Neue Ideen für die Zukunft der Monheimer Altstadt

Studierende des Masterstudiengangs Städtebau NRW entwickeln Perspektiven für den historischen Stadtkern / Die Bürgerschaft wird frühzeitig beteiligt / Einladung zum World-Café am 20. Oktober im Sojus 7

Neue Fingerzeige für die Altstadt: Wohin soll sich Monheims historischer Stadtkern in den nächsten Jahren und Jahrzehnten entwickeln? Impulse sollen jetzt auch frische Ideen von Studierenden des Masterstudiengangs Städtebau NRW liefern. Foto: Thomas Spekowius

Wie soll sich die Monheimer Altstadt langfristig entwickeln und welche Rolle spielt sie in der Gesamtstadt? Welche Nutzungen passen zu ihrem historischen Charakter – und wie kann sie sich in Zukunft noch sinnvoller mit dem neuen Stadtzentrum und weiteren Stadträumen ergänzen? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigen sich ab Oktober Studierende des Masterstudiengangs Städtebau NRW. In Zusammenarbeit mit der Stadt entwickeln sie neue Perspektiven für Monheim am Rhein. Die Bürgerschaft wird dabei von Beginn an einbezogen.

Der interdisziplinäre Masterstudiengang Städtebau NRW wird gemeinsam von der Technischen Hochschule Köln, der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe, der Hochschule Bochum, der Fachhochschule Dortmund und der Universität Siegen angeboten. Mehr als 15 Professorinnen und Professoren bringen ihre Fachkompetenz in den Studiengang ein. Dieser richtet sich an Absolventinnen und Absolventen der Architektur, des Städtebaus und der Landschaftsarchitektur und verbindet unter anderem Verkehrsplanung, Stadtsoziologie, Ökologie sowie Immobilien- und Stadtentwicklung. In ihren Projektarbeiten setzen sich die Studierenden mit konkreten städtebaulichen Aufgaben auseinander.

Kreativität und Kooperation

„Ich freue mich sehr, dass die Idee für dieses Projekt direkt aus unserer Stadtplanung heraus entstanden ist. Sie zeigt, wie viel Fachwissen, Eigeninitiative und Kreativität in diesem Team stecken. Mit dem studentischen Blick von außen bekommen wir nun zusätzliche Impulse und neue Perspektiven für die Frage, wie sich unsere Altstadt langfristig weiterentwickeln kann“, sagt Bürgermeisterin Sonja Wienecke.

Für die Studierenden bildet die Monheimer Altstadt dabei einen Schwerpunkt ihrer planerischen Auseinandersetzung. Mit dem Landschaftspark Rheinbogen und seinen zahlreichen Attraktionen sowie dem Schiffsanleger und der Kulturraffinerie K714 sind im direkten und erweiterten Umfeld zuletzt zusätzliche Anziehungspunkte entstanden, von denen auch die Altstadt heute und in Zukunft profitiert. Zugleich gilt es weiterhin, auf sich stetig wandelnde Freizeit- und Ausgehgewohnheiten, die eher kleinteilige historische Gebäudestruktur und zeitweilige Leerstände zu reagieren. Die Monheimer Altstadt soll auch langfristig attraktiv und zukunftsfähig bleiben. Dafür müssen immer wieder neue Wege erkundet werden.

Unvoreingenommene Blicke

Die Studierenden sollen deshalb mit einem unvoreingenommenen Blick untersuchen, welcher Nutzungsmix in Monheims altem Herzstück langfristig tragfähig sein kann. Betrachtet werden hierfür vorhandene Gebäude und Flächen sowie das dazugehörige öffentliche Umfeld. Die Überlegungen können Gastronomie, Wohnen, Handel, Kultur, Tourismus, die Ansiedlung von Start-ups oder andere ergänzende Nutzungen umfassen, die den Standort stärken. Ein bestimmtes Ergebnis oder die alleinige Konzentration auf einen gastronomischen Schwerpunkt werden nicht vorgegeben.

