Monheim-Lexikon: Urdenbacher Weg

Wo die Hauptstraße Alt-Baumberg verlässt und in den Urdenbacher Weg übergeht, beobachtete Bildarchivar Josef Greulich an der Einmündung Klappertorstraße im Oktober 1954 zwei Bauarbeiter bei einer Pause. Zu jener Zeit gab es viele solcher Baustellen, denn das „Wirtschaftswunder“ brachte eine bis dahin nicht gekannte Motorisierungswelle mit sich.

Kraftverkehr zwischen mannshohen Hecken

Ein eigenes Auto war in den 1950er-Jahren für viele Familien kein unerreichbarer Luxus mehr. Das enorm steigende Verkehrsaufkommen erforderte den Ausbau vorhandener und den Bau zusätzlicher Straßen. Allenthalben wurden Fahrbahnen begradigt und verbreitert, nicht selten mussten Bäume und Hecken weichen. Auch der Urdenbacher Weg war ursprünglich von Gehölzen gesäumt.

Am 29. Dezember 1953 schilderte die Rheinische Post die Zustände an der „gefährlichen Straße“:

„Sie ist erstens einmal sehr schmal und zum anderen an gewissen Stellen, besonders in den engen Kurven, äußerst unübersichtlich. Mannshohe Hecken versperren den Kraftfahrern die Sicht, und man kann nur von Glück reden, dass die Zahl der Unfälle relativ gering bleibt. Die Straße wird nämlich nicht nur von zahlreichen Personenwagen und Motorrädern befahren, sondern auch viele Fuhrwerke benutzen sie ständig. Außerdem fahren hier die Omnibusse der Rheinischen Bahngesellschaft von Düsseldorf über Urdenbach nach Baumberg“.

Die Fahrer der [intern]Linie 62 (heute 788) hatten es nicht leicht auf dem Urdenbacher Weg. „Die enge Fahrbahn gestattet nicht, dass zum Beispiel ein Personenwagen einen Rheinbahnbus überholt. Entgegenkommende Fahrzeuge müssen stellenweise sogar anhalten und die großen Omnibusse erst vorüber lassen.“

Um Abhilfe zu schaffen, so die Rheinische Post weiter, habe das Monheimer Ordnungsamt veranlasst, die Hecken auf maximal achtzig Zentimeter Höhe zu beschneiden. Heute ist es gerade die gestiegene Übersichtlichkeit des Straßenverlaufs, die Gefahren heraufbeschwört. Viele Vier- und Zweiradfahrer geben im Wäldchen hinter dem Ortsausgangsschild kräftig Gas. Da dröhnen die Motoren und quietschen die Reifen. In der scharfen Kurve in Höhe des ehemaligen Römerkastells [intern]Haus Bürgel hat es mehr als einmal Tote gegeben.

Mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer

Fußgänger und Radfahrer konnten sich früher nur an den Fahrbahnrand quetschen. „Die Stadt hat nunmehr […] Grundstücksverhandlungen an der Baumberger Hauptstraße abschließen können, die in der nächsten Zeit dazu führen, daß von der Klappertorstraße aus bis zur Baumberger Aue ein Fußgängerweg angelegt wird […]“, schrieben die Düsseldorfer Nachrichten am 20. November 1965 in einem Bericht über die Jahreshauptversammlung des  Heimatbunds. Die Verlängerung des Rad- und Gehwegs am westlichen Fahrbahnrand von der Einfahrt zum Campingplatz über Haus Bürgel bis nach Urdenbach wurde erst 1983 eröffnet.

Die Landstraße von Baumberg nach Urdenbach war lange Zeit die einzige autotaugliche Strecke in die Landeshauptstadt Düsseldorf. Ein immer wiederkehrendes Problem waren daher die Sperrungen, wenn der Rhein Hochwasser führte und die Auenlandschaft überflutete. 1969 arbeitete das damalige Landesstraßenbauamt Pläne aus, die vorsahen, für den Urdenbacher Weg einen bis zu fünf Meter hohen Damm aufzuschütten, der auch bei Hochwasser passierbar bliebe.

Das Vorhaben wurde nach heftigen Protesten aus Düsseldorf zu den Akten gelegt – zum Glück, muss man nachträglich sagen. Denn das Naturschutzgebiet Urdenbacher Kämpe wäre sonst heute zweigeteilt und der weite Blick in die Landschaft verstellt.

Letzte Änderung: 6. November 2013

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