Netzwerk Präventiver Kinderschutz

Mit der Fachstelle Netzwerk Präventiver Kinderschutz gestaltet die Stadt Monheim am Rhein einen weiteren Baustein zur Sicherung optimaler Zukunftschancen in der Hauptstadt für Kinder.

Um den Anforderungen des Bundeskinderschutzgesetzes zu genügen, insbesondere den Beratungsangeboten für Fachkräfte und darüber hinaus allen Personen, welche beruflich, nebenamtlich oder auch ehrenamtlich  in Kontakt mit Kindern und Jugendlichen stehen, ist die Bereitstellung einer konkreten Ansprechperson, die über das Wissen sowohl der örtlichen Präventionsangebote wie auch über die Fachkompetenz zur Entscheidung hin zu einer frühzeitigen Intervention in Kinderschutzfällen verfügt erforderlich. Die Hemmschwelle für Institutionen als auch für Einzelpersonen zur Kontaktaufnahme mit dem Jugendamt wird hierdurch gesenkt. Die Sicherung des Kindeswohls durch möglichst frühzeitige Unterstützung ist nur durch ein gut funktionierendes Netzwerk mit klaren verbindlichen Strukturen möglich. Keine einzelne Person, Profession oder Institution kann einen umfassenden Kinderschutz gewährleisten. Nur durch vertrauensvolle und verlässliche Zusammenarbeit kann die erforderliche Verantwortungsgemeinschaft wirksamen Schutz leisten.

Gesetzlicher Rahmen:

§ 8a SGB VIII  Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung

§ 8b SGB VIII Fachliche Beratung und Begleitung zum Schutz von Kindern und Jugendlichen

§ 4 KKG Beratung und Übermittlung von Informationen durch Geheimnisträger bei Kindeswohlgefährdung


Fachkräfte aus drei Städten unterstützen gemeinsam Familien mit psychisch belasteten Eltern

Familien mit psychisch belasteten Eltern benötigen von verschiedenen Seiten und Institutionen Unterstützung. Um die multiprofessionellen Hilfen effizient einzusetzen, haben die Städte Monheim am Rhein, Langenfeld und Hilden 2006 eine Kooperationsvereinbarung getroffen. Im Februar 2018 trafen sich einige Monheimer Fachkräfte mit Kolleginnen und Kollegen aus den benachbarten Städten, um sich über das Thema Bindungsförderung auszutauschen.

In der Langenfelder LVR-Klinik begegneten sich mehr als 120 Fachkräfte aus dem psychosozialen Versorgungssystem. „In Familien mit psychisch belasteten Eltern besteht ein hochkomplexer Hilfebedarf. Um diesem gerecht werden zu können, ist eine enge Vernetzung von Kinder- und Jugendhilfe, Gesundheitswesen einschließlich Erwachsenenpsychiatrie sowie den Bildungsinstitutionen unabdingbar“, weiß Jürgen Meyer vom städtischen Bereich Kinder, Jugend und Familie. Die Kooperationsvereinbarung berücksichtige diese Erkenntnis durch ein standardisiertes systemübergreifendes Vorgehen bei der Versorgung der betroffenen Familien.

Im Rahmen des Fachtags wurde die Gefährdung der frühkindlichen Bindungsentwicklung aus entwicklungspsychologischen, institutionellen und rechtlichen Perspektiven dargestellt. Darüber hinaus hatten alle Teilnehmenden die Möglichkeit, bisherige Erfahrungen zu diskutieren.

Vorträge vom Fachtag 2015


Häusliche Gewalt im Mittelpunkt der 2. Monheimer Kinderschutzkonferenz

Zeugenschaft häuslicher Gewalt – so heißt es im Fachjargon, wenn Kinder miterleben müssen, wie in der Familie meist der Vater die Mutter misshandelt. Die Folgen sind oft sowohl körperliche als auch seelische Schäden für die Frauen. Für die Kinder sind es häufig traumatische Erlebnisse. Mit dieser Problematik befasste sich im Februar 2017 die 2. Monheimer Kinderschutzkonferenz.

