Freude über die Freilassung der israelischen Geiseln auch in Monheim am Rhein

In der Partnerstadt Tirat Carmel wird die Rückkehr des 37-jährigen Maxim Herkin gefeiert, der nach über zwei Jahren freikam

Maxim Herkin wird von den Einwohnerinnen und Einwohnern Tirat Carmels zurück in seiner Heimatstadt gefeiert. Foto: Stadt Tirat Carmel

Tirat Carmels Bürgermeister Dudu Cohen konnte den verlorenen Sohn der Stadt an diesem Montag endlich wieder in die Arme schließen. Foto: Stadt Tirat Carmel

Über zwei Jahre hatten sich Dudu Cohen (r.), sein Amtsvorgänger Arie Tal und viele weitere Bürgerinnen und Bürger der Stadt für die Freilassung von Maxim Herkin eingesetzt. Foto: Stadt Tirat Carmel

Fast genau zwei Jahre war die israelische Flagge vor dem Monheimer Rathaus gehisst – als sichtbares Zeichen der Solidarität mit Israel und insbesondere mit der Partnerstadt Tirat Carmel, nachdem am 7. Oktober 2023 der brutale Terrorangriff der Hamas hunderte Menschen getötet und zahlreiche Zivilistinnen und Zivilisten verschleppt hatte.

Heute hat Bürgermeister Daniel Zimmermann die Flagge wieder einholen lassen. Anlass ist die Freilassung der letzten überlebenden israelischen Geiseln durch die Hamas, darunter auch Maxim Herkin aus Tirat Carmel, der nach 738 Tagen Gefangenschaft zu seiner Familie zurückkehren konnte.

„Die Flagge war Ausdruck unserer Anteilnahme und unseres Mitgefühls – für die vielen Opfer des Terrors und natürlich auch ganz besonders für die Menschen in unserer Partnerstadt“, so Zimmermann. „Dass mit Maxim Herkin nun einer ihrer Mitbürger lebend zurückgekehrt ist, erfüllt uns mit großer Erleichterung und Freude. Gleichzeitig wissen wir, wie tief die Wunden bleiben – in Israel, in Tirat Carmel, und in den Herzen vieler Menschen.“

Auch der 37-jährige Maxim Herkin war wie so viele Israelis am Nova Music Festival entführt worden. Er stammt ursprünglich aus der Ukraine, von wo aus seine Mutter Tala mit ihren beiden Söhnen nach Israel zog und dort eine neue Heimat fand. In Tirat Carmel baute sich Herkin ein Leben auf und studierte Informatik an der Open University of Israel. Auch seine fünfjährige Tochter Monika, die derzeit mit ihrer Mutter in Russland lebt, wartet nun darauf, ihren Vater wiederzusehen.

Welcome home, Maxim

In Tirat Carmel wurde Maxim Herkin mit großer öffentlicher Anteilnahme empfangen. Die Stadtverwaltung und Bürgermeister Dudu Cohen organisierten dort an diesem Montag ein Willkommensfest, bei dem Herkin – sichtlich bewegt – sagte: „Ich bin draußen, ich bin frei, ich sehe den Himmel. Ich bin stolz, Einwohner von Tirat Carmel zu sein.“ Die Menschen säumten die Straßen, Banner mit der Aufschrift „Welcome home, Maxim“ schmückten Plätze und Schulen.

Für die Monheimerinnen und Monheimer ist die Anteilnahme in diesen Tagen besonders groß. Seit 1989 verbindet Monheim am Rhein und die israelische Tirat Carmel eine lebendige Städtepartnerschaft, geprägt von jährlichen Schüleraustauschen, Freundschaften und persönlichen Begegnungen. Viele Monheimerinnen und Monheimer haben in israelischen Gastfamilien gelebt und dort Freundschaften geschlossen, die bis heute bestehen.

Bürgermeister Zimmermann betont: „Gerade in Zeiten von Krisen und Trauer ist es wichtig, Freundschaften nicht nur auf dem Papier zu haben, sondern sie zu leben. Die Menschen in Tirat Carmel wissen, dass Monheim am Rhein weiter an ihrer Seite steht. Das Einholen der Flagge bedeutet für uns nicht das Ende der Solidarität. Unsere tiefen Verbindungen und der Wunsch nach Frieden einen uns auch weiterhin.“ (ts)

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