Ausstellung zu jüdischem Leben in Malbork kommt ins Monheimer Rathaus

Eröffnung am 1. März mit Bürgermeister Daniel Zimmermann und Bürgermeister Marek Charzewski aus der polnischen Partnerstadt

Der jüdische Besitzer des Geschäfts „Conitzer & Söhne“, Arnold Flatauer, engagierte sich auch stark für das Marienburger Gemeindeleben. Quelle: Sammlung des Stadtmuseums Malbork

1897 wurde in Marienburg eine neue Synagoge gebaut. Quelle: Sammlung des Stadtmuseums Malbork

Die Erinnerung an jüdisches Leben in der eigenen Stadt ist nicht nur in Monheim am Rhein ein wichtiges Mittel im Kampf gegen Rassismus. Auch in der polnischen Partnerstadt Malbork beschäftigen sich Historikerinnen und Historiker mit der Geschichte von Jüdinnen und Juden in der Region. Teile der Ausstellung „Sichtbar, fast vergessen. Über die jüdische Gemeinde in Marienburg.“ des Stadtmuseums werden nun auch im Monheimer Rathaus gezeigt. Am Freitag, 1. März, 17 Uhr, werden Bürgermeister Daniel Zimmermann, sein polnischer Amtskollegen Marek Charzewski und Tomasz Agejczyk, Leiter des Stadtmuseums Malbork, die Ausstellung im Ratssaal gemeinsam eröffnen. Interessierte sind herzlich eingeladen.

Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs gehörte Malbork als Marienburg zur deutschen Provinz Ostpreußen. Die Stadt liegt südöstlich von Danzig, wurde 1945 von der Roten Armee erobert und in Malbork umbenannt. Seit 2005 sind Monheim am Rhein und Malbork städtepartnerschaftlich verbunden. „Aus unserer Partnerschaft sind enge Freundschaften und zahlreiche gemeinsame Projekte entstanden und es wird deutlich, dass uns ähnliche Themen beschäftigten“, erklärt Bürgermeister Daniel Zimmermann. „Eines dieser Themen ist die Erinnerung an die Gräueltaten der nationalsozialistischen Diktatur und das Leben jüdischer Bürgerinnen und Bürger vor und während der Zeit des Nationalsozialismus. Ich freue mich sehr, dass wir Teile der Ausstellung auch bei uns im Rathaus zeigen können.“

Jüdinnen und Juden gab es in der Region um Marienburg bereits im 10. Jahrhundert. Da ihnen verboten wurde, in den Städten zu leben, ließen sie sich in umliegenden Dörfern nieder. Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts durften sie als Bürgerinnen und Bürger des preußischen Staates auch in Städten Immobilien besitzen. So zogen 1813 sechs jüdische Familien nach Marienburg. Auf dem Höhepunkt ihres Bestehens zählte die jüdische Gemeinde in Marienburg schließlich 355 Mitglieder. Die Ausstellung erinnert an zwei Synagogen in Marienburg, jüdische Gesellschaften und Vereine, Berufe der Marienburger Jüdinnen und Juden und ihre Sichtbarkeit im Stadtbild. Bilder zeigen unter anderem das Bekleidungsgeschäft „Conitzer & Söhne“, das der Jude Arnold Flatauer um 1900 an gleich zwei Standorten betrieb. Darüber hinaus war Flatauer Stadtrat, Schützenehrenkönig, setzte sich für die Ernährung von Kindern in der Schule ein und finanzierte die komplette Ausstattung einer neuen Turnhalle.

Nach der Machtübernahme Adolf Hitlers 1933 wanderten zahlreiche Jüdinnen und Juden aus, bis 1937 sank die Zahl der Mitglieder der jüdischen Gemeinde in Marienburg auf 30 Personen. Im Jahr 1940 lebten in Marienburg keine Juden mehr. Auf den Listen der Nazis haben die Malborker Historikerinnen und Historiker einige Namen von Menschen gefunden, die in Marienburg geboren wurden oder dort gelebt hatten. Ihnen ist die letzte Tafel der Ausstellung gewidmet.

Aus Monheim fielen 13 jüdische Bürgerinnen und Bürger dem Holocaust zum Opfer. Mindestens fünfzig Menschen wurden aus politischen, religiösen oder rassistischen Gründen verfolgt oder mussten fliehen, um ihr Leben zu retten. Rund 1200 Zwangsarbeitskräfte waren in Industrie, Landwirtschaft, Handwerk und Gewerbe beschäftigt. An diese Schicksale erinnert die Stadt unter anderem mit Stolpersteinen. Wo die Steine liegen und welche Schicksale hinter den in die Messingplatten geschlagenen Namen stehen, zeigt auf der städtischen Website unter [extern]www.monheim.de/stolpersteine eine interaktive Karte. (bh)

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