Laut, unangepasst und auch nach 50 Jahren noch lange nicht am Ende: Punk feiert Geburtstag! Am Freitag, 30. Oktober, dreht sich im Sojus 7 an der Kapellenstraße alles um eine Bewegung, die seit den 1970er-Jahren für Rebellion, Selbstbestimmung und den Mut steht, eigene Wege zu gehen. Mit einem Musiktheaterstück und einer musikalisch begleiteten Lesung wird die Geschichte des Punks lebendig und zugleich die Frage gestellt, was von seinem rebellischen Geist heute geblieben ist.
Den Anfang macht das Wuppertaler Musiktheaterensemble „49V Acting Assembly“ mit seinem Stück „Punk! 76/26: 50 Jahre Punk – 50 Jahre no future“. In knapp einer Stunde nehmen die drei Schauspielerinnen Armine Aleksanyan, Leonie Hackländer und Tanya Zuback das Publikum mit auf eine ebenso musikalische wie humorvolle Reise durch fünf Jahrzehnte Punkgeschichte. Dabei geht es nicht nur um die Vergangenheit, sondern vor allem um die Gegenwart: Wo finden Protest, Selbstermächtigung und die Do-it-yourself-Mentalität heute noch ihren Platz? Kann in einer von großen Konzernen und sozialen Netzwerken geprägten Welt überhaupt noch eine echte Bewegung von unten entstehen? Und was bedeutet es eigentlich, sich nicht verkaufen zu wollen, wenn man gleichzeitig froh ist, überhaupt etwas verkaufen zu können?
Das Ensemble nähert sich diesen Fragen mit Musik, Schauspiel, Aktivismus und einer ordentlichen Portion Humor. Regie führt Tamta Rigishvili, die Texte stammen von Lauri Brenndörfer und dem Ensemble. Die Aufführung findet in Kooperation mit dem Zentrum für Film- und Medienkunst Wuppertal statt. Im Anschluss geht es zurück zu den Anfängen der Punkbewegung in Nordrhein-Westfalen. Der Autor und Musiker Ralf P. liest aus seinem Buch „Krawall & Kopfhörer“ und erzählt von einer Zeit, in der wenige Akkorde ausreichten, um die Musikwelt auf den Kopf zu stellen. Ralf P. war selbst mittendrin: 1978 gründete er die erste Punkband Wuppertals und erlebte hautnah, wie sich eine neue Szene entwickelte, die mit Konventionen brach und ihre eigenen Regeln aufstellte.
In seinem Buch erinnert er sich an legendäre Konzerte, Platten, Freundschaften, durchzechte Nächte und wilde Exzesse. Ergänzt werden seine persönlichen Erlebnisse durch zahlreiche Stimmen von Zeitzeugen und Persönlichkeiten der damaligen Szene. So entsteht ein lebendiges Bild der frühen Punkjahre und der Menschen, die diese Bewegung geprägt haben.
Natürlich darf dabei auch die Musik nicht fehlen. Während der Lesung werden Songs aus jener Zeit eingespielt, die den Sound und das Lebensgefühl einer ganzen Generation zurückbringen. Zwischen Aufbruch, Wut und Freiheitsdrang wird deutlich, warum Punk für viele weit mehr war als nur eine Musikrichtung. Der Abend im Sojus 7 verbindet damit einen Blick zurück auf die Anfänge der Punkbewegung mit der Frage, wie viel „No Future“ eigentlich noch in unserer Gegenwart steckt. Ein Programm für alle, die damals selbst dabei waren, und für diejenigen, die entdecken möchten, warum Punk auch nach 50 Jahren noch etwas zu sagen hat. Karten kosten im Vorverkauf 5 Euro, ermäßigt 3 Euro. An der Abendkasse kosten die Tickets 7 Euro beziehungsweise 5 Euro ermäßigt. Online gibt es die Tickets unter
www.sojus-sieben.de. Der Einlass beginnt um 18:30 Uhr, los geht es eine Stunde später. (tb)


