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Monheim-Lexikon: Brunnen

Manches Wasserspiel hat nur noch trockenen Humor

Brunnen beleben Straßen und Plätze, ihre Wasserspiele bieten im Frühling und Sommer einen erfrischenden Anblick. Dennoch geht es in diesem Beitrag mitunter trocken zu. Das liegt aber nicht am Verfasser, sondern daran, dass längst nicht mehr alle Brünnlein fließen.

Stadtmitte

• Gänselieselbrunnen – Der Gänselieselbrunnen ist der älteste und wohl auch bekannteste Zierquell. Die grünlich schimmernde Magd und die beiden Gänse, aus deren Schnäbeln Wasserstrahlen schießen, stehen seit 1937 in Nähe des Rathauses. Zunächst in einer Grünanlage auf einem Sockel mit Wasserbassin, seit 1988 am heutigen Standort zwischen Bistro und Eis-Café. Die Figurengruppe stammt von dem Düsseldorfer Bildhauer Julius Haigis. Mehr über die Gänseliesel.

• Basaltsteinbrunnen – Den Brunnen aus schwarzen Basaltsteinsäulen an der Außenterrasse des Eis-Cafés stiftete 1988 das Architektenbüro Boos zur Eröffnung des Rathaus-Centers. Für die Kinder ist er ein beliebter Platz zum Klettern und Plantschen. Den robusten Aufbauten macht das nicht aus, aber das Wasser fließt nur noch sehr zaghaft.

Foto: Gänselieselbrunnen vor dem Rathaus, 1938Bild: Noch ganz neu waren Rathaus und Gänselieselbrunnen, als im Mai 1938 diese Aufnahme entstand. Gänseliesel und Gänse standen auf einem Sockel, der von einem Wasserbassin umgeben war. (Foto: Josef Greulich / Stadtarchiv)

• Das Ei – Auf dem Marktplatz in der zur Fußgängerzone umgebauten Heinestraße findet sich der dritte Brunnen im Rathausbunde. Für das unübersehbar dicke Ding fand sich der Name gleichsam von selbst: „Das Ei“.

Das 1,5 Tonnen schwere Oval aus Stahl schuf 1993 der Künstler Taco de Marie. Das Wasser spritzte früher aus einem Zerstäuber aus dem Innern der Plastik, die durch eine gezackte Spalte in zwei Eierschalen geteilt ist.

Altstadt

• Marktbrunnen – Seit jeher steht ein Brunnen auf dem Alten Markt an der Turmstraße, in der heute vertrauten Form seit 1952. Die etwa viereinhalb Meter hohe Säule aus Muschelkalk wurde von dem Monheimer Steinmetzmeister Heinz Püster in Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung entworfen und aufgestellt.

Foto: Brunnen auf dem Alten Markt, der von 1906 bis 1951 bestandAus vier verschnörkelten Wasserhähnen strömt Trinkwasser. Die Spitze der Säule ist mit einem Wappenschild gekrönt, das auf der einen Seite den bergischen Löwen, auf der anderen den heiligen Gereon zeigt, den Namenspatron der nahegelegenen Kirche.

Bild: Auf dem Alten Markt in der Turmstraße stand bis zu seinem Abriss 1951 dieser Brunnen. Er war 1906 zur Silberhochzeit von Kaiser Wilhelm II. errichtet worden. (Foto: Stadtarchiv)

Bei der Einweihung des Brunnens gab es durchaus Stimmen, die dem alten „Pütz“ nachtrauerten, der 1906 zur Silberhochzeit von Kaiser Wilhelm II. entstanden war. Er trat damals an die Stelle einer noch älteren Anlage, die 1859 ein Maurermeister Becker gestaltet hatte.

• Bibi-Brunnen – Eine vergleichsweise kurze Geschichte hat der Brunnen, mit dem sich 1992 das Panik-Orchester am Doll Eck verewigte. Die schlanke Säule besteht aus 14 übereinandergestapelten „Bibis“, der Kopfbedeckung der Paniker. Für die Gestaltung ihres Brunnens verpflichtete die Jux-Truppe den Bildhauer Bernhard Guski.