Bürgermeister Daniel Zimmermann konnte in der Volkshochschule neben den mehr als 100 Fachkräften aus den Monheimer Bereichen der Kinder- und Jugendhilfe, den Schulen und dem Gesundheitswesen mehrere Experten als Referenten begrüßen. Birgit Köppe-Gaisendrees, Leiterin der ärztlichen Kinderschutzambulanz Bergisch Land, stellte in einem einführenden Vortrag die erheblichen Belastungen der betroffenen Kinder heraus.

Mit kurzen Fachvorträgen stellten Beamte der Polizei, hiesige Fachberatungsstellen, Kinderärzte und auch das Jugendamt ihre Aufgaben, Arbeitsweisen und Angebote vor. Anschaulich erörterte außerdem beispielsweise eine Erzieherin gemeinsam mit einem Richter, einer Ärztin, einer Lehrerin und einem Sozialarbeiter die jeweiligen Erfahrungen im Umgang mit dem Phänomen häuslicher Gewalt.

Bei aller Problematik und auch vereinzelten Unsicherheiten im Umgang mit dem Thema stand abschließend für Simone Feldmann, Bereichsleiterin Kinder, Jugend und Familie in Reihen der Stadtverwaltung, dennoch fest: Es gibt bereits eine gut funktionierende Zusammenarbeit im Monheimer Netzwerk für Kinderschutz. Und die soll weiter ausgebaut werden.


„Werkzeugkoffer“ für den Kinderschutz

Seit gut zwei Jahren wird über das Netzwerk Präventiver Kinderschutz der sogenannte Pool der Kinderschutzfachkräfte in Monheim am Rhein koordiniert. Dort sind mittlerweile etwa 40 speziell geschulte Fachkräfte aus den Bereichen Kita, Schule, Beratungsstellen und Jugendamt organisiert. Jürgen Meyer, Koordinator dieses Netzwerkes, konnte nun mit der Vergabe einer Methodenmappe einen weiteren Impuls in Richtung Kooperation im Kinderschutz setzen.

Die Mappe wurde vom Kompetenzzentrum Kinderschutz NRW herausgegeben. Sie liefert praxistaugliche Informationen zum Beratungsverfahren im Falle einer drohenden Kindeswohlgefährdung. Ergänzt wurde die Mappe von Meyer mit Kontaktdaten der in Monheim erreichbaren Kooperationspartner. So entstand eine Art Werkzeugkoffer, mit dem eine wichtige Orientierungshilfe für den weiteren Ausbau eines wirkungsvollen Kinderschutzes geliefert wird.

Laut Meyer ist es im präventiven Kinderschutz vornehmliches Ziel, so früh wie möglich Entwicklungsbelastungen bei Kindern und Jugendlichen zu erkennen. Es wird über die Beratung der Fachkräfte eine Strategie entwickelt, die sowohl Kinder und Jugendliche als auch die in solchen Situationen oftmals überforderten Eltern erreicht.


Noch mehr Schutz für Kinder und Jugendliche durch Qualitätssiegel

Gemeinsam aktiv für die Rechte von Kindern und Jugendlichen – das ist der Kern des Qualitätssiegels, das nun erstmals vergeben wurde. Bürgermeister Daniel Zimmermann überreichte die Auszeichnung am Mittwochabend, 25. November 2015,  im Jugendhilfeausschuss an sieben Vereine, Verbände und Freizeiteinrichtungen.

Die Sportgemeinschaft Monheim, der Tennisclub Blau-Weiß Monheim, der Verein Abenteuerspielplatz, der DLRG-Ortsverein, die Schülergenossenschaft Rhein Café, die Angebote der städtischen Jugendförderung und das Haus der Jugend erhielten entsprechende Urkunden.