„Die Altstadt hat einen ganz besonderen Charakter und ist ein wichtiger Identifikationsort für Monheim am Rhein. Wir möchten offen prüfen, wie wir ihre vorhandenen Stärken weiterentwickeln und sie langfristig noch attraktiver und lebendiger gestalten können. Von den Studierenden erhoffen wir uns dafür neue, fachlich fundierte Impulse“, erklärt Stadtplanungsleiter Fabian Engel.

Unter dem Arbeitstitel „Common Ground Monheim“ geht das Projekt gezielt über die Betrachtung einzelner Gebäude, Nutzungen und Stadträume hinaus. Ausgehend von der Altstadt und weiteren selbst gewählten räumlichen Schwerpunkten sollen die Studierenden eine übergeordnete Zukunftsperspektive für Monheim am Rhein entwickeln. Dabei beschäftigen sie sich mit der Frage, wie Stadtentwicklung bewusst langfristig ausgerichtet und zugleich an veränderte gesellschaftliche, ökologische, wirtschaftliche oder finanzielle Rahmenbedingungen angepasst werden kann. Gesucht wird ausdrücklich kein fertiger Masterplan, sondern ein tragfähiger Entwicklungsprozess mit unterschiedlichen Ideen, Handlungsansätzen und möglichen Entwicklungsschritten.

Willkommen beim World Café!

Neben der Altstadt wählt jede Arbeitsgruppe mindestens einen weiteren räumlichen Schwerpunkt im Stadtgebiet. Dieser soll in einem nachvollziehbaren Zusammenhang mit der Altstadt und der jeweiligen Leitidee stehen. An konkreten Orten soll untersucht werden, wie die jeweils entwickelte Strategie räumlich wirken und welche weiteren Entwicklungen sie anstoßen kann. Dabei können unter anderem Wohnen, Mobilität, Aufenthaltsqualität, Begrünung, Klimaanpassung oder die Bedeutung des Rheins und weiterer Gewässer eine Rolle spielen.

Vom 19. bis 22. Oktober kommen die Studierenden für eine erste Projektwoche nach Monheim am Rhein. Nach gemeinsamen und vertiefenden Rundgängen arbeiten sie in Kleingruppen an ersten Analysen und Ideen. Am Dienstag, 20. Oktober, findet von 17 bis 20 Uhr im Sojus 7, an der Kapellenstraße 36–40, ein erstes öffentliches Arbeitstreffen in Form eines World Cafés statt. Dort können Bürgerinnen und Bürger mit den Studierenden unter anderem über die Besonderheiten der Stadt, die Altstadt, Nutzungsstrukturen, Aufenthaltsqualität und Begrünung ins Gespräch kommen. Weitere Informationen zur Teilnahme werden rechtzeitig bekannt gegeben.

Eine zweite Projektwoche soll vom 18. bis 21. Januar 2027 folgen. Bei einem öffentlichen „Schulterblick“ erhalten Bürgerschaft und Politik Einblick in die laufenden Entwurfsarbeiten. Alle Interessierten können mit den Arbeitsgruppen diskutieren und eigene Anregungen geben. In der zweiten Märzhälfte sollen die fertigen Konzepte schließlich im Rathaus ausgestellt und öffentlich präsentiert werden.

Die studentischen Vorschläge sind nicht unmittelbar zur Umsetzung bestimmt. Der gesamte Arbeitsprozess wird von Professorin Yasemin Utku und Stadtplanerin Sonja Bücker von der TH Köln fachlich begleitet. Die erstellten Konzepte werden von den Studierenden in Monheim vorgestellt und anschließend gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Verwaltung ausgewertet. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen in weitere Konzepte und Planungen zur Entwicklung der Altstadt und der Gesamtstadt einfließen und so über viele Jahre hinaus Orientierung bieten. (ts)

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