Monheim-Lexikon: Zweiter Weltkrieg

Versorgung

Bereits im August 1939, also noch vor Kriegsbeginn am 1. September, hatte die Rationierung von Lebensmittel und anderen Gütern des täglichen Bedarfs begonnen. Während des gesamten Krieges und danach noch bis 1950 benötigten die Verbraucher beim Einkaufen nicht nur Geld, sondern auch von den Behörden ausgegebene Karten, die zum Erwerb einer bestimmten Menge eines bestimmten Produkts berechtigten.

Solche Karten gab es für Brot, Fett, Kartoffeln, Eier, Gemüse und Obst, Fleisch, Tabak, Kleidung, Seife und weitere Erzeugnisse.

Die Karten, aus denen einzelne Marken herausgeschnitten werden konnten, waren zusätzlich unterschieden nach Kindern verschiedenen Alters, Erwachsenen, Müttern, Schwerarbeitern und Schwerstarbeitern. Sie galten nur für eine amtlich festgelegte Zuteilungsperiode, nach deren Ablauf waren sie wertlos. Zudem gab es keine Gewähr, dass die angegebenen Warenmengen auch tatsächlich verfügbar waren.

Die hier abgebildeten Karten wurden vom Rhein-Wupper-Kreis den kreisangehörigen Gemeinden zugewiesen. Diese waren für die Verteilung an die Bevölkerung zuständig. Die Kartenausgabestelle für Monheim befand sich im [intern]Rathaus. Dort wurden am 27. August 1939 die ersten Karten ausgegeben.

Das nationalsozialistische Regime wollte unbedingt verhindern, dass es zu Unruhe durch Versorgungsengpässe und Hungerwinter wie im Ersten Weltkrieg käme. Dennoch mussten die Rationen im Verlauf des Krieges immer wieder reduziert werden. Erhielt ein erwachsener Normalverbraucher im September 1939 wöchentlich 2400 Gramm Brot, 500 Gramm Fleisch und 270 Gramm Fett, waren es im April 1945 nur noch 1700 Gramm Brot, 250 Gramm Fleisch und 125 Gramm Fett.

Als auch Rohstoffe und Materialien aller Art mit fortschreitender Kriegsdauer immer knapper wurden, wurden große Kampagnen zur Gewinnung von Altmaterial organisiert. Dazu wurde insbesondere die Schuljugend verpflichtet, auch während der Ferien. „Die Altstofferfassung der Schulen ist Kriegsdienst und muß unter allen Umständen erfolgreich durchgeführt werden“, forderte im September 1940 der Düsseldorfer Regierungspräsident.

Die Sammelaktionen waren mit einem reichsweiten Wettbewerb verbunden, bei dem die Schulen und die Schüler mit den besten Ergebnissen unter anderem eine Reise nach Berlin gewinnen konnten. Die örtlichen Sammelleistungen wurden vierteljährlich festgehalten. So kamen etwa im zweiten Quartal 1941 folgende Mengen zusammen:

Art des Altmaterials

Schule Monheim

Schule Baumberg

Knochen

180 kg

45 kg

Lumpen

35 kg

Papier

250 kg

209 kg

Buntmetalle

5 kg

Schrott (Alteisen)

210 kg

282 kg

Gesamt

640 kg

576 kg

Besonders große Anstrengungen wurden unternommen, um die für die Rüstungsproduktion benötigten enormen Mengen an Metall zu beschaffen. Altmetall sollte restlos erfasst und wiederverwertet werden. So wurden im Frühjahr 1940 eine Metallsammlung bei den Behörden und eine „Metallspende des Deutschen Volkes zum Geburtstag des Führers“ verfügt.

Schon im Februar 1940 hatte der preußische Ministerpräsident, Generalfeldmarschall und Beauftragte für den Vierjahresplan, Hermann Göring, angeordnet, „daß bereits jetzt beschleunigt alle Gegenstände aus Kupfer, Zinn, Nickel, Blei und deren Legierungen, die sich in Verwaltungs- und Unterrichtsgebäuden […] der öffentlichen Hand als deren Eigentum befinden und ohne Beeinträchtigung des Geschäftsbetriebes oder des Unterrichts entbehrt werden können, auszusondern […] sind.“ Davon ausgenommen seien nur „Gegenstände von besonderem künstlerischen und historischen Wert“.

Das Ergebnis der Sammlungen teilte Bürgermeister Josef Grütering im April 1940 dem Kreiswirtschaftsamt in Opladen mit: in Monheim waren von Behörden, Betrieben und privaten Haushalten rund 4,9 Tonnen Altmetall abgeliefert worden, in Baumberg ausschließlich von Privaten 1,2 Tonnen. Die Weitergabe der Zahlen erfolgte als „Geheime Reichssache“ per Kurier. Das Altmetall wurde zum Einschmelzen in ein Hüttenwerk nach Lünen transportiert.

Im Mai 1940 erging an Grundstückseigentümer in Monheim und Baumberg die von Bürgermeister Josef Grütering und NSDAP-Ortsgruppenleiter Christoph Külzer unterzeichnete Anordnung, eiserne Gitter, Zäune und Tore abzuliefern:

„Es ist nicht nötig, daß nach überaltertem Muster die Häuser oder Vorgärten hinter häßliche Eisenstäbe verschanzt werden. Ein kleiner mit Bordstein eingefaßter Blumengarten wirkt viel freundlicher! Also fort mit den Eisenzäunen! Drahtverhaue vor den Häusern in der Heimat sind nicht nötig, aber die Front braucht Material, um den Lebens- u[nd] Schicksalskampf des Deutschen Volkes bald u[nd] siegreich zu beenden.“

Zuletzt geändert am 14. April 2020

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