Treffpunkt: 7:40 Uhr am Mona Mare. Während andere Schülerinnen und Schüler in den Herbstferien vielleicht noch gemütlich im Bett liegen, stehen zwölf Mädchen und Jungen bereits vorm Schwimmbad. Zwei Wochen lang haben sie sich jeden Morgen auf den Weg gemacht, um etwas zu lernen, das für viele Gleichaltrige selbstverständlich scheint: schwimmen. Für einige bedeutete das zunächst vor allem, die eigene Unsicherheit überwinden, Vertrauen fassen – und das tiefe Wasser kennenlernen.
Organisiert wird das jährliche Ferienangebot von der städtischen Abteilung Außerschulische Bildung und Schulsozialarbeit gemeinsam mit der DLRG Monheim, gefördert abermals mit 1000 Euro durch die Magdalena Gerhardt Stiftung. „Der Kurs richtet sich an Kinder zwischen neun und zwölf Jahren, die noch nicht schwimmen können“, sagt Schulsozialarbeiterin Marie Holzschneider, die den Kurs auf städtischer Seite gemeinsam mit der DLRG Monheim organisiert. „In einer kleinen Gruppe bekommen sie die Gelegenheit, ohne Leistungsdruck die Grundlagen zu erlernen, Ängste abzubauen und Schritt für Schritt mehr Sicherheit im Wasser zu gewinnen.“ Besonders beeindruckt habe sie der Einsatz der Kinder: „Dass die Kinder in ihren Ferien jeden Morgen schon um 7:40 Uhr am Schwimmbad standen, zeigt ihr großes Engagement.“ Aus anfänglicher Unsicherheit wurde nach und nach Mut und Stolz auf die eigenen Fortschritte.
Wenn aus Angst Vertrauen wird
Wie viel Geduld und Ermutigung ein solcher Lernprozess manchmal braucht, weiß Kursleiterin Jenny Sauer-Schmitz von der DLRG Monheim. „Wir sind total stolz auf die Kinder“, sagt sie. „Viele hatten am Anfang Angst vor dem Wasser. Diese Angst konnten wir ihnen nehmen.“ Mit viel persönlichem Engagement begleitete sie die Mädchen und Jungen durch die zwei Wochen. Dabei geht es ihr um weit mehr als das Erreichen eines Schwimmabzeichens. Im Mittelpunkt steht die Prävention: Kinder sollen möglichst früh schwimmen lernen und sich sicher im Wasser bewegen können. Entscheidend seien deshalb auch die kleinen Fortschritte – wenn ein Kind Vertrauen gewinnt, sich etwas Neues zutraut oder plötzlich Freude daran entwickelt, sich im Wasser zu bewegen. Am Ende konnten fünf Seepferdchen und drei Schwimmabzeichen in Bronze vergeben werden.
Mehr als nur ein Schwimmabzeichen
Wie groß der persönliche Schritt sein kann, bringt die zehnjährige Nika auf den Punkt. „Vorher hatte ich Angst. Ich konnte nicht schwimmen. Jetzt habe ich etwas gelernt – und das ist, was zählt.“ Für sie ist der Kurs damit vor allem ein ganz persönlicher Erfolg. Auch ihre Mutter zieht ein positives Fazit: „Nika fühlte sich wohl und war entspannt.“ Auch der zehnjährige Bilal hat die Zeit im Mona Mare genossen: „Es war schön und hat Spaß gemacht.“
Hinter den fünf Seepferdchen und drei Bronzeabzeichen stehen viele Übungsstunden, Geduld und gegenseitige Ermutigung. Für die zwölf Kinder endet damit ein Ferienangebot, das weit über den Schwimmunterricht hinausging. „Sie nehmen nicht nur die Abzeichen mit nach Hause, sondern auch neue Freundschaften, viele persönliche Erfolgserlebnisse und die Erfahrung, dass sie etwas schaffen können, das ihnen zuvor noch Angst gemacht hat“, so Marie Holzschneider. (pm)


