Am Rande des Spatenstichs für den 3. Bauabschnitt von Monheim Mitte kam es am 1. September noch zu einer besonderen Ehrung. Bürgermeister Daniel Zimmermann überreichte die letzten drei Monheimer Merkure an die treibenden Köpfe hinter dem Gesamtprojekt Monheim Mitte. Sie gingen an Isabel Port, Geschäftsführerin der Monheimer Einkaufzentren-Gesellschaften, an das Projektentwickler-Trio aus Matthias Böning, Dr. Christof Glatzel und Stefan Klug sowie an Christian F. Heine und sein Architekturbüro Heine Architekten.
Seit 2000 gehörte die Verleihung des Monheimer Merkurs für zwei Jahrzehnte zum festen Programm beim traditionellen Neujahrsempfang der Werbe- und Interessengemeinschaft Treffpunkt Monheim am Rhein. Zuletzt wurde im Jahr 2020 mit Hans-Dieter Degenhard der langjährige ehrenamtliche Organisator des Monheimer Weihnachtsmarkts geehrt. Danach wurde der Preis nicht mehr vergeben, weil sich der Treffpunkt aufgelöst hatte. Im selben Jahr verstarb auch der Künstler Karl-Heinz Pohlmann. Vor seinem Tod hatte der Monheimer Bildhauer jedoch noch vier Merkur-Statuetten geschaffen, die seitdem im Rathaus lagerten.
Quantensprung für die Innenstadt
Bürgermeister Daniel Zimmermann betonte bei der Übergabe: „Ich könnte mir zum Abschluss keine passenderen Preisträger als die Menschen vorstellen, die sich um so besondere Weise um unsere Monheimer Innenstadt verdient gemacht haben. In der begleitenden Urkunde für Isabel Port heißt es daher auch: „Mit ihrem persönlichen Beitrag zum Immobilienerwerb durch die Stadt, dem Umbau des Rathauscenters und des Monheimer Tors, der Konzeptentwicklung für Monheim Mitte und der konsequenten Umsetzung dieser Pläne hat Isabel Port seit 2018 einen Quantensprung für die Revitalisierung der Monheimer Innenstadt bewirkt. Es ist unter ihrer Leitung gelungen, die architektonische Qualität, den Branchenmix, die Aufenthaltsqualität und die Kaufkraftbindung in der Innenstadt erheblich zu verbessern. Die Monheimerinnen und Monheimer sind stolz auf ihre von Grund auf neugestaltete Innenstadt und auch Auswärtige kommen gerne nach Monheim Mitte. Diese Erfolgsgeschichte wäre ohne Isabel Ports persönlichen Einsatz nicht machbar gewesen.“ Ähnlich lautende Urkunden erhielten auch die weiteren Preisträger unter besonderer Würdigung ihrer Verdienste um die Planung, Architektur- und Projektentwicklung im Herzen von Monheim am Rhein. Die 24. und letzte von Karl-Heinz Pohlmann geschaffene Merkur-Skulptur übergab der Monheimer Bürgermeister in die städtische Kunstsammlung.
Handel im Wandel
In Richtung der Geehrten hob Zimmermann hervor, wie wichtig es gewesen sei, den gemeinsamen Fokus auf das Wesentliche nie aus den Augen verloren zu haben: „Wir haben hier eine Innenstadt vor allem für den Einzelhandel und die Gastronomie entwickelt – in logischer Folge damit natürlich auch für die Bürgerinnen und Bürger. Aber es ist ein ganzheitliches Konzept, das wir an diesem besonderen Ort verfolgen und es ist wichtig, dass wir konsequent gehandelt haben und nicht etwa Stimmen gefolgt sind, die hier alles gleich mehrere Nummern kleiner, grüner oder gar direkt einen ganzen Stadtpark haben wollten. Wir alle, so wie wir hier stehen, wissen: Das hätte nicht funktioniert. Unweit von uns gibt es den Rheinbogen, den Knipprather Wald und viele weitere attraktive Grün- und Naherholungsflächen. Aber mitten in unserem Zentrum, in Monheim Mitte, haben wir tatsächlich richtigerweise vor allem die Interessen des Einzelhandels in den Mittelpunkt gerückt. Der braucht Flächen und gewissen Größen. Dann funktioniert auch die Innenstadt. Auf diese Weise wird sie so lebendig und so attraktiv für die Menschen, wie wir sie hier heute schon erleben.“ Gleichzeitig betonte Zimmermann: „Auch der 3. Bauabschnitt wird nicht der Schlussakkord für die gesamte Innenstadt sein. Handel wird sich immer verändern und verändern müssen. Deshalb muss auch eine Innenstadt immer wieder neu angepasst werden, damit sie floriert und für die Menschen funktioniert.“ Neben den Merkur-Statuen als symbolisches Geschenk, gab es für die Preisträger auch die Baugenehmigung als entscheidende Zugabe.
Einzigartige Entwicklung
Architekt Christian F. Heine mit Blick auf das Geschaffte und das bis 2028 nun noch zu Erreichende: „Wir haben hier seit 2018 einen Husarenritt hingelegt. Ich mache das seit 35 Jahren und gehe in vielen großen Städten ein und aus. Diese Dichte und diese Homogenität in der Projektentwicklung habe ich tatsächlich noch nie erlebt. Wenn man heute auf den fertigen Teil von Monheim Mitte blickt, dann sieht das alles so selbstverständlich aus. Man ahnt nicht, was da für ein Aufwand hintersteckt. Nur die dritte Seite fehlt eben noch, um diesen wunderschönen Innenstadt-Platz gestalterisch zu schließen. Damit vollenden wir jetzt diesen zentralen Ort, an dem alle Mobilität und alles Leben aufeinandertrifft, den Ort, an dem die Menschen in der Stadt ankommen und zusammenkommen.“
Hintergrund:
Der Monheimer Merkur ist der Wirtschaftspreis des Bürgermeisters und wurde vom Jahr 2000 an in Absprache mit dem Vorstand des Treffpunkts Monheim am Rhein und der städtischen Wirtschaftsförderung verliehen. Benannt ist er nach Mercurius, dem altrömischen Gott des Handels. Der Monheimer Bildhauer Karl-Heinz Pohlmann hatte eigens für diesen von Alt-Bürgermeister Dr. Thomas Dünchheim ins Leben gerufenen Preis eine abstrahierte Statuette geschaffen. Daniel Zimmermann hatte die Tradition übernommen. Vielen Preisverleihungen hatte Karl-Heinz Pohlmann auch persönlich beigewohnt. Alle seine Monheimer Merkure sind Unikate. Den Blick auf alle Merkurträger gibt es
hier. (ts)


