Neues Gesicht für den Alten Markt

Dieses Projekt ist bereits abgeschlossen. Der neue Alte Markt wurde am 30. Juli 2017 eröffnet.

Neue Bäume, passendere Pflastersteine, mehr Platz für Fußgänger und Gastronomie und kostenfreies WLAN – der Alte Markt in der Altstadt wurde ordentlich aufgewertet.

Bereits zu Beginn des 14. Jahrhunderts wurde in Monheim Markt abgehalten. Direkt am Marktplatz lag einige Jahrzehnte lang auch das erste Monheimer Rathaus, das im Jahr 1867 bezogen wurde. Der zweigeschossige Backsteinbau an der Ecke Turmstraße/Freiheit wurde auch wegen seiner günstigen Lage mitten im Ort als neues Rathaus ausgewählt. Erst, als das Gebäude marode und mit der wachsenden Bevölkerungszahl zu klein wurde, zog man 1938 an die heutige Alte Schulstraße. Über dem ehemaligen Eingang des ersten Rathauses ist „A P 1787 Den 4 Maey“ eingemeißelt – wohl das Datum der Fertigstellung. Ein Medaillon über der in den 50er Jahren zugemauerten Eingangstür zeigt den Kopf und ein Zitat des ersten deutschen Reichskanzlers Otto von Bismarck: „Wir Deutsche fürchten Gott, aber sonst nichts in der Welt“. Seit 1984 ist das alte Rathaus in die städtische Denkmalliste eingetragen.

Die Ursprünge der kommunalen Politik und der modernen Wochenmärkte liegen demnach im Alten Markt. Der Platz war aber auch immer ein beliebter Ort für Feste. Bis in die 30er Jahre wurde hier Kirmes gefeiert, 1946 wurde der Alte Markt mit Weihnachtsbäumen und Adventskränzen geschmückt, seit 1977 findet hier der Gänseliesel- und seit 1999 auch der Weihnachtsmarkt statt.

Basalt-Natursteine ersetzen rote Pflastersteine

Mit der Umgestaltung sollen die historischen Bezüge jetzt wieder deutlicher werden. Die ehemaligen regional eher untypischen roten Pflastersteine ersetzen nun Basalt-Natursteine. Ein deutlicher Schritt Richtung Zukunft ist das kostenfrei verfügbare städtische WLAN. Während der Platz und die einmündenden Straßen neu gepflastert wurden, wurde auch die Kanalisation verbessert.

Quer über die Kapellenstraße, vom Landschaftspark Rheinbogen zur Turmstraße, wurde ab dem Herbst 2016 ein etwa ein Meter breiter Kanal verlegt, der den alten, hydraulisch überlasteten, ersetzt. Im Dezember stießen die Kanalbauexperten nahe dem Zollhaus auf eine Abwasseranlage aus dem 18. Jahrhundert. Der Fund wurde von Kölner Archäologen dokumentiert und an den Landschaftsverband Rheinland weitergeleitet.

Am neuen Alten Markt mit den breiteren Aufenthaltsflächen für Fußgänger und Gastronomie spenden hohe Linden Schatten. Östlich der bestehenden großen Linden wurden drei Bäume in Höhe der Gaststätte „Spielmann“ gepflanzt. Die Bäume sind mit rund 15 Jahren etwa doppelt so alt und haben bereits deutlich größere Stamm-Durchmesser als bei Neupflanzungen sonst üblich. Am Übergang Kapellenstraße wird ein Baum der in den neuen Rheinbogen hineinführenden Grünallee bereits auf Altstadtseite gesetzt und bildet so einen optischen Übergang.

Die Umgestaltung soll den Blick von der Altstadt aus in Richtung Rheinbogen öffnen und Monheims historisches und gastronomisches Zentrum auch vom Rhein aus wieder deutlich sichtbar machen. Die Altstadt ist nun also besser mit dem vorgelagerten [intern]Landschaftspark Rheinbogen verbunden. Seit dem Sommer 2016 laden hier Wasserspielplatz, Klettergerüste, Schaukeln, Wippen und Drehkreisel, umgeben von weichen Sandflächen und grünem Rasen, zum Spielen ein.

Nach der Umgestaltung zog auch der 65 Jahre alte Marktbrunnen wieder an seinen alten Platz. Der Brunnen steht in der heute vertrauten Form seit 1952 am Alten Markt. Die etwa viereinhalb Meter hohe Säule aus Muschelkalk wurde von dem Monheimer Steinmetzmeister Heinz Püster entworfen. Die Brunnensäule ist mit einem Wappenschild gekrönt, der auf der einen Seite den bergischen Löwen, auf der anderen den heiligen Gereon zeigt, den Namenspatron der nahegelegenen Pfarrkirche.

Die Pläne wurden in insgesamt drei Bürgerbeteiligungen vorgestellt und diskutiert. Über den Fortschritt der Bauarbeiten konnten sich Interessierte bei regelmäßigen Baustellenbegehungen informieren. Am 30. Juli 2017 wurde die neue Altstadt eröffnet.

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