Es kann losgehen mit dem Bau des lange geplanten Hauses der Hilfsorganisationen – das konnten Bürgerinnen und Bürger in den vergangenen Wochen beim Vorbeifahren an der Baumberger Chaussee/ Ecke Robert-Bosch-Straße bereits erkennen. Gestern wurde feierlich der Grundstein gelegt und damit nun offiziell der Bau begonnen. Mit einem Projektbudget von rund 14,5 Millionen Euro schafft die Stadt Monheim am Rhein moderne Bedingungen für den Bevölkerungsschutz und das ehrenamtliche Engagement. Die Fertigstellung ist für Ende 2027 geplant.
Künftig sollen dort die Monheimer Ortsvereine der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) auf rund 5000 Quadratmetern unter einem Dach zusammenarbeiten. Bislang sind die drei Organisationen über das Stadtgebiet verteilt. Der Neubau soll ihre Zusammenarbeit stärken, die Einsatzabläufe verbessern und schnelle Ausrückzeiten ermöglichen.
„Wir legen heute einen Grundstein für Sicherheit, für Zusammenhalt und vor allem für das Ehrenamt in unserer Stadt“, betonte Bürgermeisterin Sonja Wienecke bei der Grundsteinlegung. Das neue Gebäude sei ein wichtiges Bekenntnis zu den Menschen, die sich haupt- und ehrenamtlich für andere einsetzen und im Notfall Verantwortung übernehmen.
Bewusste Investition in die Sicherheit
Bei dem Projektbudget von rund 14,5 Millionen Euro handele es sich um eine erhebliche Investition, so die Bürgermeisterin: „Gerade in der aktuellen finanziellen Situation unserer Stadt müssen wir jede Investition sehr sorgfältig betrachten. Ich möchte deshalb auch deutlich sagen: Wir können uns als Stadt nicht mehr alles leisten, was wünschenswert wäre. Aber wir müssen weiterhin das ermöglichen, was notwendig ist. Die Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger gehört für mich ganz klar dazu.“
Das Haus der Hilfsorganisationen sei eine solche notwendige Investition. Denn leistungsfähige Hilfsorganisationen und ein funktionierender Bevölkerungsschutz seien unverzichtbar für die Sicherheit der Menschen in Monheim am Rhein. Dafür brauche es nicht nur engagierte Einsatzkräfte, sondern auch eine Infrastruktur, die ihren Anforderungen gerecht wird. Das Gebäude muss auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Hilfsorganisationen zugeschnitten werden. Im April dieses Jahres wurde die ursprüngliche Investitionssumme von 12,6 Millionen Euro nach Gesprächen mit den künftigen Nutzerinnen und Nutzern noch einmal aufgestockt und an aktuelle Anforderungen angepasst.
Moderne Räume und kurze Wege für den Einsatz
Geplant sind neben der Halle für die Fuhrparks ein moderner dreigeschossiger Verwaltungstrakt mit Büro-, Schulungs- und Aufenthaltsräumen und Umkleiden. Ausreichend Platz für Einsatzmaterial und klar strukturierte Funktionsbereiche sollen einen reibungslosen Betrieb ermöglichen. Das gesamte Gebäude wird barrierefrei gestaltet.
Auch ein Rettungswagen der Feuerwehr und ein mobiler Hausmeister der Stadt erhalten dort einen Standort. Für die angrenzenden Städtischen Betriebe entsteht zudem ein weiteres Streusalzlager. Bei der Planung wurde neben der Funktionalität auch auf ökologische Aspekte geachtet. So werden die Dächer begrünt und mit Retentionsboxen ausgestattet. Diese können Regenwasser aufnehmen, speichern und zeitverzögert wieder abgeben. Damit leistet der Neubau auch einen Beitrag zu einem nachhaltigen Umgang mit Niederschlagswasser.
Der Rat der Stadt hatte den Baubeschluss am 9. Juli 2025 gefasst. Am 29. April 2026 wurden zusätzliche Mittel bewilligt, um den Anforderungen der Hilfsorganisationen gerecht zu werden und bestmögliche Arbeits- und Einsatzbedingungen zu schaffen. Zunächst musste die ehemalige Tennis- und Paintballhalle abgerissen werden, was aufgrund einer Asbestbelastung besondere Sorgfalt erforderte. Realisiert wird das Projekt durch das Architekturbüro Ropertz & Partner Planungsgesellschaft mbH gemeinsam mit Depenbrock Systembau. (pm)