Beschlossen wurde die Einführung des Qualitätssiegels am 17. September 2014 vom Rat der Stadt Monheim am Rhein. Anschließend konnten sich Vereine und Verbände an den Bereich Kinder, Jugend und Familie wenden. Er stellte Arbeitshilfen und Informationsmaterialien zur Verfügung. Außerdem wurde eine Fachberatung auf dem Weg zum Qualitätssiegel angeboten.

Zu den Anforderungen zählen unter anderem die Erarbeitung von Beschwerdewegen für Kinder, Jugendliche und Eltern sowie die Entwicklung von Verhaltensregeln zur Vermeidung von Grenzverletzungen. Es ist ein Präventionskonzept, das auch sexualisierter Gewalt vorbeugen soll. Das Qualitätssiegel wird jeweils für drei Jahre verliehen.

Als Ansichtsexemplare und Orientierungshilfe liegen hier zum Download bereit: das Präventionskonzept aus dem Bereich Jugendförderung für die Einrichtung Rheincafé, das Ferienprojekt Circus-Leben und die Spielplatzpaten, die Prüfliste zur Einsichtnahme in Führungszeugnisse, eine Selbstverpflichtungserklärung und ein Verhaltenskodex. Mehr hierzu im Fachportal [intern]Kinder- und Jugendförderung.


Leitfaden für den Kinderschutz vorgestellt

Bürgermeister Daniel Zimmermann, Jugendamtsleiterin Annette Berg und Jürgen Meyer, bei der Stadtverwaltung zuständig für den Bereich des präventiven Kinderschutzes, haben jetzt den frisch gedruckten „Leitfaden Kinderschutz in Monheim am Rhein“ vorgestellt.

Die neue Broschüre ist das Ergebnis einer trägerübergreifenden Arbeitsgruppe. Erzieherinnen aus den Kindertagesstätten sowie Schulsozialarbeiterinnen und Sozialarbeiterinnen aus dem Allgemeinen Sozialen Dienst des Jugendamtes trugen hier ihr Wissen und ihre Erfahrungen zusammen.

Was ist eigentlich Kindeswohlgefährdung? Wie kann ich erkennen, ob ein Kind betroffen ist? An wen kann ich mich im Falle eines Falles wenden? Und was sagt das Gesetz? – „Diese Fragen werden immer wieder gestellt und führen bei vielen Menschen, ganz gleich ob sie nun beruflich oder ehrenamtlich mit Kindern und Jugendlichen im Alltag zu tun haben, oft zu Unsicherheiten“, weiß Meyer aus der Praxis zu berichten. Der neue Kinderschutz-Leitfaden liefert hier wertvolle Antworten und enthält leicht verständliche Anhaltspunkte und Informationen für das richtige Verhalten. Unter anderem wird anhand eines Schaubilds Schritt für Schritt das beispielhafte Vorgehen bei einem Gefährdungsverdacht erklärt. Zudem enthält die Broschüre zahlreiche Kontaktadressen und Anlaufstellen für professionelle Hilfe.

Neue Broschüre soll helfen, Unsicherheiten abzubauen

Eine zentrale Botschaft des Leitfadens lautet: Niemand sollte mit dem Verdacht einer Kindeswohlgefährdung alleine bleiben, sondern immer Unterstützung suchen, um, wenn irgend möglich, möglichst in Ruhe hilfreiche Strategien entwickeln zu können. Vorrangiges Ziel sollte dabei stets sein, mit allen Beteiligten eine Verantwortungsgemeinschaft zu bilden und somit gemeinsam die Sorge um ein Kind wahrzunehmen, die Situation zu bewerten und entsprechend zu handeln. „Die akute Gefährdung eines Kindes oder Jugendlichen stellt dabei jedoch eine Ausnahme dar“, betont Meyer. „Hier ist selbstverständlich sofortiges Handeln erforderlich, so wie es auch der Leitfaden aufzeigt.“

Die Broschüre mit einer Auflage von 1000 Exemplaren wird in den kommenden Tagen an alle Kindertagesstätten und Schulen im Stadtgebiet verteilt. Außerdem ist der Leitfaden ab sofort im Haus der Chancen, an der Friedenauer Straße, sowie im Rathaus erhältlich und wird in Kürze auch auf der städtischen Homepage abrufbar sein.

