Ein neues Buch beleuchtet die „Geschichte der Juden in Monheim“

Zweisprachige Publikation der Stadt ist fast 400 Seiten stark, Autor ist der Monheimer Historiker Dr. Karl-Heinz Hennen

 

Licht in die „Geschichte der Juden in Monheim“ bringt jetzt ein fast 400 Seiten umfassendes Werk, dass die Stadt Monheim am Rhein im Gedenken an die Opfer der Reichspogromnacht vor gut 75 Jahren und zum 25-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft mit Tirat Carmel in Israel herausgebracht hat.

Autor ist der Monheimer Geschichtsforscher und langjährige Leiter der städtischen Volkshochschule Dr. Karl-Heinz Hennen. Am Donnerstag, 20. März, präsentierten der Verfasser und Bürgermeister Daniel Zimmermann gemeinsam das komplett zweisprachig, in Deutsch und Englisch, erschienene Buch bei einer Pressekonferenz. Im Sommer 2012 hatten beide gemeinsam befunden, dass die Zeit auch mit Blick auf die beiden historischen Jahrestage reif für eine solche Publikation sei. Nach anderthalb Jahren Recherchen und über 2000 Stunden Arbeit liegt das fertige Werk nun vor. Es ist ab sofort für 19,50 Euro im Buchhandel erhältlich.

Nachweislich lebten bereits im 13. und 14. Jahrhundert Juden in Monheim. Nach der großen Pestepidemie im Jahr 1349 und den damit verbundenen schlimmsten Judenverfolgungen des Mittelalters wurde es um sie jedoch lange Zeit still. Erst im Verlauf des 19. Jahrhunderts schaffte es eine kleine jüdische Monheimer Gemeinde wieder, mit einem Bethaus und einem Friedhof die wichtigsten Kulturstätten einzurichten. Während des Nazi-Regimes wurde ihre Situation jedoch erneut immer schwieriger. Auf wirtschaftliche Repressionen folgten die schrecklichen Ausschreitungen der Novemberpogrome 1938 mit anschließender völliger Entrechtung und Kasernierung in einem kleinen Haus, die Vorstufe zum Holocaust. Von allen seinerzeit noch in Monheim lebenden Juden überstand nur ein Mitglied der Gemeinde die Inhaftierung, alle anderen überlebten die Deportation in verschiedene Vernichtungslager nicht.

Dennoch ist die „Geschichte der Juden in Monheim“ nicht nur ein trauriges Buch, betonte Auto Karl-Heinz Hennen bei der Vorstellung im Rathaus. An vielen Stellen darf durchaus auch mal geschmunzelt werden.

Besonders ernst und düster wird es allerdings zur Zeit des Dritten Reichs und, noch viel bitterer, auch noch lange Jahre danach, als es um die Wiedergutmachung von geschehenem Unrecht ging. „Da sind wirklich entsetzlich Dinge passiert“, betont Hennen. Und gerade dieses traurige Kapitel wird in der „Geschichte der Juden in Monheim“ erstmals historisch aufgearbeitet.

Die „Geschichte der Juden in Monheim“ lenkt den Blick auf einen bedeutsamen Ausschnitt der Monheimer Historie. Auf einer jedem Buch beigefügten CD werden zahlreiche Dokumente als Quellen und Belege mitgeliefert. Hennens umfangreiche Recherchen brachten neue Fakten zutage. Auch einige der im Jahr 2003 verlegten dreizehn Monheimer Stolpersteine, die an die Verfolgten der jüdischen Familie Herz und den katholischen Pfarrer Franz Boehm erinnern, müssen nach dieser Publikation noch einmal neu angefasst werden. Ein vierzehnter Stein wird ebenfalls hinzukommen. Auch die Geschichte hinter seiner Geschichte ist in dem Buch erzählt, dass schonungslos aufdeckt und weder die Namen der Opfern noch die der Täter verschweigt. „Ross und Reiter werden offen benannt“, betont Hennen. „Die berühmte Schonfrist von 60 Jahren ist schließlich vorbei.“

  • Die „Geschichte der Juden in Monheim“ ist mit einer Erstauflage von 800 Exemplaren erschienen. Die Mittel hierfür wurden im Herbst 2013 vom Stadtrat bewilligt.
  • Am Mittwoch, 2. April, werden Bürgermeister Daniel Zimmermann und Karl-Heinz Hennen die näheren Inhalte und Hintergründe des Buchs im Rahmen einer öffentlichen Diskussion und Lesung ab 19.30 Uhr in der städtischen Bibliothek, Tempelhofer Straße 13, vorstellen. Veranstalter ist die Volkshochschule. Die Teilnahme ist kostenlos.
    Am Mittwoch, 2. April, werden Bürgermeister Daniel Zimmermann und Karl-Heinz Hennen die näheren Inhalte und Hintergründe des Buchs im Rahmen einer öffentlichen Diskussion und Lesung ab 19.30 Uhr in der städtischen Bibliothek, Tempelhofer Straße 13, vorstellen. Veranstalter ist die Volkshochschule. Die Teilnahme ist kostenlos.
  • Zudem lädt die VHS am Samstag, 5. April, zu einem zweistündigen Stadtrundgang mit Autor Karl-Heinz Hennen ein. Treffpunkt ist hier um 14 Uhr vor dem Haus an der Grabenstraße 14, in dem heute der Monheimer Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes beheimatet ist. Von diesem, lange Zeit von Monheimer Juden bewohnten Haus geht es dann zu weiteren historisch bedeutsamen Orten in der Altstadt, zum Standort des alten Bethauses und schließlich zum jüdischen Friedhof am Sandberg. Auch hier ist die Teilnahme kostenlos. Es wird jedoch dringend um Anmeldung gebeten, um die Gruppe nicht zu groß werden zu lassen und mögliche weitere Termine anzubieten. Mehr Informationen und Anmeldung unter Telefon (02173) 951-743 sowie im Internet auf [intern]www.vhs.monheim.de.

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