Monheim-Lexikon: Heinestraße
Von der Stichstraße zur Fußgängerzone
Bis Mitte der 1960er-Jahre war die Heinestraße ein Stichweg, der zu einigen wenigen Häusern führte und sich dann in der Feldflur verlor. Inzwischen ist die Heinestraße Teil der Fußgängerzone von Rathausplatz bis Ernst-Reuter-Platz.

- Wie ein Feldweg wirkte die Heinestraße im Juni 1959. Hinter dem letzten Haus auf der rechten Seite war Schluss, dann kamen Felder und Weiden bis nach Zaunswinkel. Heute steht dort das Berliner Viertel. Die Einfriedung vorn rechts mit dem schmiedeeisernen Tor gibt es noch. Sie gehört zum Haus Heinestraße 6, das als einziges den Bau des Rathaus-Centers II überstand. Foto: Josef Greulich / Stadtarchiv
1957 war die damals kurze Schotterpiste nach dem in Düsseldorf geborenen Schriftsteller Heinrich Heine (1797–1856) benannt worden. Im sich südlich anschließenden weitläufigen Gelände, das bis gegen Zaunswinkel reichte, entstand in den 1960er-Jahren der Stadtteil „Monheim Süd“, das heutige Berliner Viertel. Für die vielen tausend Neubürger wurde die Heinestraße zur kürzesten Verbindung zu den Geschäften an der Krischer- und der Alten Schulstraße.
Dabei mussten die Passanten freilich den vielbefahrenen, auf einem Damm verlaufenden Berliner Ring überqueren. Zwar wurde eine Druckknopf-Ampel eingerichtet, doch beschäftigte die Planer schon seit 1971 die Frage: Sollen die Fußgänger am Berliner Ring unter oder über die Erde? Zwei Modelle wurden durchgerechnet: Die Kosten für eine Brücke wurden 1977 mit 700.000 Mark veranschlagt, die für einen Tunnel mit 2,1 Millionen.
Der teurere Tunnel erhielt den Vorzug, denn die Brücke hätte aus Platzgründen mit sehr schmalen und steilen Rampen ausgestattet werden müssen. Der Rat beschloss den Bau eines Durchgangs mit 7,50 Meter Breite und 2,65 Meter Höhe. Im Dezember 1979 wurde die Unterführung freigegeben.
Seit Fertigstellung des Rathaus-Centers II im Jahr 1993 wartet die Heinestraße mit einem Kuriosum auf: Inmitten der mehrgeschossigen Geschäfts- und Wohnbebauung blieb an der Heinestraße 6 eines der alten kleinen Wohnhäuser stehen. Dort wohnte Marta Menk, Mitgesellschafterin der Menk’schen Betonsteinwerke, bis zu ihrem Tod im November 2006, wenige Wochen vor ihrem 100. Geburtstag. Die alte Dame hatte sich standhaft geweigert, Haus und Grundstück für den Bau des Centers zu verkaufen.
Letzte Änderung: 19. August 2011
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