städtepartnerschaft mit Tirat Carmel. „Unsere Partnerschaft bleibt nicht auf dem Papier. Sie wird hier konkret. In Begegnungen, im Austausch und in dem, was junge Menschen miteinander gestalten.“

Schulleiter Horst Stolzenburg beschrieb in seiner Ansprache, wie sich das Projekt aus ersten digitalen Begegnungen entwickelt habe. „Zu Beginn war uns allen noch nicht bewusst, welche Dimension dieses Projekt erreichen würde und was wir tatsächlich bewegen können“, sagte er. Aus anfänglicher Unsicherheit seien starke Emotionen entstanden: Betroffenheit, Wertschätzung und Begeisterung.

Stolzenburg schilderte außerdem einen besonderen Moment aus dem Austausch mit der Partnerschule in Tirat Carmel. Nachdem er ein Video zum Lied „Wir ziehen in den Frieden“ von Udo Lindenberg nach Israel geschickt hatte, habe ihn eine kurze Nachricht erreicht: „Wir schauen uns das Video ‚Wir ziehen in den Frieden‘ von Udo Lindenberg an und sehen es uns immer wieder an.“

Das Lied spielte auch bei der Veranstaltung selbst eine besondere Rolle. Udo Lindenberg hatte das Projekt mit einer persönlichen Nachricht unterstützt und die Aufführung seines Songs ermöglicht.

Musikalisch gestaltet wurde die Veranstaltung unter anderem vom Popchor der Peter-Ustinov-Gesamtschule in Zusammenarbeit mit der Musikschule Monheim am Rhein. Auch das Jugendblasorchester und weitere Ensembles begleiteten das Programm.

Das Verbindende im Mittelpunkt

In ihrem Grußwort sprach Bürgermeisterin Wienecke auch die gesellschaftliche Verantwortung an, Räume für Austausch und gegenseitiges Verständnis zu schaffen. „Antisemitismus hat in unserer Gesellschaft keinen Platz“, sagte sie. Gerade in einer vielfältigen Stadtgesellschaft sei es wichtig, junge Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen und gegenseitigen Respekt zu stärken.

Gleichzeitig wurde bei der Veranstaltung deutlich, dass das Projekt bewusst nicht das Trennende, sondern das Verbindende in den Mittelpunkt stellen will. Stolzenburg kündigte an, den Gedanken des Projekts künftig weiterentwickeln zu wollen. Perspektivisch solle der Austausch auch in Richtung Gazastreifen ausgeweitet werden. Ziel sei es, noch mehr junge Menschen über Kunst, Musik und persönliche Begegnungen miteinander ins Gespräch zu bringen.

Die Ausstellung soll nach der Präsentation an der Peter-Ustinov-Gesamtschule auch an weiteren Orten gezeigt werden, unter anderem im Schauspielhaus Düsseldorf. (ts)

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