Über die hochgestapelten Hüte plätschert an besonderen Tagen nicht nur Wasser. Auf halber Höhe kann ein Zapfhahn eingeschraubt werden, der das Wasserspiel zum Bierbrunnen macht.

• Kradepohl – Gleichsam über Nacht tauchte 1973 am Kradepohl ein weiterer Altstadtbrunnen auf. Einige Anwohner hatten sich in aller Stille zusammengetan, um den Krötenbrunnen zu stiften, der an den einstigen Löschteich („Krötenpfuhl“) erinnert. Auf den Beckenrand setzten sie drei wasserspeiende Amphibien.

Berliner Viertel

• Brunnenplastik – Bereits seit Ende der 1970er-Jahre trockengelegt ist der Brunnen, der ab 1974 vor dem Bildungs- und Kulturzentrum an der Tempelhofer Straße stand. Schöpferin war die Düsseldorfer Künstlerin Hannelore Köhler. Sie gestaltete eine dicke Steinsäule, auf der lustige Gesichter erkennbar sind. Aus Mündern und Ohren plätscherte Wasser heraus. Im Zuge der Umgestaltung der Brandenburger Allee wurde die Plastik im Sommer 2009 demontiert und etwa 150 Meter östlich ihres bisherigen Standorts neu aufgestellt.

Hannelore Köhler wurde 1929 in Heilbronn geboren, seit 1949 lebt sie in Düsseldorf. Zunächst war sie als Malerin tätig, seit 1964 auch als Bildhauerin. Hannelore Köhler war mit dem Maler Günther Cremers (1928–2004) verheiratet. Beide gehörten 1956 zu den Gründern der Gruppe „Junge Realisten“, die sich gegen die damals vorherrschende abstrakte Kunst wandte.

• Atomspaltung – Noch etwas älter als der Brunnen vor dem Tore des Kulturzentrums ist der auf dem Pausenhof des Otto-Hahn-Gymnasiums. Die „Atomspaltung” betitelte Skulptur von Hans Breker steht in engem Zusammenhang mit dem Namensgeber der Schule. 1973 schuf Breker aus Stein die stilisierte Darstellung eines Atoms. Der „Atomkern” in der Mitte des Objekts barg eine Wasserdüse.

Baumberg

Foto: Kinetische Plastik im Innenhof der Geschwister-Scholl-Schule, 1969• Bürgerbrunnen – In Baumberg plätschert am Feuerwehrgerätehaus, wo Kreuz- und Thomasstraße aufeinandertreffen, seit 1996 der „Bürgerbrunnen“. Die Aufstellung der Kugel aus Lavabeton, aus der oben Wasser murmelt, organisierte der Baumberger Allgemeine Bürgerverein. Mit Hilfe von Sponsoren kamen die erforderlichen 25.000 Mark zusammen. Gartenarchitekt Helmut Bandowski übernahm die Gestaltung.

• Kinetische Plastik – Weit weniger im Blickpunkt steht die kinetische Plastik, die sich im Innenhof der der Geschwister-Scholl-Schule befindet. Der Architekt Karl Schneider sorgte 1968 mit ihr für die vorgeschriebene „Kunst am Bau“. In Kaskaden kann Wasser in abgestufte Becken fließen und ein Schaufelrad antreiben.

Bild: Wasserkraft trieb die kinetische Plastik im Innenhof der Geschwister-Scholl-Schule an. Die Aufnahme entstand 1969 für das Kommunalwahlprogramm der SPD. (Foto: Herbert Peterhofen / Stadtarchiv)

• Peter-Hofer-Haus – Vor dem Eingang des Peter-Hofer-Hauses springen kleine Fontänen aus einer Steinlandschaft. Der stattliche Brunnen ist das Werk des Architektenbüros Greyer und König, das 1984 für die Gesamtausführung des Altenheims verantwortlich war.

Letzte Änderung: 15. April 2010


 
 
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