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Das Projekt Stolpersteine

Messingplatten erinnern an Verfolgte und Ermordete

„Stolpersteine“ verlegte der Künstler Gunter Demnig in seiner Heimatstadt Köln erstmals im Jahr 1996. Die „Stolpersteine“ sind zehn mal zehn Zentimeter große Messingplatten, auf denen die Namen von Menschen stehen, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt und ermordet wurden.

Mittlerweile gibt es in mehr als 170 Städten im gesamten Bundesgebiet rund 8200 „Stolpersteine“. Am 3. Dezember 2003 wurden auch in Monheim am Rhein auf einstimmigen Ratsbeschluss 13 „Stolpersteine“ verlegt. Sie erinnern an zwölf Mitglieder der jüdischen Familie Herz und an den katholischen Pfarrer Franz Boehm. Die „Stolpersteine“ werden von Projekt-Paten finanziert.

Die Angaben über Schicksal und Wohnort der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus aus Monheim basieren in erster Linie auf den Forschungen des Historikers Günter Schmitz (Langenfeld) für ein Familienbuch der Juden in Langenfeld, Monheim und Hitdorf. Weitere Recherchen stammen vom Stadtarchiv, das auch Zeitzeugen befragte.


Frohnstraße 14 (ehemals Frohnstraße 16)

  • Alfred Herz
    geb. 27.02.1882 Monheim, am 11.12.1941 nach Riga deportiert, für tot erklärt Riga

  • Goldina (Dina) Herz, geb. Blumenfeld
    geb. 05.01.1882 Husen, Kreis Büren (jetzt Lichtenau), verheiratet mit Alfred Herz, am 11.12.1941 nach Riga deportiert, für tot erklärt Riga

  • Hedwig Dahl, geb. Herz
    geb. 31.08.1908 Monheim, verheiratet mit Felix Dahl, 1935 Umzug nach Köln, 1939 ausgebürgert, 1944 aus Frankreich nach Auschwitz deportiert

  • Felix Dahl
    geb. 12.01.1900 Grenich, Kreis Cochem, 1935 Umzug nach Köln, 1939 ausgebürgert, 1944 aus Frankreich nach Auschwitz deportiert

  • Irma Herz
    geb. 17.12.1914 Monheim, zuletzt in Köln, von Köln am 15.06.1942 Deportation nach Theresienstadt (andere Angabe: am 20.07.1942 nach Minsk)

Franz-Boehm-Straße 3 (ehemals Kirchstraße, dann Bleer Straße 5)

  • Emanuel Herz
    geb. 28.06.1859 Monheim, 1942 Wegzug nach Düsseldorf, von dort am 21.07.1942 Deportation nach Theresienstadt, für tot erklärt

  • Helene Herz
    geb. 25.03.1887 Monheim, verheiratet mit Heinrich Schrank, von Köln Deportation nach unbekannt

  • Mathilde Herz
    geb. 11.04.1889 Monheim, am 11.12.1941 nach Riga deportiert, für tot erklärt

Grabenstraße 54 (ehemals Grabenstraße 68)

  • Johanna Herz
    geb. 02.07.1873 Monheim, am 24.07.1942 nach Theresienstadt deportiert, von dort nach "Osten", für tot erklärt

  • Sara Herz
    geb. 23.01.1868 Monheim, am 24.07.1942 nach Theresienstadt deportiert, von dort weiter nach Treblinka, für tot erklärt

  • Josef Herz
    geb. 01.10.1865 Monheim, am 24.07.1942 nach Theresienstadt deportiert, dort am 17.09.1942 verstorben

  • Wilhelmine Herz
    geb. 01.01.1872 Monheim, ab 1900 ständig in Kliniken untergebracht, im Rahmen der "T4"-Aktion von Langenfeld-Galkhausen am 12.02.1942 nach Düsseldorf, von dort am 14.02.1942 mit unbekanntem Ziel abtransportiert, vermutlich in die Tötungsanstalt Hadamar, Sterbeurkunde im polnischen Cholm ausgestellt (Ihre Wohnadresse ist nicht nachgewiesen. Sie war eine Schwester von Johanna, Sara und Josef Herz, daher ist anzunehmen, dass auch sie ursprünglich in deren Haus in der Grabenstraße wohnte.)

Franz-Boehm-Straße, vor dem Treppenaufgang zu St. Gereon

  • Pfarrer Franz Boehm
    geb. 03.10.1880, seit 1938 Pfarrer von St. Gereon in Monheim, am 5. Juni 1944 unmittelbar nach einer Messe verhaftet, bald darauf in das Konzentrationslager Dachau gebracht, dort an den Folgen der Inhaftierung am 13. Februar 1945 gestorben

Paten für die Stolpersteine

Alle im Rat der Stadt vertretenen Fraktionen
Otto-Hahn-Gymnasium
Partnerschaft mit Israel e. V.
Ehrenbürgermeisterin Ingeborg Friebe
Peter Rischard
Renate Bugey
Franz Huber
Norbert Tonn

Die katholische Pfarrgemeinde St. Gereon ist Patin für den "Stolperstein" für Pfarrer Franz Boehm.


Mehr über den Künstler Gunter Demnig und die „Stolpersteine“


 
 
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