Mit Blick auf das Bundeskinderschutzgesetz ist mit der Publikation des Leitfadens ein weiterer Schritt zur Stärkung des aktiven Kinderschutzes in Monheim am Rhein – der Hauptstadt für Kinder – gemacht worden.


Professionelle „Auffrischung“ für die Kinderschutzfachkräfte

Im Rahmen der letzten Treffen der Kinderschutzfachkräfte wurde mehrfach der Wunsch geäußert eine „Auffrischung“  der in der Ausbildung zur Kinderschutzfachkraft vermittelten Inhalte zu erhalten. Seitens der koordinierenden Fachstelle im Jugendamt konnte mit Britta Discher eine versierte Fachkraft vom Deutschen Kinderschutzbund für die gewünschte Fortbildungsveranstaltung gewonnen werden. Britta Discher bildet seit einigen Jahren „insoweit erfahrene Fachkräfte“ im Kinderschutz aus und weiter.

Am 16. Januar 2014 folgten über 20 Fachkräfte der Einladung und trafen sich im Mo.Ki-Raum der Hermann-Gmeiner-Schule. Die Referentin stellte mit ihrem Vortrag „Die Rolle der Kinderschutzfachkraft im kooperativen Kinderschutz“ nicht nur aktuelles Fachwissen zur Verfügung, sondern lieferte hiermit auch Erkenntnisse für einen regen Austausch.

Zentrales Ergebnis der Diskussion war unter anderem, dass ein kooperativer Kinderschutz gewisse Voraussetzungen benötigt. Neben dem erforderlichen Fachwissen und der nötigen Sensibilität sind Vertrauen und gegenseitige Wertschätzung sämtlicher Beteiligten unverzichtbar. Um diese zu schaffen, entwickeln die Kinderschutzfachkräfte der Stadt Monheim am Rhein eine Kooperationsstruktur, die zu mehr Handlungssicherheit und demzufolge zu einem aktiven Kinderschutz führen wird.


Kooperativer Kinderschutz in gemeinsamer Verantwortung von Jugend-, Gesundheitshilfe und Schule

Ausbau des Kinderschutzes schreitet weiter voran

Die Stärkung eines aktiven Kinderschutzes, wie er vom Bundeskinderschutzgesetz verlangt wird, ist nicht einfach und vor allem nicht im Alleingang zu leisten.

Aus diesem Grund ist das Jugendamt der Stadt Monheim am Rhein schon seit einiger Zeit dabei, trägerübergreifend einen ganzen Pool von Kinderschutz-Fachkräften auszubilden.

Durch speziell konzipierte Fortbildungen werden bereits erfahrene Fachkräfte aus den Kindertagesstätten, der Schulsozialarbeit und den weiteren Bereichen der Kinder- und Jugendhilfe für den besonders sensiblen Auftrag des Kinderschutzes geschult und auch danach kontinuierlich weiterbegleitet.

Jetzt konnten im Rahmen eines Intensivkurses weitere fünf Kinderschutzfachkräfte ihre Zusatzausbildung mit einem entsprechenden Zertifikat abschließen. Damit stehen den Teams in den Einrichtungen und Diensten der Kinder-und Jugendhilfe mittlerweile schon nahezu 30 ausgebildete Kinderschutz-Fachkräfte mit ihrem Spezialwissen zur Seite.

Ziel ist es unter anderem, den Kolleginnen und Kollegen durch eine intensive Fachberatung noch mehr Sicherheit im Umgang mit den manchmal unverzichtbaren Gefährdungseinschätzungen zu vermitteln. Denn bei frühem Erkennen möglicher Gefahren für Kinder und Jugendliche können auch die erforderlichen Hilfsangebote entsprechend früher entwickelt und dadurch zumeist auch deutlich erfolgreicher eingesetzt werden.

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