Der Blick geht nach oben: „Wishes for Monheim“

Künstler Jeppe Hein bereichert die Stadt Monheim am Rhein mit mehr als einem Lächeln

Sechs scheinbar voller Leichtigkeit unter der Decke schwebende Ballons als Inspiration für einen Ort, in dem wichtige Entscheidungen für die Stadt Monheim am Rhein getroffen werden – die „Wishes for Monheim“ von Jeppe Hein. Ein siebter „Mirror Balloon“ hängt nun im Aufgang der städtischen Kunstschule. Foto: Michale Hotopp

Zwei, die einander verstehen und miteinander lachen können: Monheims Bürgermeister Daniel Zimmermann und der vor allem von Berlin aus arbeitende dänische Künstler Jeppe Hein. Foto: Michale Hotopp

Mit viel warmen Applaus wurde der dänische Künstler Jeppe Hein am Montagabend im Monheimer Ratssaal bei der Übergabe seines Kunstwerks „Wishes for Monheim“ an die Stadt und die Öffentlichkeit bedacht. Ab sofort schweben sechs seiner verspiegelten „Mirror Balloons“ unter der Decke des Monheimer Ratssaals – so wie im Kurhaus Baden Baden, in einer vielfotografierten Kopenhagener Metrostation und am New Yorker Flughafen La Guardia. Und doch sind und wirken sie mit ihrer Platzierung und ihrem individuellen Farbenspiel wieder ganz anders.

Bei der feierlichen Einweihung nutzte Bürgermeister Daniel Zimmermann gleich zu Beginn die Gelegenheit, um sich noch einmal persönlich für den ebenfalls von Jeppe Hein gestalteten „Social Playground Monheim“ zu bedanken. „Dieses Kunstwerk hat den Platz belebt und eine völlig andere Atmosphäre auf dem zuvor eher tristen Eierplatz geschaffen“, so Monheims Stadtoberhaupt in Richtung seines Gasts. „Fast zu jeder Tageszeit und bei jedem Wetter spielen dort Kinder. Der Platz ist auch durch deine tolle Arbeit eine Einladung geworden, sich dort aufzuhalten, einander zu begegnen, miteinander zu spielen und sich auszutauschen.“

Die Einweihung wurde im September 2022 gefeiert. „Ich kann mich noch gut erinnern, wie wir beide im Anschluss daran mit pitschnassen Hosen und schmatzenden Schuhen ins Rathaus rüber gelaufen sind, weil ich dir gerne den Ratssaal zeigen und dich fragen wollte, ob du nicht auch für diesen Raum eine Arbeit gestalten kannst“, erinnerte sich Daniel Zimmermann am Montagabend. Jeppe Hein konnte.

Pluralität und Farbfreude

Die von ihm für Monheim am Rhein gestalteten „Mirror Balloons“ sind inspiriert von den Farben des Stadtwappens. Ein ortsbezogenes Kunstwerk, das für genau diesen besonderen Raum geschaffen wurde. Ein Raum, in dem wichtige Entscheidungen für die Stadt getroffen werden – egal ob dort Bürgerbeteiligungen stattfinden, der Rat und seine Ausschüsse tagen, oder die Mitglieder des Jugendparlaments und des Integrationsrats hier zusammenkommen.

Zimmermann: „Alle, die sich hier treffen, tun das, weil sie Ideen für die Stadt mitbringen und hier weiterentwickeln wollen – das trifft auf die Bürgerinnen und Bürger genauso zu, wie auf die Politikerinnen und Politiker. Hier geht es um Träume, Visionen und Wünsche für unsere Stadt.“ Und genau das nehme der Titel des Werks „Wishes für Monheim“ auf wundervolle Weise auf.

Manchmal, so Monheims Stadtoberhaupt, gäbe es aber natürlich auch Streit. „Dann geht es in diesem Saal richtig zur Sache. So ist das in der Demokratie. Denn manchmal treffen hier eben auch sehr unterschiedliche Ideen, Ziele und Wünsche aufeinander. Das nennt man dann Pluralität. In einer vielfältigen Stadtgesellschaft haben die Menschen auch schon mal unterschiedliche Meinungen dazu, wie es mit der Stadt weitergehen soll.“ Das Tolle an der Demokratie sei aber, dass es Regeln und Verfahren gebe, wie man sich dann am Ende dennoch einigen und gemeinsam Entscheidungen treffen kann. Es mache den Wert von Demokratie aus, dass diese Meinungen und pluralen Ideen unter dem Dach des Ratssaals immer wieder in Lösungen verwandelt würden. „Und ich hoffe“, so Zimmermann, „dass die Menschen, die hier auch künftig Diskussionen führen und Entscheidungen treffen werden, dabei künftig immer wieder mal nach oben schauen und sich erinnern werden, mit welchen Zielen, Ideen und Vorstellungen sie sich ursprünglich mal auf den Weg gemacht haben, um sich zum Beispiel ehrenamtlich in der Politik zu engagieren oder zu einer Bürgerbeteiligung ins Rathaus zu kommen. Vielleicht wächst bei dem Blick nach oben und in dem Spiegelbild, das man dann von sich selbst und den anderen Menschen im Saal mit Blick auf die Ballons entdeckt, dann nochmal die Erinnerung an die eigenen Ziele und auch die Überzeugung, dass das mit der Demokratie bei uns schon eine wirklich richtig gute Sache ist.“

