Einmal im Monat kündigt sich im Sojus 7 schon früh an, dass wieder
Nähcafé ist. Der Aufzug pingt häufiger als sonst, denn die Besucherinnen und Besucher bringen meist mehrere Taschen und Kisten mit. Stoffe, Nähmaschinen, Projekte. Seit zwei Jahren treffen sich Nähbegeisterte jeden zweiten Sonntag, um gemeinsam zu nähen statt allein am Küchentisch zu sitzen. Was mit fünf bis acht Interessierten begann, ist inzwischen auf 16 bis 20 Teilnehmende angewachsen.
„Gemeinsam Nähen – Austausch – Support“ lautet das Motto des Nähcafés. Und genau das wird gelebt. Die Gruppe freut sich gemeinsam über Fortschritte, hilft bei Problemen und teilt Wissen und Erfahrungen. Aus einzelnen Projekten entstehen so nicht nur individuelle Werkstücke, sondern auch Verbindungen zwischen den Menschen. In den vergangenen zwei Jahren hat das Nähcafé viele Orte im Sojus 7 kennengelernt. Vom Café über das Gruppenatelier bis hin zur Scheune war fast jeder Raum schon einmal Treffpunkt.
Nähcafé ist durch ehrenamtliches Engagement gewachsen
Inzwischen hat die Gruppe ihr festes Zuhause in der ersten Etage des Sojus-7-Museums und im angrenzenden neuen Nähatelier gefunden. Initiatorin und Organisatorin Pia Kops blickt darauf mit Freude zurück. „In der Halle waren wir noch nicht“, sagt sie schmunzelnd. „Aber vielleicht schaffen wir das irgendwann. Über einen Benefiz-Näh-Marathon haben wir in der Gruppe schon oft gesprochen.“ Das heutige Nähatelier ist in kurzer Zeit durch ehrenamtliches Engagement und zahlreiche Spenden gewachsen. Was einst als kleine Idee begann, ist heute ein vielseitiger Ort für Handarbeit geworden. Hier finden Interessierte Materialien und Werkzeuge für ganz unterschiedliche Techniken. Ob Nähen, Stricken, Häkeln, Weben, Klöppeln oder Sticken – fast alles ist möglich. Stoffe, Knöpfe, Bänder, Schnittmuster und Fachliteratur gehören ebenso dazu wie eine Bügel- und Zuschnittstation und verschiedene Maschinen.
Inzwischen stehen den Nutzerinnen und Nutzern neun überwiegend gespendete Nähmaschinen sowie eine Strickmaschine zur Verfügung. Einige davon müssen noch repariert oder überholt werden. Dennoch ermöglicht das Atelier vielen Menschen, kreativ zu sein, auch ohne eigenes Equipment. Für Pia Kops ist das Nähcafé längst mehr als ein Hobbyprojekt. „Es bedeutet mir sehr viel, wie gerne die Teilnehmenden kommen und wie vielen Menschen ich durch das gemeinsame Nähen oder die Möglichkeit, kostenlos zu arbeiten, helfen konnte“, sagt sie. Die Nachfrage wächst stetig. Deshalb sucht sie derzeit nach Partnerinnen oder Partnern, die Interesse haben, mittwochs parallel zum Werkstattangebot des Sojus 7 das Nähatelier regelmäßig zu öffnen.
Aus dem Nähcafé ist die Strickzeit entstanden
Aus dem Nähcafé ist inzwischen auch ein weiteres Format entstanden. Die sogenannte Strickzeit findet jeden dritten Sonntag im Nähatelier statt und richtet sich ebenfalls an alle Interessierten. Willkommen ist jede und jeder, unabhängig von Vorkenntnissen. Für viele Teilnehmende ist das Nähcafé längst ein fester Bestandteil des Alltags geworden. Eine Teilnehmerin, die seit zwei Jahren dabei ist, beschreibt es so: „Das Nähcafé ist ein fester Termin in meinem Kalender. Es ist stetig gewachsen, und ich freue mich jedes Mal auf das gemeinsame Nähen, den Austausch, die Tasse Kaffee und den netten Plausch. Das Wissen wird geteilt, sodass bei jedem tolle Einzelstücke entstehen. Kurz gesagt: ein schöner Sonntagnachmittag, zu dem auch Pias selbstgebackener Kuchen beiträgt.“
Nach zwei Jahren ist das Nähcafé im Sojus 7 damit nicht nur ein Ort für Handarbeit, sondern vor allem ein Ort der Begegnung geworden. Ein Raum, in dem Kreativität, Gemeinschaft und gegenseitige Unterstützung miteinander verbunden sind – und der weiterwachsen darf. Alle Informationen zum Nähcafé gibt es auf der Website
www.sojus.de. (tb)


