Stadt bekämpft Gespinste des Eichen-Prozessionsspinners an Monheimer Bäumen

Allergiker sollten bei Waldbesuchen besonders vorsichtig sein

Die behaarten Raupen des Schmetterlings krabbeln in regelrechten Marschkolonnen in die Eichen, um Blätter zu fressen.

Im Juni 2017 entfernten Experten mit Spezialgeräten ein Nest an der Alfred-Nobel-Straße. Foto: Thomas Spekowius

Mit den wärmeren Temperaturen breitet sich auch der Eichen-Prozessionsspinner wieder im Monheimer Stadtgebiet aus. An verschiedenen Stellen gehen Experten bereits gegen die behaarten Raupen mit den Nesselhärchen vor. „Da wir die ersten Raupen in diesem Jahr deutlich früher entdeckt haben, ist der Befall in diesem Sommer vermutlich noch etwas stärker als im vergangenen Jahr“, befürchtet Jan-Philipp Blume vom Team der städtischen Grünflächen-Pfleger. Insbesondere Allergiker sollten bei Waldbesuchen vorsichtig sein. „Es gibt aber keinen Grund zur Panik. Wir haben die Entwicklung im Blick“, erklärt der Gärtnermeister.

Der Eichen-Prozessionsspinner ist eine braune Schmetterlingsart, die mit dem fortschreitenden Klimawandel zunehmend auch in unserer Region unterwegs ist. Die behaarten Raupen des Schmetterlings krabbeln in regelrechten Marschkolonnen in die Eichen, um Blätter zu fressen und anschließend am Stamm oder bis in die Krone hinein Gespinstnester anzulegen, in denen sie sich gemeinsam verpuppen. Der Marsch der Raupen erinnert dabei an eine Prozession – daher rührt der Name.

Die befallenen Eichen werden nur in wenigen Fällen nachhaltig geschädigt. Allergiker sollten allerdings vorsichtig sein: Die kleinen Nesselhärchen, die die Raupen absondern, können auf der Haut zu Rötungen, Schwellungen, starkem Juckreiz oder Brennen führen. Bei einem Einatmen der Härchen sind Atemwegsreizungen möglich. Die Gespinste selbst sind allerdings eher ungefährlich und wirken, heil am Baum hängend, wie eine Art natürliche Schutzhülle.

Betroffen sind meist Waldgebiete wie der Knipprather Wald. 2016 wurde ein Befall am Froschteich Knipprather Busch gemeldet, im vergangenen Jahr wurden die Gespinste unter anderem auch an der Bleer und Opladener Straße entdeckt. Auch in diesem Jahr befinden sich die Stadt, das Regionalforstamt und die Waldeigentümer in engem Austausch, untersuchen Gebiete und stimmen gezielte Bekämpfungsaktionen ab. Rein rechtlich ist der Eichen-Prozessionsspinner eine sogenannte „für den Wald typische Gefahr“. Egal ob herabfallende Äste, Riesenbärenklau oder Eichen-Prozessionsspinner – jeder betritt den Wald auf eigene Verantwortung. Wie gefährlich die Haare der Raupen sind, hängt von der individuellen allergischen Empfindlichkeit ab. Anlass für übertriebene Angst besteht nach Auffassung der Experten definitiv nicht. Bei Regen wird der größte Teil der durch die Luft driftenden Härchen ausgewaschen.

Die städtischen Grünflächen-Pfleger bemühen sich dennoch, alle Nester im öffentlichen Raum zu beseitigen. Auch um eine weitere Verbreitung noch vor der Verpuppung möglichst einzudämmen. Meldungen über Gespinste nimmt die Stadt unter der Rufnummer 02173 951-673 sowie per E-Mail an jblume@monheim.de entgegen. Um die Beseitigung kümmert sich fachlich geschultes Personal durch Absammeln, Absaugen und Abflämmen.

Jan-Philipp Blume kann zudem auch beraten, wenn der Eichenprozessionsspringer in Privatanlagen auftaucht. Wichtig: Der Eichenprozessionsspringer befällt tatsächlich allein Eichen und das immer nestartig, partiell. Komplett eingesponnene Bäume und Sträucher zeugen meist eher von einem Befall der für den Menschen völlig harmlosen Gespinstmotte.

[intern]Zahlreiche ergänzende Informationen gibt es hier in einem Informationsblatt des NRW-Landesministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz.

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