Und Pluralität spiegeln letztlich auch die verschiedenen Farben der Ballons wieder. Einmal mehr unterstrich Monheims Bürgermeister, dass der öffentliche Raum für ihn viel mehr als einfach nur die Summe aus Straßen, Wegen und Plätzen sei: „Auch das Rathaus und der Ratssaal sind Räume, in denen die Öffentlichkeit zusammenkommt – um wichtige Entscheidungen zu treffen oder auch mal gemeinsam zu feiern. Es gibt gute Gründe, solche Räume auch mit Kunst zu gestalten.“

Kunst stiftet Identität und gestaltet Orte

Oft mache erst Kunst Unorte zu Orten hatte Tony Cragg bei der Einweihung seiner „Points of View“ mit Blick auf den Wert gestalterischer Arbeiten für den öffentlichen Raum betont. Und daran anknüpfend unterstrich Zimmermann: „Kunst schafft Identität. Auch die ovalen Brunnen auch dem Eierplatz sind ganz spezifisch Monheim am Rhein. Solche Flächen haben eben nicht nur eine Funktion, sondern sie sind es wert, gestaltet zu werden – gerade auch in der Zusammenarbeit mit Künstlerinnen und Künstlern. Es zeigt, dass uns diese öffentlichen Orte wichtig sind. Kunst ist ein Grundbedürfnis. Toll, dass es Künstler wie Jeppe Hein gibt, die uns dabei helfen, diese Ort zu gestalten und sie damit erst wirklich zu unseren Orten zu machen, mit denen wir uns gerne identifizieren.“

Den Wert nonverbaler Kommunikation unterstrich auch Jeppe Hein: „Wir Menschen drücken uns eben nicht nur über Worte, sondern auch über Emotionen und Gefühle aus. Und Kunst ist ganz viel nonverbale Kommunikation. Es freut mich, wenn ich mit meinen Arbeiten das Herz der Monheimerinnen und Monheimer berühren und sie auch mal mit verrückten Dingen wie meinem ‚Social Playground‘ aus der eigenen Komfortzone herauslocken kann. Der ‚Social Playground‘ Monheim ist der größte Platz, den ich bisher in der Welt gestalten durfte. Es ist mir eine große Ehre. Und es hat mich auch ein bisschen zu einem Monheimer gemacht.“

Jeppe Hein zählt zu den Künstlern, die ganz besonders tief in ihre Seele blicken lassen. Wer ihm einmal begegnet ist, der wird diese Begegnung wohl nie vergessen. Und selbst vor der großen Menge im Monheimer Ratssaal ließ Jeppe Hein tief in sein Herz und seine Gefühle blicken, indem er auch eine bemerkenswerte Ernsthaftigkeit mit Blick auf seine Ballons offenbarte. Das Leben ist kein bunter Kindergeburtstag – zumindest nicht immer. 2009 stürzte auch der schon da international gefeierte Künstler Jeppe Hein ab. Zu viele Reisen, zu viele Emotionen, zu viel Stress. Der damals zweifache und heute vierfache Vater brannte aus, die Familie und berufliche Freunde mussten wichtige Dinge für ihn weiterführen. Zwei Jahre lang ging wenig. „Der Ballon hat für mich eine besondere Bedeutung, weil ich ihn in dieser Zeit für mich entdeckt habe“, so Jeppe Hein. „Er symbolisiert für mich Leichtigkeit und Glück. Und gerade wenn man krank ist, hat man ja den Wunsch, wieder gesund zu werden, wieder etwas in die Welt senden und davonfliegen zu können.“ Mit Ballons, so der stets freundlich und zugewandt wirkende Däne, könne man Freude und ein Lachen schenken und nichts sei wertvoller als ein geschenktes Lachen. Jetzt hat er die Stadt Monheim am Rhein um ein weiteres großes Kunstwerk, das besonders leicht daherkommt, bereichert. (ts)

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