Monheim zur Preußenzeit – Wie aus kleinen Dörfern eine moderne Industrielandschaft erwuchs

Bürgermeister Daniel Zimmermann und Autor Karl-Heinz Hennen stellen am 6. April den zweiten Band der „Geschichte der Stadt Monheim am Rhein“ vor

Band 2 der „Geschichte der Stadt Monheim am Rhein“ kostet 19,80 Euro und ist ab dem 7. April in der Bücherstube Rossbach, an der Alten Schulstraße, erhältlich. Die Stadt realisierte auch diesen Fortsetzungsband mit Autor Karl-Heinz Hennen. Die Gestaltung lag in Händen der Monheimer Agentur „grafikerherz – Bureau für Visuelle Kommunikation“. Gedruckt wurde bei Lenz-Druck im benachbarten Leverkusen. Foto: Thomas Spekowius

Seit im letzten Jahr der erste Band der „Geschichte der Stadt Monheim am Rhein“ erschien, wird Monheims langer Weg durch die Jahrhunderte, von der Römerzeit bis in die Moderne, neu aufgearbeitet und neu erzählt. Am kommenden Donnerstag, 6. April, werden Autor Karl-Heinz Hennen und Bürgermeister Daniel Zimmermann in der städtischen Bibliothek an der Tempelhofer Straße 13 nun den zweiten von am Ende dann insgesamt vier Bänden präsentieren. Beginn ist um 19.30 Uhr. Organisiert wird der rund zweistündige Abend von der städtischen Volkshochschule.

Auf 292 Seiten beleuchtet Karl-Heinz Hennen in Herausgeberschaft der Stadt diesmal Monheims Jahre unter preußischer Herrschaft ab 1815. Und die gut hundert Jahre der preußischen Rheinprovinz sind eine Zeit voller Extreme. Auf eine fast 50-jährige Friedensphase folgten ab 1864 gleich vier Kriege, die von 1914 bis 1918 in der verlustreichsten Katastrophe der Menschheitsgeschichte gipfelten – dem  1. Weltkrieg.

Auch kleine rheinische Dörfer wie die Bürgermeisterei mit Monheim, Baumberg, Hitdorf und Rheindorf hatten die Auswirkungen dieser Kriege zu tragen. Sie wurden aber auch von den strukturellen Änderungen erfasst. Waren sie zu Beginn noch weitgehend landwirtschaftlich dominierte Dörfer, so begann in Hitdorf besonders früh die Industrialisierung. Monheim folgte mit Verzögerung, um Hitdorf am Ende doch zu überflügeln, während Baumberg auch in preußischer Zeit noch eher ländlich geprägt blieb.

Monheims preußische Gesamtjahre waren zugleich auch ein Zeitalter der Gebietsreformen. Die Bürgermeisterei mit den vier Dörfern wurde 1815 um die Bürgermeisterei Richrath zur Samtgemeinde Richrath-Monheim erweitert. 1818 wurde der Verwaltungssitz dann nach Langenfeld verlegt. 1851 wurde die Bürgermeisterei Monheim wieder ausgegliedert, verlor aber 1857 Hitdorf, das bereits hier die Stadtrechte erlangte. Und 1896 schied dann auch noch Rheindorf aus. Danach war mit den beiden Dörfern Monheim und Baumberg nahezu der Gebietsumfang der heutigen Stadt Monheim am Rhein erreicht.

Neuer Blickwinkel und neue Erkenntnisse

Autor Karl-Heinz Hennen befasst sich im neuen Band der Stadtgeschichte nicht nur mit der politischen Historie, sondern lässt mit vielen Beispielen auch ein Bild davon entstehen, welche Entwicklungen und Veränderungen es auf anderen Gebieten gab, etwa bei den Kirchengemeinden, den Schulen, dem Gesundheitswesen, der Arbeitswelt, dem Freizeitverhalten, dem Brauchtum und den Anfängen kulturellen Lebens. Eine solche Monheimer Zusammenschau der Bereiche, die das Leben der Menschen wesentlich mitbestimmten, gab es bisher nicht. „Bis auf Fritz Hinrichs, der sich zumindest mit der Industriegeschichte und der Landwirtschaft ausführlich befasst hat, haben die anderen Autoren zusammenfassender Darstellungen, Theodor Proempeler und Hans Kurt Peters, das 19. Jahrhundert und die Zeit bis zum Ende des ersten Weltkriegs nahezu ausgespart“, erläutert Hennen. „Im Gegensatz dazu gibt es aber eine große Fülle von kleinen Beiträgen, etwa in historischen Zeitschriften, die sich mit einzelnen Ereignissen oder Persönlichkeiten in dieser Zeit befassen.“ Hier sei daher eine Koordinierung zu größeren Zusammenhängen zu leisten gewesen, so der Autor. Nicht selten habe er dabei die Perspektiven der Betrachtung verändert. „Es ist nicht mehr von oben nach unten, sondern es ist umgekehrt gefragt worden, welche Auswirkungen sich für die normale Bevölkerung ergeben haben.“

Zudem sind auch aus umfangreichen Recherchen in Archiven viele neue Erkenntnisse hinzugewonnen worden. „Schließlich darf nicht vergessen werden, dass auch beim zweiten Band der Stadtgeschichte zahlreiche Bürgerinnen und Bürger aktiv bei Recherchen geholfen und persönliche Unterlagen zur Verfügung gestellt haben“, zollt Hennen Dank.

Das durchgängig in Farbe gehaltene Buch wird es am Donnerstagabend erstmals auch zu kaufen geben. Das Team um Linda Rossbach ist mit einem Stand in der Bibliothek dabei. Ab dem 7. April werden alle Geschichtsinteressierten das druckfrische Werk dann auch in der Bücherstube Rossbach, an der Alten Schulstraße, erwerben können. Es kostet als wertiges Softcover mit Fadenheftung 19,80 Euro.

Hintergrund
Zur Monheimer Geschichte gibt es bereits eine stattliche Reihe von Büchern und Artikeln in diversen Fachzeitschriften. Was aber bislang von vielen Interessierten noch vermisst wurde, ist eine umfassende Darstellung, die in Form einer übersichtlichen Präsentation, historisch fundiert und dabei doch gut lesbar, die wichtigsten Erkenntnisse aus bisherigen Forschungen zusammenfasst, alte Quellen kritisch hinterfragt und neue auswertet. Aus diesem Grund ist die Stadt Monheim am Rhein 2015 ein umfangreiches Buchprojekt angegangen, das nun, verteilt auf vier Bände, diese bisherige Lücke schließen wird. Dabei soll Monheims bewegter Werdegang aufgezeigt werden, der zum heutigen Stadtbild mit den beiden großen Ortsteilen Monheim und Baumberg führte. Wegen der lange Zeit besonders engen Verbindung wird neben den vielen umliegenden Dörfern zudem vor allem auch das heute zu Leverkusen gehörende Hitdorf ausführlicher in die Betrachtungen einbezogen.
In Band 3 wird es bald um die Weimarer Republik, die Nazizeit und die ersten Monheimer Jahre in der Bundesrepublik gehen, also um den Zeitraum 1918 bis 1960, in Band 4 dann um die Jahre der Stadtwerdung und der Entwicklung bis heute. (ts)

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