Neue Standorte für islamische Gemeindezentren sind in der Planung

Raummangel: Bürgermeister Daniel Zimmermann schlägt dem Rat Grundstücksnutzungen an der Friedenauer und Opladener Straße vor / Bürgerbeteiligung findet am 30. Juni statt

Bürgermeister Daniel Zimmermann (3. v. l.) und Stadtplaner Thomas Waters (4. v. l.) präsentieren mit Vertretern der islamischen Gemeinden die Pläne. Mit dabei sind auch Ramazan Akçora (rechts) als Vorsitzender der DITIB-Gemeinde und Yussuf Anakhrouch (2. v. l.), der Vorsitzende der arabisch-islamischen Gemeinde. Foto: Norbert Jakobs

Integration gelingt am besten im guten Miteinander. Seit Jahren treffen sich Christen und Muslime in Monheim am Rhein zum regelmäßigen Austausch. In dieses Klima der vertrauensvollen Zusammenarbeit passt nun auch ein Vorhaben der Stadtverwaltung mit Bürgermeister Daniel Zimmermann an der Spitze: Dem Rat wird für seine Sitzung am 6. Juli vorgeschlagen, den beiden hier beheimateten islamischen Gemeinden Grundstücke für zeitgemäße Gemeindezentren zur Verfügung zu stellen. Denn an den jetzigen Standorten sind die räumlichen Kapazitäten bei gleichzeitig wachsender Mitgliederzahl mehr als ausgeschöpft.

Da ist zum Beispiel die 1983 gegründete türkisch-islamische DITIB-Gemeinde mit Sitz an der Niederstraße. Das Gebäude wurde zwar 2006 erheblich umgebaut, reicht aber nicht mehr aus für die 372 Mitglieder. An den Freitagsgebeten nehmen bis zu 500 Gläubige teil. Für sie stehen weder Parkplätze geschweige denn ein adäquates Gemeindezentrum zur Verfügung. Seit Jahren wird nach einem geeigneten Ersatzstandort gesucht. Nach ausgiebigen Gesprächen schlägt die Stadtverwaltung nun vor, dass dem Verein in der Nachbarschaft der Blauen Kita und dem Haus der Chancen an der Friedenauer Straße eine Freifläche von gut 4000 Quadratmetern für ein Gemeindezentrum zur Verfügung gestellt wird. Gleichzeitig wäre das auch in direkter Nachbarschaft zu den christlichen Treffpunkten und damit ideal für den Dialog auf kurzem Wege. „Die Religionen wären tatsächlich auch örtlich auf Augenhöhe“, sagt Bürgermeister Daniel Zimmermann.

Auch die arabisch-islamische Gemeinde will aus ihrem Hinterhof-Dasein heraus. 1984 von 30 Mitgliedern in Monheim gegründet, sind es heute mehr als 200. Die Räume an der Opladener Straße reichen längst nicht mehr aus. Hier schlägt die Stadtverwaltung nach Absprache mit der Gemeinde vor, unweit der jetzigen Räumlichkeiten auf dem Menk-Gelände an der Opladener Straße ein gutes 3500 Quadratmeter großes Areal für den zweigeschossigen Bau eines Gemeindezentrums zu nutzen. Neben der Möglichkeit zum Gebet sollen unter anderem auch Bildungsräume und eine zweisprachige Bibliothek entstehen.

„Beide Gemeinden wollen sich in Zukunft noch stärker öffnen“, wirbt Zimmermann für die Neubau-Idee. „Für diese Öffnung braucht es aber geeignete Räume. Die sind bisher nicht vorhanden. Es fehlen Parkplätze, die erforderlichen Nebenräume und eine ansprechende Architektur. Wenn wir den muslimischen Gemeinden im Sinne der vom Grundgesetz garantierten Religionsfreiheit einen angemessenen Platz in der Gesellschaft einräumen wollen, dann gehört dazu auch das notwendige Grundstück für ein Gemeindezentrum.“ Zimmermann betont, dass sich die islamischen Gemeinden in der Vergangenheit stets als verlässliche Partner für die städtischen Integrationsprojekte erwiesen hätten. „Genauso wie ich die christlichen Kirchen regelmäßig bei ihren Gottesdiensten und Veranstaltungen besuche, war ich schon häufig in den beiden Moscheegemeinden zu Gast. Die Bereitschaft zur Unterstützung unserer vielfältigen Integrationsbemühungen ist dort sehr hoch. Integration ist jedoch keine Einbahnstraße. Durch die Bereitstellung von zwei Grundstücken wollen wir zeigen, dass wir es mit der Integration ernst meinen.“

Das häufig bemühte Szenario übergroßer Minarette samt Lautsprecher wird es indes nicht geben. „Es ist vereinbart, dass die Minarette nicht höher als 20 Meter sein werden. Rufe oder Beschallung sind ausgeschlossen“, erläutert der Bürgermeister. Außerdem ist ihm wichtig: „Es handelt sich bei der Herausgabe der Grundstücken im Ergebnis um keine Schenkung, sondern um eine zweckgebundene Überlassung.“ So verpflichten sich die Gemeinden zum Beispiel schriftlich zur Verfassungstreue und Toleranz. Nur sie und keine anderen Gemeinden dürfen die Grundstücke nutzen. Eine Übertragung, Verpachtung oder gar ein Verkauf der Grundstücke an andere Gemeinden sind ohne Zustimmung durch die Stadt ausgeschlossen. Sollte sich eine der Gemeinden nicht an die Vereinbarung halten, hat die Stadt einen im Grundbuch gesicherten Rückübertragungsanspruch. Sämtliche Erschließungs- und Grunderwerbskosten werden von den Gemeinden getragen.

Am Donnerstag, 30. Juni, wird es eine Bürgerbeteiligung zu den Projekten geben. Beginn im Ratssaal ist um 19 Uhr. Dann werden die Pläne ausführlich erläutert. Auch Gemeindevorstände und Architekten stehen Rede und Antwort. „Ich bin mir sicher, dass eine breite Mehrheit von Muslimen und Christen in Monheim am Rhein das Projekt unterstützen wird. Es bietet die Möglichkeit für viele zusätzliche Begegnungen und ein besseres Verständnis füreinander“, betont Daniel Zimmermann. (nj)

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